Bislang waren Instagram-Fotos grundsätzlich quadratisch. Etwas unzeitgemäß zwar, aber dadurch immer leicht als Instagram zu erkennen. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Auch auf Instagram kann man ab sofort querformatige Fotos und Videos verteilen. Die Bilder auf Instagram verlieren dadurch ihren Wiedererkennungswert – doch dafür wird die Sache für viele eindacher.

Instagram gibt einen bislang eisern gelebten Grundsatz auf: Mit der Instagram App gemachte Aufnahmen können ab sofort auch im Querformat verteilt werden. Fotos und Videos müssen nicht mehr quadratisch sein. Das gilt ab App-Version 7.5. Wer die neue Version noch nicht hat, muss updaten, um die Quadrat-Ära zu verlassen.

Die einstige Wiedererkennungsmerkmal von Instagram-Fotos gibt es nicht mehr. Ab jetut sind auch 16:9-Aufnahmen auf Instagram möglich. Das zum Facebook-Konzern gehörende Instagram verliert dadurch ein Alleinstellungsmerkmal und einen Wiedererkennungseffekt.

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Bilder zu verteilen soll einfacher werden

Instagram begründet seine Entscheidung natürlich auch: Manche Fotos lassen sich im quadratischen Format kaum oder gar nicht realisieren. Vor allem Gruppenbilder seien mitunter schwierig, wenn man auf das quadratische Format Rücksicht nehmen müsse.

Doch was ich für viel entscheidender halte: Wer seine Fotos auf mehreren Kanälen ausspielt und nicht nur bei Instagram, der muss entweder damit leben, dass die Bilder auf Instagram unpassend beschnitten werden – oder selbst Hand anlegen und extra für Instagram die quadratischen Versionen herstellen. Beides ist nicht wirklich optimal.

Fotos und Videos leichter verteilbar

Ich habe zum Beispiel mal mit Instagram-Videos experimentiert. In meinen Kurzfilmchen will ich aktuelle IT-Trends per Instagram-Film kommentieren. Gar nicht so einfach, in HD-Querformat aufgezeichnete Filme extra für Instagram quadratisch zu rechnen und dann bei Instagram einzuspielen. Ein langer, sehr mühseliger Weg. Aber einer, der jetzt nicht mehr nötig ist, weil ab sofort dasselbe Videoformat für YouTube und Instagram gilt. Die maximale Länge von 15 Sekunden muss man allerdings nach wie vor berücksichtigen.

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Ein von schieb.de (Jörg Schieb) (@schiebde) gepostetes Video am

Unsere Sehgewohnheiten haben sich in den letzten Monaten und Jahren eben stark verändert. Es ist noch gar nicht so lange her, da war auch Fernsehen 4:3, also fast quadratisch. Doch Flachbildfernseher und vor allem das Internet haben das 16:9-Format zum Standard gemacht. Da wirken die quadratischen Aufnahmen bei Instagram fast schon antiquiert.

Vermutlich kann man vortrefflich streiten, ob es nun cool ist, quadratische Fotos zu machen – oder old school. Das Schöne ist: Man hat die Wahl. Natürlich lassen sich nach wie vor bei Instagram quadratische Fotos und Videos einstellen. Man ist aber nicht mehr gezwungen.

70 Millionen Fotos werden täglich über Instagram verteilt. Künftig dürften es ein paar mehr werden, da die Hürden fallen, um Fotos über Instagram zu verteilen. Und das ist es, was die Instagram-Manager zweifellos am meisten überzeugt hat: Mehr Traffic. Originalität spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ab einer gewissen Größe.