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Windows Mobile 10 geht in den Ruhestand

11.10.2017 | Von Jörg Schieb

Windows

Ein Microsoft-Manaher hat auf Twitter das Ende für Windows Mobile 10 und damit für alle Windows-Smartphones verkündet. Angesichts von Marktanteilen von 0,1% ist das wohl eine wirtschaftlich kluge Entscheidung.

Wer als Windows-Fan noch einen Funken Hoffnung hatte, dass Microsoft sein mobiles Betriebssystem Windows Mobile 10 weiterentwickeln könnte, kann diese Hoffnung nun endgültig begraben. Niemand geringerer als der für diesen Bereich zuständige Manager Joe Belfiore hat auf Twitter verkündet: Microsoft entwickelt das mobile Betriebssystem nicht weiter. Man habe „sehr hart“ daran gearbeitet, Windows Mobile 10 erfolgreich zu machen. Ohne Erfolg. Das Windows-Phone ist damit offiziell für tot erklärt.

Das Aus für Windows Mobile

Ich finde das äußerst schade. Aus gleich mehreren Gründen. Der wohl wichtigste: Der Mobilmarkt kann eigentlich locker drei Keyplayer vertragen, also Google, Apple und Microsoft. Künftig hat man definitiv nur noch die Wahl zwischen Android und iOS. Das stärkt die Macht der beiden Großen, vor allem Google. Der zweite Grund: Es ist schade um Windows Mobile 10. Das mobile Betriebssystem mit dem Kachel-Design kann sich wirklich sehen lassen, ist intuitiv, einfach in der Handhabung, modern, vielseitig und gelungen.

Auch die Lumia-Smartphones, die es dann wohl auch nicht länger geben wird, sind gute Geräte. Der Datenaustausch zwischen mobilen Windows-Geräten und Tischcomputern funktioniert tadellos. Daran hat es also nicht gelegen. Grund dafür, dass so wenige Menschen zu Windows-Smartphones gegriffen haben, ist eher die geringe Unterstützung bei den Entwicklern.

Die meisten Apps gibt es nur für Android und iOS und nicht für Windows Mobile. Auch WhatsApp hat Windows Mobile nicht mehr unterstützt, selbst die konzerneigene Tochter Skype hat die mobile Plattform aufgegeben. Das ist natürlich kein Zustand.

Microsoft bietet seinen Browser Edge für iOS und Android an[/caption]

Zu wenige User, zu wenige Entwickler

Verständlich: Entwickler müssen sich gut überlegen, wofür sie ihre Software entwickeln. Und natürlich fängt man mit den Marktführern an – und nicht bei einem Betriebssystem mit 0,1 Prozent Marktanteil. Success feeds success. Wer einmal erfolgreich ist, hat eine hohe Chance, es auch zu bleiben. Aber natürlich keine Garantie, wie Microsoft selbst eindrucksvoll unter Beweis stellt. Trotz eines Marktanteils von weit über 90% mit Windows ist es dem Unternehmen nicht gelungen, diesen Erfolg in die Mobilwelt zu übertragen. Das ist ein riesiges Versagen – und sollte allen eine Lehre sein. Auch Google und Apple.

Microsoft wird dennoch nicht aus der Mobilwelt verschwinden. Das Unternehmen macht einen sehr guten Job im Cloud-Geschäft, ist mit der Server-Plattform Azure gut aufgestellt und hat seine wichtigsten Anwendungen (Office und Co.) fit gemacht für die Mobilwelt.

Es gibt schon lange Versionen für iOS und Android. Selbst den Edge-Browser, der zunächst für Windows 10 entwickelt wurde, wird demnächst für iOS und Android angeboten. Microsoft will also anders in der Mobilwelt präsent sein: Mit seinen Anwendungen, seinen Apps und seinen Onlinediensten. Das ist nicht ganz dasselbe – aber für Microsoft vielleicht zielführender.

Halten wir fest: Google hat gewonnen. Microsoft verloren. Das Spiel. Nicht das Turnier.




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