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Vorsicht bei Displays: Warum sie schädlich sein können

15.09.2018 | Von Jörg Schieb

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Na, haben Sie auch Schlafstörungen? Einschlafstörungen – oder Durchschlafstörungen? Damit haben viele Deutsche zu kämpfen. Und es werden immer mehr. Dafür gibt es einen guten Grund: Displays. Wir sind umgeben von Displays: Im Smartphone, im Tablet, im Notebook – auch in Haushaltsgeräten. Doch sie liefern nicht nur Informationen, sondern sind auch schädlich für unsere Gesundheit – und für einen erholsamen Schlaf.

Das kennen viele von uns: abends noch mal eben einen Blick aufs Smartphone werfen. E-Mails checken. Nachrichten schreiben. Im Web surfen. Oder sogar auf dem Tablet noch etwas daddeln oder ein Video anschauen… Scheint bequem und praktisch. Ist allerdings auch schädlich. Vor allem, wenn man eigentlich bald einschlafen möchte.

Denn die Displays halten uns irgendwie wach. Kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Die Gründe dafür wollte ich genauer wissen und bin der Sache mal auf den Grund gegangen.

Nachts auf Display schauen erhöht Schlafstörungen

Fest steht schon mal: 84% aller deutschen Haushalte haben mittlerweile Smartphone, Notebook oder Tablet zu Hause – viele sogar mehrere Geräte. Und die aller meisten nutzen ihre Geräte auch abends, vor dem Einschlafen.

Das hat allerdings Einfluss auf unseren Hormonhaushalt. Ganz konkret auf das Hormon Melatonin.

Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Warum das so ist, das habe ich den Kardiologen Dr. Frank-Chris Schoebel gefragt, der sich intensiver mit der Wirkung von Displays auf unsere Gesundheit auseinandersetzt.

Die Leute, die blaues Computerlicht auch bei Nacht nutzen, haben durchaus häufiger Schlafstörungen. Der Erklärungsmechanismus ist recht einfach: Melatonin, der Taktgeber zum Einschlafen, wird um 22% in der Ausschüttung verringert.

Der Effekt ist enorm: Von den Menschen, die nachts noch aufs Smartphone schauen, haben doppelt so viele Schlafstörungen. Einschlaf- oder Durchschlafstörungen.

Blauanteil reduziert Melatonin-Ausstoß

Verantwortlich dafür ist der Blauanteil im Display-Licht. Das sehen wir gar nicht bewusst. Aber der Blauanteil wirkt – und sorgt eben dafür, dass weniger Melatonin ausgeschüttet wird. Warum? Weil blaues Licht an den Tag erinnert. Für das Gehirn ist das so, als würde die Sonne aufgehen. Deswegen werden wir wach – nicht müde.

Doch es gibt einen Trick. Man kann den Blauanteil im Display-Licht heute deutlich reduzieren. Moderne Betriebssysteme wie Windows 10, iOS und MacOS haben die Night-Shift-Funktion im Angebot. Wer sie aktiviert, reduziert den Blauanteil im Display erheblich. Das Display zeigt dann mehr Orangetöne – wie beim Sonnenuntergang.

NightShift-Modus kann helfen

Sieht erst mal ein bisschen komisch aus, wenn das Display in den Night-Shift-Modus wechselt – die Farben wirken ein wenig unnatürlich. Aber der Effekt ist enorm: Blaulicht weg – Einschlafstörungen weg. Das belegen aktuelle Studien.

Wer mag, kann sogar Zeiten einstellen, in denen das Gerät automatisch auf den Night-Shift-Modus umstellt. Nach dem Motto: Wenn es dunkel wird, bitte automatisch Night-Shift benutzen. Wie hier: Zwischen 22 und 6 Uhr morgens verwendet das Gerät automatisch den NightShift-Modus, ohne Blaulichtanteil.

Auch Spezial-Brille kann Blaulicht filtern

Nicht jeder hat ein modernes Gerät, in dem sich die Night-Shift-Funktion einstellen lässt. Macht nichts, denn der schädliche Blauanteil im Computerlicht lässt sich auch auf andere Weise herausfiltern: Indem man eine spezielle Brille aufsetzt.

Hier bekommt Ihr einige dieser Spezialbrillen zu sehen – und zu kaufen.

Sieht zwar ein bisschen albern aus und ist auch etwas gewöhnungsbedürftig – funktioniert aber. Der gesundheitliche Effekt ist derselbe wie bei der Night-Shift-Funktion.

Forscher aus dem amerikanischen Toledo haben die Menschen aufgeschreckt: Angeblich fördere der Blauanteil im Display-Licht auf Dauer sogar eine gewisse Tendenz zur Erblindung, weil Nervenstrukturen geschädigt werden könnten. Noch ist das nicht erwiesen – es gibt auch andere Erkenntnisse. Aber ein weiterer guter Grund, NightShift zu nutzen.

Ich jedenfalls gehe auf Nummer Sicher: Nachts NightShift ein. Das habe ich in meinen Geräten jetzt fest so eingestellt. Von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang. Und für den Notfall habe ich meine Filterbrille dabei.

 

 

 

 

 




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