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Apple und sein HomePod

15.06.2017 | Von Jörg Schieb

Tipps

Auch Apple bautet jetzt einen Digitalen Assistenten für zu Hause. Allerdings kommt der HomePod getaufte Lautsprecher erst Ende des Jahres auf den Markt – und ist deutlich teurer als die Konkurrenz.

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple jetzt den HomePod vorgestellt. Dsa ist ein WLAN-Lautsprecher, den man sich ins Wohnzimmer oder in die Küche stellt und mit dem man reden kann. Siri macht’s möglich. Damit folgt Apple einem aktuellen Trend.

Erstaunlicherweise wird der HomePod aber erst Ende des Jahres ausgeliefert – und das auch erst mal nur in USA, Australien und Großbritannien. In Deutschland kommt der HomePod nicht vor 2018 auf den Markt. Angesichts der Tatsache, dass Apple der letzte große Player am Markt ist, der in diesen Markt einsteigt, sind das erstaunliche Trödelfristen.

HomePod: Schick, aber uninspiriert

Das wäre wohl noch zu verschmerzen, wenn der HomePod verzaubernde Funktionen zu bieten hätte, die man von Apple erwartet. Ihr wisst schon: Etwas, was kein anderer Anbieter im Programm hat. Ein “Wow”-Feature. Aber: Fehlanzeige. Der HomePod ist in puncto Funktionsumfang vor allem im Vergleich zu Amzons Alexa eher ein trauriger Zwerg.

Außer beim Preis: 350 Dollar (rund 310 EUR), das ist deutlich teurer als die Konkurrenz, egal ob Amazon Alexa, Google Home oder Microsofts Invoke. Die Soundqualität soll beim HomePod deutlich besser sein. Aber ob man für die versprochene bessere Akustik einen solchen Aufpreis bezahlen möchte, ist  fragwürdig.

Denn bei den Digitalen Assistenten für die eigenen vier Wände geht es weniger um die Hardware, es geht um die Software. Jeder Assistent ist nur so gut wie die Technologie, die im Hintergrund ihren Dienst verrichtet. Wie gut werden die Fragen verstanden? Wie nützlich sind die Antworten? Welche Funktionen stehen zur Verfügung? Nur Musik abspielen und Infos aus dem Netz holen, das ist auf Dauer zu wenig. Man will auch sein Smart Home damit steuern und vieles mehr.

 

Amazon hat die Nase vorn

Hier hat Amazon eindeutig die Nase vorn. Zum einen hatte Amazon unbestreitbar als erster die Idee, ein solches Gerät zu bauen. Zum anderen hat Amazon den zeitlichen Vorsprung genutzt, um sich um die Funktionsvielfalt zu kümmern: Jeff Bezos hat die “Skills” erfunden, jene Erweiterungen für den Heim-Lautsprecher, die dem Assistenten zusätzliche Funktionen spendieren. Jeder kann Skills entwickeln – und so den Assistenten nutzen, um eigene Inhalte zu verbreiten oder Dienstleistungen anzubieten.

Bedeutet für Apple konkret: Apple muss sein Siri aufbohren und dafür sorgen, dass der Sprachassistent deutliche Fortschritte macht.. Apple Siri war einer der ersten Assitenten, mit denen man sprechen konnte. Apple wiederum hat diesen Vorteil nicht wirklich genutzt: Erst sehr spät wurde Siri auf für Android angeboten. Außerdem entwickelt Apple den Funktionsumfang von Siri nur sehr träge weiter.

Liebes Apple: So wird das nichts. Selbst Apple-Fans werden sich überlegen, ob sie sich einen HomePod nach Hause holen.




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