Amazon Echo: Manche sagen Wanze, andere Digitaler Assistent

von | 25.10.2016 | Tipps

 

Wir sind es bereits gewohnt, dass wir mit unseren Smartphones und Tablets reden können. Apple Siri, Google Assistant, Microsoft Cortana – so heißen die Assistenten, die uns unterwegs alle Wünsche erfüllen und viele Fragen beantworten sollen. Jetzt gibt es so etwas auch für zu Hause: Amazon hat einen WLAN-Lautsprecher namens Echo im Programm, der jetzt auch nach Deutschland kommt.

Amazon Echo ist ein schick gestylter Lautsprecher, den man sich in die Wohnung stellt. Ein WLAN-Lautsprecher, der per WLAN mit Musik versorgt werden kann. Das Besondere aber an Amazon Echo ist, dass ein Digitaler Assistent eingebaut ist – Alexa. Man kann mit dem Lautsprecher reden. Man kann zum Beispiel sagen: „Alexa, spiel Rock Musik“ – und es kommt Rock aus dem Lautsprecher. Man kann natürlich auch konkrete Titel anspielen oder Playlisten.

Amazon hat einen eigenen Musik-Onlinedienst, daher kommt die Musik. Man kann aber noch viel mehr machen: Man kann sich wecken lassen, die Uhrzeit abfragen, Infos aus dem Netz holen, man kann nach dem Wetter fragen, sich umrechnen lassen, wie viele Teelöffel einem Suppenlöffel entsprechen und vieles andere mehr. Kurz: Was Siri für Apple ist, das ist Echo für Amazon.

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Was das System sonst noch kann

Die Digitalen Assistenten stehen erst am Anfang, das gilt für alle Systeme am Markt. Das Ziel ist schon, dass die Systeme nahezu alles verstehen und erledigen können. Schon jetzt kann Amazon Echo auch Nachrichten vorlesen, an Termine erinnern, das Smarthome steuern (wenn es mit Echo kooperiert), verwalten Todo-Listen und eignen sich als Einkaufshelfer. Da sieht Amazon natürlich eine große Chance: Wenn es kinderleicht und einfach ist, per Zuruf etwas zu bestellen, dürfte das den Absatz von Amazon weiter beflügeln. Abgesehen davon verkauft Amazon auch Musik, leiht Filme aus, kann eBooks auf Tablets beamen… Der ganze Tage wird zur Einkaufstour. Für Amazon ist der smarte WLAN-Lautsprecher also eine Umsatzmaschine.

Die Idee ist schon, dass das System jeden versteht, der im Raum ist. Natürlich muss man sich ein bisschen anstrengen und ordentlich sprechen, auch sollten die Umgebungsgeräusche nicht zu hoch sein. Das System lernt außerdem, einen mit der Zeit immer besser zu verstehen.

Wie muss man sprechen?

Gute Frage! Man muss einen Schlüsselbegriff zur Aktivierung verwenden, zum Beispiel: „Alexa!“. Kann man aber frei wählen. Das heißt, man kann sich frei unterhalten – und erst, wenn man „Alexa“ sagt, hört das System zu. Das bedeutet aber natürlich auch, dass Echo die ganze Zeit das Mikro offen hat, alles mithört – und nur alles vor „Alexa“ nicht verarbeitet.

Solche Systeme sind also die perfekte Wanze: Man stellt sich so etwas in die Wohnung, womöglich sogar in mehrere Zimmer, und kann nicht kontrollieren, was alles mitgehört wird und was mit den Daten passiert. Abgesehen davon fallen natürlich sowieso jede Menge Daten an: Wer ist zu Hause und wann, welche Musik wird gehört, was gelesen, wann stehen wir auf etc. All diese Daten liefern wir Amazon oder den anderen Anbietern von Digitalen Assistenten frei Haus.

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Könnte man meinen, aber der Digitalverband Bitkom hat gerade erst eine repräsentative Umfrage gestartet. Danach wären rund 40 Prozent der Deutschen bereit, regelmäßig einen digitalen Assistenten zu nutzen, vor allem zu Hause. Die Bereitschaft ist also offensichtlich durchaus vorhanden, so etwas zu nutzen – und lieber in den eigenen vier Wänden als unterwegs.

Markteinführung und Kosten

In den USA gibt es Amazon Echo bereits seit Januar 2014. Hier bei uns in Deutschland kommt das Gerät am 26. Oktober auf den Markt, also morgen. Es wurd 179 EUR kosten. Es gibt noch eine Sparversion für 80 EUR, das ist ein deutlich kleinerer und auch deutlich schlechterer Lautsprecher. Dafür zahlt man weniger – der integrierte Assistent ist derselbe.

In Deutschland kommt Echo erst zwei Jahre später als in den USA auf den Markt, weil diese Digitalen Assistenten nicht nur unsere Sprache sprechen und verstehen müssen, sie müssen auch mit sprachlichen und kulturellen Eigenheiten klar kommen, wenn sie gut funktionieren sollen. Es dauert eine Weile, ein solches System zu entwickeln und von Englisch auf Deutsch umzuprogrammieren.

Abgesehen davon muss auch die nötige Technik zur Verfügung stehen, denn die Analyse der Sprache erfolgt nicht im Gerät, sondern in der Cloud. Alles was man sagt, wird an Rechner in der Cloud geschickt, die das analysieren. Das liegt darin, dass man hohe Rechenkapazitäten braucht, um das zuverlässig hinzubekommen

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