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Digitale Dolmetscher: Was sie wirklich können

25.09.2017 | Von Jörg Schieb

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Computer, Smartphones, Apps und Onlinedienste sind immer häufiger beim Übersetzen von Texten behiflich. Manche Übersetzung gelingt exzellent, andere sind eine Katastrophe. Doch insgesamt werden Übersetzungen immer besser. Was ist heute möglich – und was in Zukunft?

Das Smartphone ist heute eine Art Dolmetscher. Wir können auch unterwegs Wörter oder Sätze übersetzen lassen – und uns so einigermaßen verständigen. Selbst Speisekarten oder Schilder: Google Translate bietet eine Funktion, die Texte übersetzt, die wir in unserer Umgebung sehen. Einfach mit der Kamera drauf halten. Wie gut das funktioniert, zeigt dieses Spaßvideo von Google: Der Songtext von La Bamba – auf Schildern geschrieben und live übersetzt.

Google Translate ist einer der beliebtesten Übersetzer-Dienste. Denn zum einen ist der Service gratis, zum anderen gibt es sogar eine kostenlose App – und Google Translate funktioniert auch ganz gut.

Sehr praktisch ist, dass man sich die fremdsprachigen Übersetzungen sogar vorlesen lassen kann. Prima, um andere Sprachen zu lernen – oder einfach, um es anderen Leuten vorzuspielen.

Übersetzungen lernen durch Studium von Texten

Moderne Übersetzungsdienste wie Google Translate, Bing Translate und Co. übersetzen aber nicht Wort für Wort. Das wäre viel zu fehleranfällig. Nein, diese Dolmetscher lernen. Sie studieren Texte, Artikel, Bücher, E-Mails, Reden, Ansprachen – und die vorhandenen Übersetzungen von Menschenhand. Daraus lernen sie, was einzelne Wörter, Ausdrücke im Kontext bedeuten. Dadurch werden die Übersetzer immer besser. Perfekt sind sie aber leider noch nicht.

Der nächste Schritt wird sein, dass das, was jemand anders in einer fremden Sprache sagt, sofort übersetzt wird. Simultan. Mit einem Knopf im Ohr von Waverly Labs. Klingt nach Science-fiction oder nach dem berühmten Babelfisch, den sich die Leute im Roman ‚Per Anhalter durch die Galaxis’ ins Ohr stecken? In der Tat – aber solche Geräte kommen.

Der Dolmetscher im Ohr

Es scheint zu funktionieren: In einem Demovideo kann man den Dolmetscher als Knopf im Ohr im Einsatz sehen. Die beiden Probanden im Film haben einen solchen Dolmetscher im Ohr stecken. Sie spricht Französisch – er Englisch. Alles Gesagte wird sofort übersetzt – und ins Ohr geflüstert. So können sich die beiden tatsächlich unterhalten.

Die Mini-Dolmetscher von Waverly Labs sollen jetzt im Herbst auf den Markt kommen. Es gibt sie in verschiedenen Farben. Und es wurden bereits mehrere Tausend Geräte vorbestellt – für 300 EUR pro Gerätepaar. Wenn sie wirklich funktionieren, wäre das zweifellos gut investiertes Geld. Ist alles eine Frage von der Qualität der Übersetzung.

Wie gut arbeiten Übersetzer?

Es ist also entscheidend, wie gut die digitalen Dolmetscher arbeiten. Je weniger Fehler, desto besser. Doch selbst die Guten wie zum Beispiel Google Translate haben noch ihre Macken und Schwächen. Selbst bei einem weltberühmten Text wie „Der kleine Prinz“, von dem nun wirklich Übersetzungen in allen Sprachen vorliegen (hier der Text im Original), wird nicht korrekt übersetzt.

Der berühmte Satz: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, sagt ja bekanntlich der Fuchs in der Geschichte, wird von Google Translate nicht perfekt ins Französische übersetzt. Weder in die eine, noch in die andere Richtung.

Deep Learning

Doch nun gibt es einen Übersetzer, der – dank Deeplearning im neuronalen Netzwerk – deutlich besser übersetzt als andere automatische Dolmetscher. Unter www.deepl.com kann man das kostenlos ausprobieren.

DeepL spricht 42 Sprachen – und das ziemlich gut. Die berühmte Textpassage aus dem kleinen Prinzen wird jedenfalls tadellos übersetzt. Hier werden nicht Wörter oder Sätze übersetzt, sondern auch Stimmungen transportiert. Möglich wird das, weil dieselben Anbieter eine weltweite Übersetzungsdatenbank entwickelt haben, mit jeder Menge Redewendungen.

Noch arbeiten die Übersetzer also alles andere als perfekt – aber einige von ihnen werden schon richtig gut. Wenn man diese Fähigkeiten kombiniert mit anderen technischen Lösungen, Beispiel: Knopf im Ohr, sind wir nicht mehr weit entfernt davon, alle Sprachen sprechen und verstehen zu können.

Dann braucht es nur noch einen Dolmetscher Mann-Frau. Fremdsprachen selbst zu lernen bleibt natürlich trotzdem spannend und kann Spaß machen.

 

 

 




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