Große, spektakuläre Firmen-Übernahmen sind in der IT-Welt nichts Ungewöhnliches. Facebook hat sich WhatsApp und Instagram einverleibt. Google hat Nest Labs und Motorola gekauft. Microsoft Skype und die Handy-Sparte von Nokia. Das sind nur einige Beispiele. Und seit dieser Woche ist die Liste der Multi-Milliarden-Dollar-Shopping-Touren um einen Posten reicher: Microsoft hat das Business-Netzwerk LinkedIn gekauft – für sage und schreibe 26,2 Milliarden Dollar.

Wieso ist das Business-Netzwerk LinkedIn so viel Geld wert?
In der IT-Branche geht es ja immer um Aufmerksamkeit und User-Zahlen. Da kann LinkedIn durchaus punkten: LinkedIn hat weltweit 433 Millionen User. Das ist ein Drittel von dem, was Facebook vorzuweisen hat – also wirklich eine ganze Menge.

Das in Deutschland populäre Business-Netzwerk XING hat lediglich acht Millionen Mitglieder. LinkedIn ist so gesehen eine eigene Liga. Der mit Sicherheit wichtige Punkt ist aber, dass LinkedIn kein Netzwerk für belanglose Plaudereien ist, sondern wirklich ein Business-Netzwerk.

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Was kann man denn bei LinkedIn machen außer direkte Kontakte schmieden?
Man kann LinkedIn für viele Dinge nutzen. Ursprünglich war LinkedIn dazu gedacht, einen neuen Job uz finden, ein Karriere-Netzwerk. Man kann immer noch Stellen-Anzeigen schalten oder sich bewerken. Doch mittlerweile ist LinkedIn viel mehr: Man schmiedet hier Geschäfts-Kontakte, man bewirbt sich oder wird abgeworben, man informiert sich über Unternehmen, Marken oder Entwicklungen.

Man kann hier mittlerweile auch News-Feeds abonnieren, sehen, was andere Mitglieder so mitzuteilen haben – oder man informiert gezielt andere über eigene Neuigkeiten. LinkedIn ist gut focussiert und wächst aus gutem Grund rasant.

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Kann LinkedIn denn mit den großen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram konkurrieren?
Durchaus. Klar, Facebook hat mehr User – aber qualitativ hat LinkedIn deutlich mehr zu bieten. LinkedIn hat auch mehr Nutzer als Twitter oder Instagram. Das ist schon eine ganze Menge. Es geht außerdem nicht immer nur um die blanke Zahl der User, sondern auch, wie viel man über sie weiß und was die User im Netzwerk machen. Qualitativ hat LinkedIn mehr zu bieten als Facebook, WhatsApp, Instagram, Twitter und Co. Das macht LinkedIn wirklich interessant.

Was will Microsoft denn mit LinkedIn anstellen?
Verschiedene Dinge sind denkbar. Für Microsoft sind Geschäfts-Kunden und Entscheider natürlich besonders interessant. Schließlich werden Produkte wie WIndows, Office, Skype oder Cloud-Dienste vor allem an Unternehmen verkauft. Das Netzwerk kann also genutzt werden, um die eigenen Produkte zu vermarkten.

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Doch das dürfte nur ein Anfang sein. Das Kontakte-Netzwerk aus LinkedIn könnte mit Windows, Office, Outlook und den Cloud-Diensten verbunden werden. Außerdem hat Microsoft vor, innerhalb von LinkedIn auf persönliche Bedürfnisse zugeschnittene Werbung zu präsentieren, das zumindest hat Microsoft-CEO Nadella angekündigt.

Zwar ist Microsoft hier bislang nicht gerade Experte, aber verfügt bereits über Erfahrung. Angesichts von über 400 Millionen Usern kann das durchaus interesant sein. Allerdings will Microsoft die Leute von LinkedIn erst mal weiter machen lassen – LinkedIn soll erst mal eine eigene Marke bleiben.