Immer mehr Onlinedienste und IT-Konzerne wollen eigene Netzwerke an den Start bringen, über die man ins Internet kann. Nach Google will nun auch Microsoft ein eigenes weltumspannendes Wifi-Netzwerk mit 10 Millionen Hotspots aufbauen. Darüber sollen Microsoft-Kunden überall kostenlos ins Netz können – doch die Risiken sind auch nicht zu vernachlässigen.

Microsoft will ein eigenes Wifi-Netzwerk aufbauen. 10 Millionen Hotsposts soll es in dem geplanten Netzwerk geben. Office-User sollen den Zugang kostenlos nutzen können. Völlig neu ist das für Microsoft nicht. Über die Chat-Software Skype kann man bereits über zwei Millionen WLAN-Hotspots weltweit nutzen. Skype gehört zu Microsoft – also liegt der Gedanke nahe, dieses Netzwerk auszubauen und mit Office zu verknüpfen.

ms_wifi

Unter dem Label Microsoft Wifi soll ein Netzwerk mit rund zehn Millionen WLAN-Hotspots entstehen. Das wäre eins der größten Netzwerke überhaupt und würde einem an vielen Orten der Welt Zugang zum Netz bieten. Nutzen sollen das Wifi-Netzwerk Nutzer von Skype und Office, außerdem alle, die ein Surface-Paket gebucht haben.

Eine eigene App erledigt das Login

Microsoft will eine Wifi-App für Windows, Android und iOS anbieten, die selbständig erkennt, ob gerade ein Hotspot des Netzwerks in der Nähe ist. Falls ja, wird man automatisch dort eingebucht – man braucht also keine Login-Daten oder Passwörter einzugeben. Die App weist einen auf einen eventuell vorhandenen Hotspot hin, schon kann man sich dort anmelden.

Ich nutze so etwas schon lange mit dem Boingo-Netzwerk. Da zahlt man einen festen Jahresbeitrag, kann dafür aber an vielen Orten die dort eigentlich kostenpflichtigen WLAN-Netzwerke nutzen. Mit gutem Surftempo — allerdings gegen Gebühr.

Die Schattenseiten

So verlockend es ist, das Netzwerk eines großen Anbieters wie Google, Microsoft, Facebook oder Apple zu nutzen (etwa weil der Zugang kostenlos oder kostengünstig ist und weil der Komfort lockt): Es ist einigermaßen bedenklich, dass die Großen sich immer breiter machen.

Nicht nur liefert man dem jeweligen Anbieter dadurch immer mehr Daten. Man macht sich auch immer stärker abhängig. Ist man erst mal gewohnt, all seine Daten in die Cloud eines Anbieters zu legen, einen bestimmten Dienst zu nutzen und dann womöglich auch noch sein WLAN-Netz – wer will da noch umsteigen?

Aus gutem Grund gibt es in Demokratien Gewaltenteilung. Das funktioniert nicht immer perfekt, hat sich aber weitgehend bewährt. Wer sein Schicksal komplett in die Hände eines Anbieters legt, wird dadurch selbst am wenigsten profitieren. Die Großen profitieren davon.

Ich plädiere dafür, solche Dienste eher nicht zu nutzen – und lieber unabhängige WLAN-Netzwerke zu verwenden, um bei diesem konkreten Beispiel zu bleiben.

wlanaccess