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iRobot will Daten verkaufen

25.07.2017 | Von Jörg Schieb

Hardware

Warum sich nicht ein bisschen bei der Hausarbeit helfen lassen? Es gibt erste Roboter, die das durchaus können. Zum Beispiel Saugroboter; Die sausen unentwegt durch die Wohnung und sammeln Krümel, Staub und Dreck auf, Doch sie sammeln nicht nur Schmutz sein, sondern auch Daten – und die will ein Hersteller von solchen Geröten jetzt verkaufen. Wie groß ist Deine Wohnung? Bald wissen es alle.

Doch nun zeigt sich: Solche Gedanken sind durchaus gerechtfertigt. Hersteller iRobot, der für seinen Saugeroboter Roomba bekannt ist, hat nun angekündigt: In Zukunft sollen die von den Robotern bei ihren Sauggängen ermittelten Daten an Dritte weitergegeben werden – gegen entsprechende Bezahlung.

Die Saugeroboter vermessen mit ihren Sensoren ständig die Wohnung: Wo sind Wände, wo Treppen, wo stehen Stühle und Tische? Diese Daten sind wichtig, damit der Saugeroboter seine Arbeit optimieren kann und nicht jedes Mal gegen dasselbe Tischbein fährt. Solche Daten zu sammeln, ist also durchaus plausibel und sinnvoll.

iRobot will Daten verkaufen

Doch iRobot will die Daten an andere Hersteller verkaufen. An andere Hersteller von Smart-Home-Geräten. Auch das könnte durchaus sinnvoll sein, denn auch für andere Geräte kann es hilfreich sein zu wissen, wo die Treppe anfängt und wo ein Stuhl steht.

Aber denken wir das mal zu Ende: Jedes Smart-Home-Gerät hat andere Sensoren, weiß andere Dinge über eine Wohnung oder das Geschehen darin. Bewegungssensoren wissen, wann ein Raum betreten wird. Das Thermostat, welche Wohlfühltemperatur die Bewohner haben. Die Messsteckdose, wie viel Strom der Fernseher verbraucht und, und, und…

Im Produktvideo ist zu sehen: Roboter erstellt Grundriss der Wohnung

Eine immense Dummheit

Wie präzise die Sensoren von so einem Saugeroboter arbeiten, zeigt das Produktvideo von iRobot. Der Roboter erstellt beim Saugen so ganz nebenbei einen Grundriss. Da ist nicht nur zu sehen, wo die Mauern sind, sondern sogar, wo die Möbel stehen – und wo der Roboter Holz, Stein oder Teppich saugt. Wirft man all die Daten zusammen, die von Haushaltsgeräten aller Art gesammelt werden, entstehen Profile, die derart konkret und auch präzise sind, dass sogar die neugierige Nachbarin vor Neid erblasst. Willkommen in der Zukunft!

Ich halte es für einen schweren Fehler, dass ein Hersteller von solchen Geräten es tatsächlich erwägt, die Daten weiterzuverkaufen – also Kapital daraus zu schlagen, dass es Kunden gibt, die dem Hersteller vertrauen und ihre Geräte in die Wohnung lassen. Wer so etwas tut, der verspielt jedes Vertrauen – und begeht eine riesige Dummheit.




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