Daten in der Cloud speichern und sie immer und überall nutzen zu können, ist total praktisch. Sowas nenne ich mal Fortschritt. Blöd nur, dass es begründete Sicherheitsbedenken gibt. Es sind vor allem die Schnüffeldienste wie NSA und GCHQ, die einem den Spaß an der Cloud verderben können. Zu wissen, dass US-Dienste und Behörden jederzeit auf online gespeicherte Daten zugreifen können, egal von wem, egal wo gespeichert, das ist nicht nur unerfreulich, das ist skandalös. Hinzu kommen weitere Risiken: Wer weiß schon, welche Möglichkeiten die Mitarbeiter der Onlinedienste haben oder welche Sicherheitslecks es in der Cloud gibt? Zurück bleibt ein ungutes Gefühl.

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Spideroak: Jeder bekommt 2 GB gratis

Von Zero Knowledge profitieren alle
Doch es gibt durchaus Mittel und Wege, die Vorteile der Cloud zu nutzen, ohne die Risiken zu tragen. Was manche überraschen dürfte: Selbst Whistleblower Edward Snowden nutzt die Cloud, um Daten zu speichern – aber er verschlüsselt seine Daten. Daten verschlüsseln und den richtigen Cloud-Dienst auswählen: Das ist das A und O für Cloud-Benutzer. Snowden hat eine Lieblings-Wolke und die diese Woche in einem Guadian-Interview ausdrücklich empfohlen: Spideroak. Kennt kaum jemand, ist aber in jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Cloud-Dienst, da deutlich sicherer als andere Cloud-Dienste, selbst wenn man extra Verschlüsselung wie Boxcryptor einsetzt.

Ganz neu ist Spideroak nicht: Es gibt den Dienst bereits seit 2007. Doch weil den Betreibern die wirtschaftlichen Mittel für große Marketingkampagnen fehlen, hat es Spideroak bislang nicht zu großer Popularität gebracht. Bedauerlich, denn Spideroak hat einen riesigen Vorteil: Bei Spideroak gespeicherte Daten sind garantiert uneinsehbar. Für jeden. Selbst Geheimdienste oder Spideroak-Mitarbeiter haben nicht die geringste Chance, die Daten zu entschlüsseln. Sie sehen nicht mal Dateinamen oder Ordner. Spideroak hat die Zero-Knowledge-Regel: Der Dienst will rein gar nichts über seine Benutzer wissen. Er kennt auch nicht die Schlüssel, mit denen die Daten verschlüsselt werden.


Spideroak weiß nichts über seine Mitglieder

Passwort weg, Daten weg
Verschlüsselt und entschlüsselt wird direkt in den Endgeräten. Das bringt deutlich mehr Sicherheit – aber auch ein paar Nachteile. So kann man nicht per Web-Browser auf seine Daten zugreifen, auch werden keine Tools wie FTP unterstützt, da zu unsicher. Man muss die Spideroak-Software nutzen, um seine Daten zu verwalten. Ansonsten bietet Spideroak denselben Komfort wie Dropbox: Man kann Backups anfertigen oder Dateien und Ordner synchronisieren, auf beliebig vielen Geräten. Unterstützt werden Windows, Mac, Linux, iOS und Android.

Ein sehr sicheres Konzept. Nachteil: Vergisst man sein Passwort, hat man ein Problem. Denn Spideroak kann weder das Passwort zusenden, noch lässt es sich zurücksetzen. Die in der Cloud gespeicherten Daten sind dann verloren (und sollten auf einem gesyncten Gerät dann schnellstmöglich gesichert werden, sofern vorhanden) – die Daten sind aber eben auch extrem sicher. Voller Komfort bei vollständiger Sicherheit, das gibt es nicht. Spideroak ist die denkbar eleganteste Methode, Daten sicher in der Cloud zu speichern. 2 GB bekommt bei Spideroak jeder kostenlos. Für 10 Dollar im Monat gibt es 100 GB.