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5G bietet bis zu 15 GBit/s – erst mal

16.03.2016 | Von Jörg Schieb

Profitipps

Auf der CeBIT habe ich mir eine Testanlage bei Vodafone angeschaut, die den LTE-Nachfolger 5G in einem Pavillion simuliert. Ein Mobilfunknetz, das bis zu 15 GBit/s bietet – erst mal. Später könnte es sogar mehr werden. Natürlich nicht zwingend für jeden einzelnen Nutzer, aber die Message ist klar: Wir bekommen deutlich größere Bandbreiten. Das ist auch nötig.

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Smartphones und Tablets durchaus flott Daten übers Mobilfunknetz übertragen. Klar: Schneller wäre schön. Aber ist es auch nötig? Durchaus: Es gibt Anwendungen, die brauchen höhere Datenübertragungsraten, etwa autonome Fahrzeuge.

Als UMTS eingeführt wurde, schienen die anfangs zur Verfügung gestellten 384 kBit/Sekunde ultraschnell – es reichte jedenfalls, um sich auf einem Mobiltelefon Videos anzuschauen. Damals eine Sensation. Als wenige Jahre später LTE (4G) eingeführt wurde, konnten wir Nutzer uns bereits über mehrstellige Megabit pro Sekunde freuen. Theoretisch sind bei LTE bis zu 300 MBit/Sekunde drin.

Das mobile Surfen ist deutlich schneller geworden. Doch die Mobifunkprovider tüfteln bereits an der nächste Generation, die LTE ablösen soll: 5G. Im Testbetrieb sind hier bis zu 15 Gigabit pro Sekunde drin. Das ist 300 Mal schneller als LTE heute in der Praxis.

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So groß wie ein Kühlschrank

Auf der CeBIT kann man sich so ein 5G-Netz schon mal anschauen. Vodafone hat eine Testanlage aufgebaut. Das „Handy“ ist eine mehrere hundert Kilo schwere Truhe, vollgestopft mit Elektronik, die Antenne alleine ist größer als ein Tischcomputer. Doch die ersten Testanlagen waren schon immer groß, klobig und schwer. Was die Testanlage von Vodafone auf der CeBIT zeigen soll: Man ist mittlerweile in der Lage, das 5G-Tempo nicht nur im Labor und auf wenigen Millimetern hinzubekommen (das hat man im vergangenen Jahr schon mal auf der CeBIT gezeigt), sondern kann bereits einen kompletten Raum mit 5G abdecken.

Das klappt sogar bei einem sich bewegenden Objekt. Die Antennen der Sendeanlage verfolgen das Mobilgerät bei der Bewegung und sorgen so für optimalen Empfang. Das ist eine der Innovationen, die 5G mit sich bringt. Ich habe mir die 5G-Testanlage angesehen – und habe aufrichtig Schwierigkeiten mir vorzustellen, wie dieses Monster schon in vier Jahren in die Hosentasche passen soll.

Denn genau das ist der Plan: 2020 soll das 5G-Netzwerk starten. Dann muss die heute noch zentnerschwere Technik zwischen zwei hauchdünne Aluminiumplatten passen und akkuschonend ihren Dienst verrichten. Da kommt noch einiges an Arbeit auf die Ingenieure zu. Nicht nur bei den Mobilfunkprovidern, sondern auch bei den Geräteherstellern. Denn die müssen schließlich die winzigen Sendeeinheiten verbauen.

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Hohe Bandbreite, geringe Latenz

Doch wozu das alles? Braucht man wirklich 10 GBit/Sekunde und mehr? Ein Konsument natürlich nicht. Wenn LTE sein mögliches Datentempo auch tatsächlich verfügbar macht, reicht das für Alltagsaufgaben völlig aus. Aber der zunehmende Bedarf nach Bandbreite bedeutet eben auch, dass sich immer mehr datenhungrige User die zur Verfügung stehende Bandbreite teilen müssen – was sinkendes individuelles Datentempo bedeutet. Abgesehen davon: Autonome Fahrzeuge, die ununterbrochen ihre Signaldaten austauschen, brauchen durchaus 10 GBit/Sekunde. Der Bedarf ist also längst da – und rollt erst recht auf uns zu.

Vor allem brauchen solche Anwendungen ein Netz mit geringer Latenz. Das bedeutet: Es müssen nicht nur viele Daten pro Sekunden übertragen werden, es darf auch keine allzu lange Zeit zwischen Anfrage und Antwort liegen. Das Netz muss deutlich schneller reagieren als heute. Das ist bei autonomen Fahrzeugen wichtig, aber auch bei anderen Anwendungen, etwa der Fernsteuerung von Anlagen. Da kann man sich keine Wartezeiten leisten.




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