Facebook hat versehentlich die Telefonnummern von rund sechs Millionen Mitgliedern weitergegeben. Nicht an Freunde, sondern mitunter an Fremde. Und obwohl das Datenleck in einer recht versteckten, selten benutzten Funktion verborgen war, sind eben trotzdem sechs Millionen Facebook-User betroffen.

Facebook hat mittlerweile weltweit 1,1 Milliarden Mitglieder, es hat also nur verhältnismäßig wenige Menschen erwischt. Ein unwohles Gefühl bleibt trotzdem zurück. Man muss sich halt immer fragen, wo Daten landen – und selbst wenn man einem Onlinedienst vertraut, schützt einen das, wie man sieht, nicht vor Pannen, Sicherheitsheitslecks oder Hackattacken. Vor Schnüffeleien durch Geheimdienste schon mal gar nicht.

Aber was ist bei Facebook schiefgelaufen? Normalerweise kann man selbst bestimmen, wer welche Informationen zu sehen bekommt. Selbst wenn man seine Telefonnummer bei Facebook hinterlegt: Ob sie jeder sehen darf oder nur Freunde oder nur bestimmte Personen – lässt sich alles in den berühmten Privatsphäreeinstellungen festlegen. Normalerweise hält sich Facebook auch daran. Doch wer seinen Kontaktordner, etwa auf dem Smartphone, mit Facebook synchronisiert, liefert auch die Daten anderer User an, etwa Rufnummern. Die speichert Facebook.

Stellt Facebook nun fest, dass sich zwei Personen kennen (im Hintergrund laufen stets komplexe Algorithmen ab, die versuchen, das soziale Geflecht zwischen Personen zu ermitteln, etwa wer alles am selben Arbeitsplatz arbeitet oder an derselben Uni studiert), liefert Facebook trotzdem normalerweise nur die Daten, die für diese Verbindung freigegeben sind. Durch eine Datenpanne bei der Freundschaftsempfehlung wurden aber teilweise nun auch Rufnummern und weitere E-Mail-Adressen weitergegeben, selbst von Leuten, die man gar nicht kennt. Ein Unding.

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Wo bleibt der Datenschutz?
Es sind keine guten Tage für amerikanische Onlinedienste und soziale Netzwerke. Das Vertrauen der User schwindet: Die meisten wissen, dass große Datenmengen angehäuft werden – und vertrauen den Diensten trotzdem erstaunlich viel an. Nun kommen noch die Abhöraktionen in bislang unbekanntem Ausmaß von NSA, FBI und britischem Geheimdienst dazu. Wenn dann auch noch Daten verschlampt werden und diese Daten Dritten in die Hände fallen, wird der Begriff „Datenschutz“ irgendwann zur Farce.

Natürlich: Pannen können jederzeit passieren. Facebook hat seinen Fehler immerhin eingestanden und sich entschuldigt, auch die Behörden wurden informiert. Das ist schon mal vorbildlich. Doch zu versprechen, dass so etwas nicht mehr passiert, ist unrealistisch. Es wird die nächste Datenpanne kommen – ganz bestimmt. Und irgendwie wird es uns alle nicht mehr wundern.