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Google+ erlaubt keine Pseudonyme

25.07.2011 | Von Jörg Schieb

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Google hat etliche Google+-Konten gelöscht, die gegen die Policy des sozialen Netzwerks verstoßen. Und die besagt eindeutig: Bei Google+ muss man sich mit seinem richtigen Namen anmelden, zumindest muss dieser richtige Name für jeden sichtbar und erkennbar sein. „Benutzen Sie den Namen, mit dem Freunde, Familienmitglieder und Kollegen Sie normalerweise ansprechen“, heißt es in den allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Nun ist die Frage, wie streng man das auslegen darf, kann, soll. Denn Künstler haben Künstlernamen, es gibt Fernsehsendungen, Magazintitel, Firmen – dürfen die ins Google+-Netzwerk rein? Sicher, früher oder später, aber bei Einzelpersonen ist es schwierig. Entweder, man will, dass jeder mit seinem richtigen Namen vertreten ist und lässt dann keine Ausnahmen zu. Oder man will es nicht, dann braucht man es aber auch gar nicht erst uz versuchen.

Ich finde einen Mittelweg richtig. Klarnamen finde ich gut, denn die Erfahrung lehrt, dass viele sich hinter Pseudonymen verstecken, jede Hemmung fallen lassen. In einem sozialen Netzwerk, das diesen Namen verdient, hat das keinen Platz. Man sieht bei Facebook, wie unglücklich es sein kann, wenn Personen nicht mit ihrem richtigen Namen auftreten. Künstlernamen müssen natürlich trotzdem möglich sein. Da muss Google einen Weg finden, wie solche Ausnahmen abgewickelt und ggf. genehmigt werden. Natürlich darf das nicht als Hintertürchen für jedermann verwendet werden.

Was wollt Ihr? Anmelden mit Klarnamen – oder doch besser Pseudonym?




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6 Kommentare to “Google+ erlaubt keine Pseudonyme”

  1. Bertram Beispiel meint:

    Pseudonym, ganz klar!
    Da durch Socialmedia viele Daten zugänglich werden, welche nicht nur von mir, sondern auch durch „Freunde“ und statistische Methoden erzeugt werden.
    Diese sollten nicht zu meiner Person zurechenbar sein.

    Meine Freunde und Bekannten finden mich „Wie heist du auf $netzwerk ?“, zack, gefunden.
    Neugierige Chefs, Beamte etc. gucken in die Röhre – so soll es sein.
    Das Netzwerk ist zum vernetzen mit leuten da, die ich kenne (privat, oder nur mit pseudonym) – nicht zum verknüpfen meiner Daten mit meiner Person.

    Es funktioniert prima. Wozu Google+ ? Und dann noch mit Klarnamen ? Nein danke!

  2. Moritz meint:

    Da Google sowieso einer der größten Datensammler der Welt ist kann ich gut drauf verzichten. Wenn nicht Pseudonym dann eben gar nicht.

  3. Thomas Joachim Richter meint:

    Also für mich ist Social Media so ähnlich, als würde ich jemanden auf der Straße oder bei einer Veranstaltung treffen. Dort stelle ich mich ja auch nicht als PseudoXY vor, sondern mit meinem richtigen Namen. Wer damit ein Problem hat, sollte wohl lieber bei ICQ und Co. bleiben.

    Bei Firmen oder Künstlern sehe ich das allerdings etwas anders. Facebook hat dies allerdings mit seinen Fanseiten ganz gut gelöst, wie ich finde.

    Viele Grüße
    Thomas

  4. Peter Müller meint:

    Das Problem mit der Klarnamenpflicht ist, dass man einem Namen nicht unbedingt ansieht, ob er echt ist oder nicht. (Siehe mein Name hier.) Wer Schabernack treiben will, meldet sich einfach mit einem Pseudonym an, das von einem Klarnamen nicht zu unterscheiden ist. Angebliche Klarnamen verhindern das nicht.

    Da müsste Google schon Personalausweise bei der Registrierung verlangen. Und das wollen wir alle hoffentlich nicht (außer den Überwachungsstaatsbefürwortern in den großen Parteien).

  5. Anon meint:

    Ein Grundpfeiler der Demokratie ist die freie Meinungsäußerung. Blickt man in die Geschichte, dann wird einem klar, dass es dieses Grundrecht nie gegeben hätte, wenn die Mächtigen den Zwang zu Klarnamen hätten technisch durchsetzen können. Die Geschichte der Öffentlichkeit ist mit der Geschichte der Anonymität untrennbar verwoben – weil sich beides gegenseitig bedingt.
    Wenn Google+ ein lahmer und langweiliger Ort bleiben will, dann sollten es seine Politik fortsetzen. Wenn Google+ Facebook überrunden will, dann sollte es dort möglich sein, per Pseudonym zu agieren.
    Die demokratische Revulution von Ägypten wäre mit Google+ schwerlich möglich gewesen.

    Valete

  6. Markus Noelker meint:

    Ganz klar Klarnamen! Ich finde wer Socialmedia offen und ehrlich nutzt sollte kein Problem damit haben seinen echten Namen zu verwenden. Zu dem was ich als Aussage treffe stehe ich, daher habe ich schon sehr früh meine Pseudonyme gegen meine echten Namen ausgetauscht.

    Aber natürlich müssen für Künstler und Firmen auch dessen Namen erlaubt sein aber ich denke das kommt nicht. das Netzwerk ist schliesslich noch sehr jung.

    VG
    Markus