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Mit Videos Geld verdienen: Amazon Direct Video

18.05.2016 | Von Jörg Schieb

Profitipps

Amazon ist weiter dabei, sich zu einem Medien-Konzern zu entwickeln Jetzt hat der Online-Dienst seine Video-Plattform aufgebohrt: Jeder kann hier Filme und Videos einstellen und damit Geld verdienen. Eine Frontal-Angriff auf YouTube.

Videos sind derzeit das große Thema im Netz. Das gilt für die sozialen Netzwerke, wo mit dem Smartphone aufgenommene Videos bevorzugt präsentiert werden, wie auch für klassische Video-Portale wie YouTube. Auch Online-Alles-Verkäufer Amazon setzt verstärkt auf Videos. Prime-Kunden können ja schon kostenlose Serien und Filme gucken, alle anderen können Serien und Filme kaufen, so ähnlich wie bei Netflix.

Doch nun ist Amazon noch einen Schritt weiter gegangen und bietet jedem die Möglichkeit, mit Videos Geld zu verdienen. Amazon will damit vor allem YouTube Konkurrenz machen.

 

Was genau hat Amazon da vor?

Amazon hat ein neues Programm namens Amazon Video Direct gestartet. Darüber kann jeder eigene Videoinhalte, also Filme, Kurzfilme, Episoden, Dokus über die Plattform von Amazon vertreiben, verkaufen. Die Inhalte werden dann auf den unterschiedlichen Platt-Formen von Amazon ausgespielt, vor allem bei Amazon Video und Amazon Prime Video. Das Ganze  ist nicht ganz so freizügig wie bei YouTube, wo jeder so ziemlich alles hoch laden kann.

Aber: Amazon will hochwertige Inhalte haben, die eben nicht nur aus Hollywood oder aus den Fernseh-Studios kommen. Das Angebot wird größer – und Amazon verdient damit Geld, weil die Urheber der Videos ein Preis-Schild an ihre Inhalte heften können.

Amazon Prime

Wie funktioniert das denn, wie verdienen die Inhalts-Anbieter mit ihren Videos Geld?

Es gibt verschiedene Wege, mit den Inhalten Geld zu verdienen. Entweder, die Zuschauer müssen nichts dafür bezahlen, dann ist alles werbe-finanziert und die Video-Anbieter bekommen 55 Prozent der Einnahmen. Vor, während oder nach den Videos erscheinen Werbe-Blöcke. Oder sie stellen ihre Inhalte den Usern kostenlos auf Prime Video zur Verfügung.

Hier können Amazon-Kunden kostenlos schauen – die Inhalte-Anbieter bekommen dann 15 pro Streaming-Stunde in den USA, 6 Cent in den anderen Märkten. Das ist natürlich nicht besonders viel. Oder aber, die Zuschauer müssen konkret etwas bezahlen, um die Inhalte anschauen zu können. Vielleicht 1 EUR pro Video – dann bekommt der Anbieter davon 50 Prozent.

 

Ist das denn ein Markt? Videos, die etwas kosten?

Absolut. Mit Vimeo gibt es bereits ein Video-Portal, das Videos gegen Bezahlung anbietet. Hier kann man nicht nur gut gemachte Dokumentationen oder Comedy sehen, sondern auch Lern-Videos zu Themen wie Yoga oder Ski fahren oder Zaubern. Jeder, der etwas gut kann, kann seine Videos anbieten.

Der Zuschauer bezahlt mal für ein Video, mal für eine Staffel, ein Abo oder einen monatlichen Mix-Betrag, alles denkbar. So etwas erlaubt hochgradig spezialisierte Angebote, das ist interessant für die Inhalts-Anbieter und für die Zuschauer. Aber für einen lohnt sich das natürlich besonders: Amazon, die verdienen ja an allem mit. Stellen dafür aber auch die Plattform bereit.

 

Wie funktioniert das denn bei YouTube – da sind doch bislang alle Videos kostenlos?

Wer mit YouTube-Videos Geld verdienen will, der ist auf große Zuschauer-Zahlen angewiesen. Man bekommt einen Anteil der Werbe-Einnahmen, so ähnlich wie beim neuen Video-Angebot von Amazon. Auch YouTube denkt über kostenpflichtige Angebote nach. Möglicherweise soll schon Anfang des kommenden Jahres YouTube Un-plugged an den Start gehen: Da sollen dann Inhalte von Fernseh-Sendern ganz offiziell auf YouTube abrufbar sein.

Dafür sollen die Nutzer aber eine Gebühr bezahlen… YouTube ist da mit vielen großen Fernseh-Anstalten im Gespräch. Auch mit bezahlten Videos experimentiert YouTube, allerdings wird das noch nicht flächen deckend angeboten, anders als bei Vimeo, wo das bereits gut machbar ist.

 

Iin welche Richtung wird sich das entwickeln?

Ich bin davon überzeugt, dass wir künftig eher mehr als weniger Bezahl-Inhalte sehen werden. Ständige Werbe-Unterbrechungen will man halt auch beim Internet-Video nicht. Bei einem Privat-Video mag das noch angehen, aber ernsthafte Dokumentationen will man nicht immer durch Werbung unterbrechen – abgesehen davon wirft das nicht genug ab, um wirklich hochwertige Inhalte anbieten zu können.

Eine Aufgliederung des Marktes in werbe-finanziert und bezahlte Inhalte ist deshalb die zwangsweise Folge. Dass hier aber jeder mitmachen kann und selbst ausprobieren kann, ob sich andere für die Filme interessieren und was sie zu zahlen bereit sind, das ist das Neue – und das hat Amazon meiner Ansicht nach ziemlich gut erkannt.




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