Google erfindet sich neu: Die Gründer haben eine neue Holding namens Alphabet gegründet. Alle Geschäftsbereiche werden nun unterteilt und unter diese Holding gestellt. Das soll für mehr Transparenz sorgen – aber sicher auch für Umsatz. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum geht Google diesen Weg?
Google wie wir es kennen ist “verfettet”: Wir reden zwar immer von der Suchmaschine Google, weil wir diesen Dienst am besten kenne, doch es gibt Dutzende von Geschäftsfeldern drum herum: Haushaltsgeräte, Satellitenhersteller, Investitionsformen, Forschungslabore, medizinische Datenbanken und vieles andere mehr. Für Anleger ist es nicht mehr erkennbar, welcher Geschäftszwei wie profitabel ist – und das soll sich ändern.

Welchen Vorteil bringt eine Holding?
Jeder Geschäftsbereich hat eine eigene Geschäftsführung und eigene Bilanzen. Das erlaubt zum einen mehr Wettbewerb und verwässert zum anderen nicht die Ergebnisse des Mutterkonzerns, Google – der nun ein Unternehmen von vielen unter dem Dach von Alphabet ist. Wenn auch zweifellos das wichtigste.

google-76517_640

Was bedeutet das für die Konsumenten?
Erst mal wenig, die Suchmaschine wird ebenso bleiben wie Google Drove. Aber es ändert sich trotzdem was: Bislang war es üblich, dass jeder zum Google-Imperium gehörende Service seine Daten bei Google abliefert, zentral. Das wird in Zukunft anders sein. Theoretisch kann jedes Unternehmen selbst wählen, mit wem es kooperieren will. Und das eine Firma seine Daten automatisch bei einer anderen Firma abliefert, wird nicht so ohne weiteres gehen, jedenfalls nicht ohne Zustimmung der User. Das würde mehr Datenschutz bedeuten.

Was sagen die Wettbewerbshüter?
Wettbewerber beklagen schon lange die Allmachtstellung von Google. Durch die nun selbst herbeigeführte Zerschlagung entgeht das Unternehmen einer angeordneten Zerschlagung. Es ist zweifellos besser, selbst die Zügel in der Hand zu halten. Jetzt wird es für Kritiker schwieriger. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Alphabet.