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Vodafone setzt auf IoT: V-Pet, V-Bag, V-Car und mehr

10.11.2017 | Von Jörg Schieb

Internet

Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass nicht nur Smartphone, Tablet und Smart-TV online gehen können, sondern auch andere Geräte, etwa die digitalten Sprachassistenten oder Smart-Home-Geräte wie Rauchmelder. Ein Trend, der sich „Internet of Things“ nennt, das Internet der Dinge. Weil die Geräte ständig mit dem Internet verbunden sind.

Doch bislang nur im WLAN zu Hause. Die Zukunft sieht aber so aus: Geräte nutzen Mobilfunk, um online zu sein. Vodafone wagt jetzt eine Offensive und spricht als erster Anbieter überhaupt im großen Stil  Privatanwender an – mit „IoT“-Lösungen. Was ist davon zu halten?

es geht gleich um mehrere Produkte, mit denen Vodafone punkten will, die sich V-Pet, V-Bag, V-Car und V-Camera nennen und seit Dienstag (07.11.2017) ganz offiziell bei Vodafone zu haben sind. V-Pet zum Beispiel ist ein GPS-Ortungsgerät, das man seinem Haustier (Hund, Katze, Maus…) um den Hals hängen kann. Dank GPS-Empfänger lässt sich stets der aktuelle Aufenthaltsort bestimmen – und dank integrierter SIM-Karte dieser Aufenthaltsort auch per Mobilfunk übermitteln.

Mit V-Bag lassen sich Taschen, Rucksäcke oder Tornister orten. Mit V-Camera kann eine Außen-Webcam auch ohne WLAN betrieben werden. Solche Ortungsgeräte gibt es schon länger, doch Vodafone macht es den Leuten einfach: Sie verkaufen die Hardware zusammen mit der Infrastruktur, denn jedes Gerät ist mit einer Mobilkarte ausgestattet, kann also immer online gehen. Die Hauskatze – always on.

Kontrolle und Steuerung über App

Aber wie muss masn sich das vorstellen: Ich schaue auf meine Smartphone-App und kann dort sehen, wo sich gerade mein Kind, mein Hund oder mein Auto befinden? Selbst Gepäck? Genauso so funktioniert es. Vodafone-Kunden bekommen eine spezielle App an die Hand und können dort nicht nur sehen, wo ihre Liebsten, Tiere oder ihre Sachen sind – man kann auch sein Reisegepäck mit einem Tracker ausstatten –, sie bekommen auch den zurückgelegten Weg angezeigt.

Es ist auch möglich, ein Areal zu definieren: Wird es verlassen, ertönt ein Alarm. Auf diese Weise bekommt man zum Beispiel mit, wenn ein Tier oder auch das Kind den heimischen Bereich verlässt. Das ist alles sehr elegant und komfortabel gelöst, für Privatleute eben.

 Kamera mit Mobilfunk

Die V-Cam ist in der Lage, einen Raum oder einen Außenbereich zu überwachen – und die Bilder via Mobilfunk zu übertragen. Bewegt sich etwas, wir das Video aufgezeichnet und in die Cloud geladen. Erstmals braucht man dafür kein WLAN. Man kann die Kamera also zum Beispiel in seinem Ferienhaus anbringen. Oder an einem anderen Ort, wo man keinen Zugriff auf ein WLAN hat. Da sind viele ausgefallene Einsatzzwecke denkbar, nicht alle über jeden Zweifel erhaben.

 

Teures Spielzeug

So ein GPS-Tracker kostet einmalig 50 EUR, der fürs Gepäck sogar 70 EUR, das Gerät fürs Auto 80 EUR. Hinzu kommen die laufenden Kosten von 7 EUR im Monat für die V-SIM. Das ist das eigentliche Geschäft von Vodafone. Die wollen natürlich Mobilfunkverträge verkaufen. 7 EUR im Monat, nur um per App und darüber per Mobilfunk den Aufenthaltsort abfragen zu können, ist nicht wenig,

Wer drei Haustiere und drei Kinder hat, bräuchte schon sechs Karten – zahlt also 42 EUR im Monat, Es ist abzusehen, dass das nur ein erster Schritt ist. Vermutlich wird man künftig Pakete mit mehreren Karten buchen können, die dann günstiger sind. Vodafone will eindeutig einen Fuß in die Tür bekommen und den Markt kennenlernen.

Datenschutz und Datenkontrolle

Aber was ist mit dem Datenschutz? Wir werden doch so schon genug überwacht, Stichwort Smartphone. Was, wenn wir uns freiwillig noch mehr Tracker im wahrsten Sinne des Wortes um den Hals binden? Genau das ist grundsätzlich eins der großen Probleme bei Internet of Things. Wer sein Auto, sein Rad, sein Gepäck und womöglich auch Kinder und Haustiere mit Trackern ausstattet, sammelt unweigerlich mehr Daten über sich – und kann diese kaum bis gar nicht kontrollieren, wie die Vergangenheit zeigt.

Das bedeutet: Man ist wirklich gut beraten, sehr entschlossen abzuwägen, ob der Nutzen den möglichen Nachteilen überwiegt. Über das Thema Datensicherheit wird im Zusammenhang mit Internet of Things auch viel zu wenig gesprochen. Auch Vodafone macht bei seiner Marketinginitiative einen weiten Bogen darum. Als wolle man das Thema lieber erst gar nicht ansprechen.

Sicherheitsrisiken

Der konkrete Datenschutz, also wer erfahren darf, wo sich ein Gerät gerade befindet, ist ja auch nur ein Aspekt. Ein anderer ist die Kontrolle. Ist es für Privatmenschen überhaupt möglich, solche Geräte sicher zu betreiben? Wir wissen, dass Internet of Things eins der größten Sicherheitsprobleme der nahen Zukunft ist. Denn Geräte, die immer online sind, lassen sich eben auch hacken und missbrauchen. Fremde könnten Sicherheitslücken ausnutzen, etwa um den Standort auszulesen – oder gleich das Gerät kapern und für andere kriminelle Zwecke nutzen.

Es hat schon Bot-Netzewerke aus unzureichend abgesicherten IoT-Geräten gegeben, die zum Angriff auf Server missbraucht wurden. Das Problem ist ja, dass normale Privatnutzer niemals sehen könnten, ob ein externes Gerät ein Sicherheitsleck hat, geschweige wüssten, wie man das Problem beseitigt, etwa indem Updates eingespielt werden.

geralt / Pixabay

 

 

 

 




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