YouTube hat angekündigt, weltweit strengere Regeln bei den Videos anzuwenden: Kümftig sind keine Videos mit rassistischen, sexistischen, diskrminierenden oder verherrlichenden Inhalten mehr erlaubt – sie verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen und werden zeitnah gelöscht. Das scheint ein wichtiger Schritt zu sein, gefällt aber längst nicht allen.

Wie praktisch, dass es YouTube gibt. Hier kann jeder „senden“ – weltweit. Ohne großen Aufwand. Ohne Bürokratie. Anonym. Keine Frage, dass YouTube viele positive Aspekte zu bieten hat. Nur leider liegt es in der Natur des Menschen, Dinge zu missbrauchen.

Ein Messer kann in den Händen verantwortungsvoller Menschen nützlich sein – aber auch als tödliche Waffe missbraucht werden. YouTube macht da keine Ausnahme. Viele nutzen das Video-Portal zum Beispiel, um Propaganda, Hetze oder Hass zu verteilen. Oder um das Nazi-Regime zu verherrlichen. Ein klarer Fall von Missbrauch.

YouTube will rassistische und diskriminierende Video „verbieten“

YouTube hat nun angekündigt, sich darum zu kümmern. Rassistische, sexistische oder diskriminierende Inhalte sollen künftig verboten sein – also gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube verstoßen. Sie können dann schnell(er) gelöscht werden.

Ein guter, ein richtiger Schritt, finde ich. Denn es geht nicht an, dass derartige Inhalte frei im Netz kursieren. Zum Beispiel Videos, die Judenhass verbreiten oder Terrorakte zeigen und verherrlichen. Solchen Inhalten dürfen wir keine Plattform geben.

Ich habe das auf Twitter schon kommentiert. Und war überrascht über die Reaktionen: Manche meinten – und haben das alles andere als höflich ausgedrückt -, das sei Zensur. Was stimmt, es ist natürlich Zensur. Eine Einschränkung. Aber eine, die richtig und wichtig ist. Wer glaubt, Meinungsfreiheit bedeute, man dürfe – öffentlich! – alles sagen, eben auch hetzen, verleumden oder kriminelle Aktivitäten verherrlichen, der täuscht sich – und zwar auf eine ganz entscheidende Art und Weise.

Regeln müssen sein – und sind keine Zumutung

Eine Welt, in der jede(r) alles darf, nennt man Anarchie. Nicht sonderlich erstrebenswert – auch nicht im Netz. Eine Gesellschaft braucht Regeln. Zwingend. Natürlich müssen diese Regeln mit Augenmaß formuliert und angewandt werden. Aber reflexartig „Zensur“ zu rufen und damit eine unzumutbare Beschneidung von Grundrechten zu meinen, ist ganz sicher nicht die richtige Lösung.

Natürlich wird es im Einzelfall schwierig sein, die „richtigen“ Videos herauszupicken. Denn es bleibt immer eine Einzelfallentscheidung. Aber es gibt leider sehr viele Videos, die eindeutig nichts in öffentlichen Video-Portalen zu suchen haben. Und so ist es gut und richtig, wenn KI-Algorithmen und Aufsichtspersonal diese Videos künftig sperrt. Besser früher als später.