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Seit 35 Jahren Emoticons – und Emojis

30.09.2017 | Von Jörg Schieb

Internet

Lachgesicht. Einhorn. Affe. Länderflaggen. Kackhaufen… Klingt ein bisschen nach Kindersprache, ist es vielleicht auch, doch all diese Zeichen und Symbole sind heute Alltag in der Kommunikation von Milliarden Menschen. Viele setzen heute regelmäßig Emojis ein. Kleine bunte Sinnbildchen, die Emotionen oder Inhalte transportieren sollen.

Giraffe. Zebra. Sandwich. Dinosaurier. Vampir. Frau mit Kopftuch. Das sind nur einige der neuesten Emojis, die seit Sommer auf vielen Smartphones zu finden sind. Mittlerweile gibt es fast 2000 von ihnen – schwierig, da immer das Passende auszuwählen. Und auch, richtig verstanden zu werden. Diese drei hier zum Beispiel könnten bedeuten: Ich entspanne gerade in der Sonne.

Erfunden wurden die Emojis übrigens in den 90er Jahren – in Japan. Vorher wurden sogenannte Emoticons verwendet, also diese berühmten Zeichenfolgen, die aussehen wie Gesichter, wenn man seinen Kopf zur Seite neigt. Emoticons gibt es seit genau 35 Jahren!

Anfangs 180 Emojis, heute über 2000

Bei Emojis ist das nicht nötig – da sieht man gleich, was gemeint ist. Der Begriff Emoji kommt übrigens aus dem Japanischen und bedeutet: (e) Bildhafte (moji) Schriftzeichen. Das trifft es ja ganz gut. Gestartet ist alles mit knapp 180 Emojis. Heute haben wir die Qual der Wahl aus rund 2.000.

Einige von ihnen gibt es sogar in verschiedenen Varianten – oder besser: Hauttönen. Wie dieses hier: Können wir in hell, dunkel oder sehr dunkel auswählen – um die verschiedenen Hauttypen abzudecken. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlt.

Das hat uns eine regelrechte Emoji-Inflation beschert. Welche Emojis es gibt und was sie bedeuten, kann man im offiziellen Nachschlagewerk nachschauen: Emojipedia. Da bekommt man jede Menge Infos zu jedem Emoji. Derzeit zwar nur in Englisch, aber trotzdem sehr aufschlussreich und interessant.

Emojis sehen unterschiedlich aus

Wichtig zu wissen: So ein Emoji sieht nicht auf jedem Rechner oder Mobilgerät gleich aus. Das Smiley zum Beispiel: Im iPhone sieht es so aus – in einem Android-Smartphone so. Es gibt kleine Unterschiede. Bei jedem Bildchen. In Emojipedia kann man nachschauen, wie ein Emoji bei Google, Apple, Microsoft, Facebook und Co. aussieht. Das ist schon interessant – denn es gibt mitunter erhebliche Unterschiede. Missverständnisse nicht ausgeschlossen.

Aber welche Emojis werden besonders häufig verwendet? Das kann man mit dem Emojitracker herausfinden. Das ist eine Live-Statistik, die herausfindet, welche Emojis aktuell in Tweets aus aller Welt auftauchen. Eigentlich immer auf den ersten Plätzen: das Lachgesicht mit Tränen, das rote Herz, das Smiley mit herzförmigen Augen.

Moby Dick als Emoji Dick

Aber Emojis kommen nicht nur als Beiwerk in Nachrichten vor. Den Klassiker „Moby Dick“ gibt es komplett in Emojis geschrieben und erzählt. Man kann das Buch als eBook kaufen – oder gedruckt. Die Printausgabe ist allerdings aufgrund der niedrigen Auflage extrem teuer. Das Projekt soll zeigen, dass es durchaus möglich ist, mit Emojis eine Geschichte zu erzählen.

Verrückt, oder? Mehr als ein Gag ist das natürlich nicht. Emojisch ist keine Sprache. Man kann mit Emojis nicht alles sagen. Schon gar nicht unmissverständlich. Es ist und bleibt eine Frage der Interpretation. Und es kommt immer wieder zu Missverständnissen, weil in der westlichen Welt Bilder anders verstanden werden als in der asiatischen.

Das hier zum Beispiel: Ein Emoji mit einer Träne. Oder Schnupfen. Sagen wir im Westen. In Asien wird das Emoji für jemanden verwendet, der gerade schläft. Also: Aufgepasst bei der Verwendung von Emojis.

Animiji: Animierte Emojis

Apple treibt den Emoji-Wahn noch ein bisschen weiter. Im neuen iPhone X, das Anfang November auf den Markt kommen soll, ist ja eine Gesichtserkennung eingebaut. Man kann damit verschiedene Emojis zum Leben erwecken – Animojis genannt. 50 Gesichtsmuskeln werden erkannt. Und so kann man im Emoji sehen, ob man fröhlich ist, traurig – oder sauer. Die Emotionen werden auf die Emojis übertragen.

Funktioniert derzeit nur innerhalb der Apple-Welt. Ist aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich das generell durchsetzt. Kleiner Tipp noch zum Schluss: Wer auf einem PC Emojis eingeben möchte, wird diese Webseite nützlich finden. Getemoji.com. Hier findet man alle Emojis – und kann sie per Copy and Paste übernehmen und eingeben. Praktisch.




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