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Neues Social Network Ello

24.08.2014 | Von Jörg Schieb

Tipps

Soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Twitter werden zwar immer beliebter, gleichzeitig aber auch immer kritischer gesehen: Die Unternehmen bestimmen die Regeln nahezu allein, nach denen man sich im Netzwerk bewegen darf, Vor allem werden  jede Menge Daten erhoben – und der User hat praktisch keine Kontrolle darüber. Das soll beim neuen Social Network Ello ganz anders sein. Es ist werbefrei – und soll es auch bleiben. Klingt spannend.

„Du bist kein Produkt“, so lautet das Motto der Ello-Macher, und so kann man es auch in ihrem Manifest nachlesen. Hier werden die konkreten Probleme der aktuell erfolgreichen sozialen Netzwerke wie Facebook oder Google+ konkret angesprochen: Sie seien dominiert von der Werbeindustrie.

Es dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben: Die Betreiber der sozialen Netzwerke werteten jede noch so kleine Regung der User aus. Jeder Post, jeder Kontakt, jeder Link wird getrackt, für immer und ewig gespeichert und ausgiebig ausgewertet. Genau das will Ello nicht machen: Ello möchte ein Netzwerk sein, das die Privatsphäre schützt und das Erlebnis des sozialen Vernetzens im Internet in den Vordergrund rückt – ohne die Nachteile der kommerziellen Verwertung.

„We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership. We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce and manipulate – but a place to connect, create and celebrate life.“

Ello setzt auf Datenschutz und Privatsphäre und verzichtet auf Werbung. Angeblich dauerhaft. Das neue Netzwerk aus den USA soll von Anfang an kostenfrei sein und es auch bleiben. Das haben zwar auch schon andere behauptet, aber die Ello-Gründer scheinen es ernst zu meinen. Anders als Diaspora, das auch technisch keine Zentrale kennt, setzt Ello auf zentrale Server – aber auch eine andere Ethik.

Ello befindet sich noch in der Entwicklung, noch können User hier nicht sonderlich viel machen. Aber die Entwickler arbeiten mit Hochdruck daran, Webseite und Apps zu erweitern. Das kostet eine Menge Geld. Trotzdem soll das nicht mit Werbung eingespielt werden, auch nicht mit Nutzungsgebühren. Den Machern schwebt ein Premium-Modell vor: Gelegentlich sollen besondere Funktionen oder Angebote Geld kosten. Niemand wird gezwungen, diese Angebote zu nutzen. Was konkret angeboten werden soll, ist noch nicht bekannt.

Wer Mitglied bei Ello werden möchte, muss Geduld mitbringen, denn Ello befindet sich in Closed Beta. Das bedeutet: Man kann auf der Homepage eine Einladung beantragen. Nach und nach werden immer mehr User zugelassen. Ist man an der Reihe, bekommt man per E-Mail die entsprechende Einladung und kann dann auch gleich loslegen. Auf diese Weise wächst die Community kontrolliert. Da sich das Netzwerk noch in der Entwicklung befindet, ist das sehr wichtig.

ello

Mir gefällt das Konzept, es klingt gut durchdacht und fair. Eigentlich ist die Zeit reif für ein solches Netzwerk. Werden die eigenen Ansprüche  eingehalten, könnte Ello ein interessantes Social Network werden. Erfolg stellt sich aber nur bei Erfolg ein: Nur wenn möglichst viele Leute mitmachen, macht es Sinn, bei Ello vertreten zu sein. Ob das gelingen kann, wird sich erst zeigen.




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