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Funktionsweise und Einsatz von Barcodes

13.11.2017 | Von Jörg Schieb

Other

Beim Barcode handelt es sich um einen Code, der mit vergleicbar geringem technischen Aufwand optisch lesbar ist. Mithilfe dieses speziellen Codes lassen sich Daten maschinell erfassen, auslesen sowie scannen. Aber welche Arten von Barcodes gibt es, wie unterscheiden sie sich und welche Möglichkeiten bieten sie?

Barcodes bestehen aus parallel zueinanderstehender Balken, Lücken und Striche unterschiedlicher Breite. Dabei existiert der Barcode schon seit 1949. Die in der heutigen Zeit noch üblichen Barcodes wie

  • Codabar
  • Code 2/5 interleaved
  • Code 39
  • EAN/UPC

wurden in den 1970er Jahren entwickelt.

Weiterhin erfolgte die Entwicklung von Barcodes, die als 1D-Codes und 2D-Codes bekannt sind. Wobei Letztgenannter eine Weiterentwicklung des linearen Barcodes 1D ist. Während jener ausschließlich Informationen eindimensional darstellt, kann der 2D-Code Informationen zweidimensional darstellen.

Weitere Unterschiede existieren in Form des Matrix-Codes und Stapelcodes. Deren Entwicklung nahm ihren Anfang in den 1980er Jahren. Am bekanntesten sind

  • Aztec-Code
  • DataMatrix
  • MaxiCode
  • PDF417
  • QR Code.

2009 gab es die letzte größere Entwicklung bei Barcodes. Denn in diesem Jahr ist die EAN durch GTIN – Global Trade Item Nummer – ersetzt worden. Im Wesentlichen kam es hierbei zur Namensänderung. Die neue internationale Identifikationsnummer besitzt nach wie vor 13 Ziffern. Und die bislang bekannten EAN-Nummern verlieren ihre Gültigkeit nicht. Allerdings konnte sich die neue Bezeichnung bislang im Sprachgebrauch nicht richtig durchsetzen.

Barcodes finden sich zwischenzeitlich auf einer Vielzahl an Produkten des täglichen Bedarfs. Hierzu zählen neben Nahrungsmitteln auch Konsumgüter, wie zum Beispiel

  • Bücher und Zeitschriften
  • Ersatzteile
  • Päckchen und Pakete.

Stark verbreitet ist das AUTO-ID-Medium. Optische Identifikationsverfahren wie Barcodes weisen aktuell einen Marktanteil von 75% auf.

RomanoWalloy / Pixabay

 

Wie lassen sich Barcodes lesen?

Mithilfe von Scannern erfolgt ein Abtasten der Oberfläche. Dabei erkennt die integrierte Software die schwarzen und weißen Striche und wandelt diese in ein binäres Signal um. Die Erkennung erfolgt mittels Laserstrahl oder Bilderfassung über eine Kamera.

Als Privatperson finden gegenwärtig zum überwiegenden Teil verschiedene Apps für das Handy, Tablet oder Smartphone zum Lesen von Barcodes ihren Einsatz.

Welche Vorteile bergen Barcodes?

Barcodes lassen sich bequem auf Etiketten drucken. Dadurch sind sie eine kostengünstige Alternative zum herkömmlichen Preisetikett. Insbesondere 2D-Codes bieten eine hohe Datendichte und benötigen trotzdem nur wenige Millimeter.

Bedingt durch den sehr hohen Standardisierungsgrad von Barcodes lassen diese sich auf zahlreiche Unternehmen ausdehnen.

Die im Barcode gebündelten Informationen verringern die Fehlerquote. Gleichzeitig lässt sich der Erfassungsvorgang steigern.

Basierend auf dieser Technologie lassen sich hohe Kosten einsparen. Viele Daten sind in einem einzigen Code abspeicherbar, beispielsweise komplette Anschriften bei Paketdiensten.

Wo finden Barcodes in der Industrie ihren Einsatz?

Oftmals werden Barcodes im Bereich der Logistik eingesetzt. So eignen sie sich sehr gut in Verteilerzentren von Paketdiensten. Pakete können einzeln gescannt und richtig gelagert auf das Förderband gepackt werden. Durch die Erfassung des Barcodes ist das System in der Lage, das entsprechende Paket an die richtige Stelle zu transportieren.

Zahlreiche Prozesse lassen sich dank Barcodes automatisieren. So sind diese auch für die Einführung der RFID-Technik die Grundvoraussetzung. Fertigungsunternehmen profitieren von beiden Technologien, da sie ein effektives, schnelles Management von Lieferketten optimal unterstützen.

Das Barcodesystem kann sehr gut allein funktionieren. Bevor ein Arbeiten mit der RFID-Technik möglich ist, macht sich jedoch zunächst die Etablierung eines funktionierenden Barcodesystems erforderlich. Dies beruht auf der Tatsache, dass die neue Funktechnologie als Ergänzung zum Barcode gedacht ist und keinesfalls als kompletter Ersatz.

bosmanerwin / Pixabay

 

Weitere Einsatzmöglichkeiten von Barcodes

Einsatzmöglichkeit von Barcodes Beschreibung
Kassen Nahezu jeder Person sind Barcodes vom Einkauf bekannt. An jeder Kasse werden diese an Produkten unterschiedlicher Art gescannt. Ähnlich funktionieren Barcodes auch bei der Nachbestellung von Waren. Sowie ein bestimmtes Produkt an der Kasse als verkauft registriert wird, erhält der Verkäufer eine Meldung über den aktuell noch verfügbaren Bestand. Geht das Produkt zur Neige, kann die Kasse jenes automatisch über ein angeschlossenes Modem nachbestellen.
Labor Auch medizinisches Personal kann vom Barcode profitieren, beispielsweise im Labor. In modernen Laboratorien werden pro Tag mehrere Tausend Blutproben untersucht. Damit der Arzt nun kein falsches Resultat übermittelt bekommt, sind die Reagenzgläser mit einem Barcode versehen. Dieser enthält eindeutige Daten zur Identifikation des Patienten. Damit lässt sich die Blutprobe eindeutig der betreffenden Person zuordnen.
Lagerwirtschaft Aber auch in der Lagerwirtschaft haben sich Barcodes bewährt. Denn hier lassen sich der Lagerplatz- sowie Produktcode bei jeder einzelnen Lagerbewegung scannen. So weiß jeder Mitarbeiter, wo welches Produkt seinen Standort hat.
Produktion Fehler in der Lagerhaltung können zu Stillständen in der Produktion führen und somit die Kosten extrem in die Höhe schnellen lassen. Barcodes finden heute in den meisten Fällen in MRP Systemen ihren Einsatz. Dabei helfen sie bei der Erfassung des Ressourcenverbrauchs.
Transportwesen Im Transportwesen finden Barcodes ebenso ihren Einsatz. Und zwar beim Verschieben von Waren binnen weniger Stunden. Um die stets aktuelle Position der Waren feststellen und beispielsweise über das Internet abfragen zu können, findet der Barcode seine Verwendung.

 

Abhängig von den Anforderungen lassen sich verschiedene Barcode-Typen verwenden. Während in manchen Barcodes ausschließlich numerische Informationen enthalten sind, verbergen sich in einigen dieser Codes Buchstaben und Ziffern. Dies kann beispielsweise bei

  • Code 39
  • Code 93
  • Code 128

der Fall sein. Wobei der Barcode 128 sämtliche 128 Zeichen kodieren kann. Lineare Barcodes gestatten nur zwei verschiedene Breiten. Dahingegen erlauben Mehrbreiten-Codes drei und mehr Breiten.

Für neuere Barcodeprojekte macht sich zunächst eine Prüfung erforderlich, ob für dieses Produkt schon Normungen vorhanden sind. Sofern keine Beschränkungen vorliegen, findet sehr oft der Barcode 39 Verwendung. Dieser Code ist von nahezu sämtlichen Barcode-Systemen lesbar. Bei Nahrungsmitteln hat sich der Barcode 128 standardmäßig durchsetzen können.

Je größer die Breite der Balken ist, umso mehr Platz benötigt der Barcode beim Drucken. Dabei reduziert sich gleichzeitig die Dichte. Ein Barcode von geringerer Dichte lässt sich besser drucken und zudem leichter lesen als ein solcher mit einer hohen Dichte. Barcodes mit einer hohen Dichte hinterlassen beim Drucken meistens Verzerrungen.

 

Weitere Informationen zu Barcodes:

http://ean-suche.org/barcode-strichcode/

http://www.giga.de/apps/android/specials/die-besten-barcode-scanner-apps/

https://www.ident24.de/barcodesysteme/Barcodescanner/

 




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