Der Browser-Krieg geht in die nächste Runde: Demnächst ist Firefox 3 fertig. Schon jetzt kann jeder die Betaversion ausprobieren – und sich über neue Funktionen freuen.

Es ist wie beim Autokauf: Das perfekte Auto für jeden gibt es nicht – ebenso wenig den perfekten Browser, der allen gefällt. Jeder hat andere Vorstellungen, was ein Browser können soll. Darum ist es gut, dass Windows-Benutzer zwischen Internet Explorer, Firefox, Mozilla, Opera und Safari wählen können. Gleich fünf gute Browser.

Qual der Wahl also. Viele bleiben trotzdem bei dem, was sie kennen, und das ist der vorinstallierte Internet Explorer (IE). Andere surfen schon aus Prinzip nicht mit dem Internet Explorer, eben weil er von Microsoft kommt. Dazu gehöre ich ausdrücklich nicht, denn der Internet Explorer hat durchaus seine Stärken. Aber Firefox schätze ich, vor allem weil er schnell, sicher und flexibel ist.

Über 1300 neue Funktionen

Die Marktanteile des Firefox stagnieren allerdings seit einer Weile. Doch jetzt kommt Dynamik in den Markt: Die dritte Generation des populären Browsers hat wirklich eine Menge zu bieten und überrascht mit vielen gut durchdachten Details. Da werden die Entwickler in Redmond mächtig ins Schwitzen kommen.

Noch ist die finale Version von Firefox 3 nicht fertig, doch schon jetzt kann jeder unter http://www.springhin.de/firefox3 die aktuelle Betaversion laden. Über 1.300 Neuheiten und Verbesserungen haben die Entwickler gezählt. Vieles sticht sofort ins Auge: So reicht es bei Firefox 3 zum Beispiel, ein Stichwort in die Adresszeile einzugeben, schon präsentiert der Browser in jüngster Vergangenheit angesteuerte Webseiten, die dazu passen. Dieser Service erleichtert es ungemein, etwas wiederzufinden.

Schick auch die Möglichkeit, Webseiten zu verifizieren: Ein Klick auf das kleine Icon neben der Webadresse, schon präsentiert Firefox relevante Infos über die Webseite, unter anderem, ob ein gültiges Zertifikat vorliegt und ob die Webseite Cookies speichert (und welche). Ganz nebenbei warnt Firefox noch deutlicher als bislang vor verdächtigen Webseiten.

Verbesserter Download-Manager

Auch der Download-Manager wurde endlich verbessert: Abgebrochene Downloads lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Außerdem informiert Firefox besser als früher über den Status der Downloads. Gleich um Klassen besser als früher ist die Verwaltung von Lesezeichen: Ein Klick auf den gelben Stern in der Adresszeile genügt, um eine Webseite als Lesezeichen zu merken und gleichzeitig zu kennzeichnen. Außerdem lassen sich Lesezeichen mit Schlagwörtern verbinden. Das hilft, bestimmte Webseiten schneller wiederzufinden.

Gelungen finde ich auch, dass Firefox-Benutzer nun selbst entscheiden können, welche Anwendungen beim Öffnen einer Datei zum Einsatz kommen sollen. So lässt sich zum Beispiel festlegen, welcher Player zum Abspielen von MP3-Titel gestartet wird oder welches Programm im Web angeklickt PDFs bearbeitet. Sauber.

Firefox 3 bietet darüber hinaus einen pfiffigen Offline-Modus, der es erlauben soll, Web-Anwendungen wie Google Text und Tabellen oder Online-Kalender auch nutzen zu können, wenn der Rechner offline ist. Die Idee ist gut, schließlich ist der Trend zu Online-Anwendungen nicht zu übersehen. Allerdings funktioniert der Offline-Modus nur dann wie geplant, wenn die Online-Anwendungen den Betriebsmodus auch unterstützen.

Alternativen wie Safari

Firefox 3 wird schon bald das Betastadium verlassen und dann als Vollversion kostenlos für Windows, Linux und Mac OS zu haben sein. Das Softwarepaket ist trotz der vielen Neuerungen nur unmerklich auf rund 6,5 MByte angeschwollen.

Ein anderer schlanker und vor allem schneller Browser ist Safari: Seit einer Weile gibt es den ursprünglich für den Apple Mac entwickelten Safari auch für die Windows-Welt. Unter http://www.apple.de/safari kann jeder den Browser kostenlos herunterladen. Safari beeindruckt vor allem durch hohes Arbeitstempo und optische Gimmicks: Wie in der Apple-Welt üblich, klappen Fenster und Dialogboxen eine Spur hübscher auf und wieder weg als in schnöden Windows-Anwendungen.

Besonders gut gelöst ist die Suchfunktion: Fundstellen werden auf der geladenen Webseite besonders gut erkennbar markiert. Auch die Verwaltung von Lesezeichen und RSS-Feeds beherrscht Apples Safari etwas besser als andere Browser. Dafür gibt es für Safari aber deutlich weniger Erweiterungen. Außerdem ist Safari immer noch im Betastadium – und nicht mit deutscher Benutzeroberfläche zu haben, selbst Monate nach dem Start. Das enttäuscht dann doch ein bisschen.