Wer sich die Dokumentation Cambridge Analyticas großer Hack anschaut – zum Beispiel auf Netflix -, der staunt nicht schlecht: Cambridge Analytica gibt es vielleicht nicht mehr – Facebook aber schon. Und das eigentliche Problem ist keineswegs beseitigt. Einer der wichtihsten Investoren bei Facebook äußert sich in der Dokumentation erschütternd – und in Klartext.

Roger McNamee war einer der ersten Geldgeber von Facebook. Er hat das Netzwerk zum Start verholfen – und bereut es heute. Er begründet das in der Dokumentation mit der enormen Macht des Unternehmens – und der ungenierten Art und Weise, die Daten der User zu erheben und zu verwerten.

Er findet klare Worte:

Facebook wurde so gestaltet, dass es die volle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das funktioniert, indem die Tricks von Propaganda mit den Tricks des Glücksspiels kombiniert wurden. Es wird dabei mit grundlegenden Instinkten gespielt: Angst und Wut sind die beiden, womit das am besten klappt. Es wurden verschiedene Instrumente entwickelt, die es Anzeigenkunden erlaubt, die vorhandene Emotionalität der Zielgruppe auf dieser Plattform dank Microtargeting auszunutzen.

Es gibt 2,1 Milliarden Menschen, die alle eine eigene Realität haben. Wenn jeder in seiner eigenen Realität lebt, ist es relativ einfach, Menschen zu manipulieren. Eine andere Sache ist: Sie wissen, dass es mich fertig macht etwas zu kritisieren, was ich als mein Baby betrachte. Es wäre deutlich einfacher für mich zu sagen: Ich denke einfach nicht darüber nach. Doch für mich gab es einen Moment in meinem Leben, in dem ich wusste: Entweder, ich mache den Mund auf und ich unternehme etwas dagegen, oder ich würde nie wieder irgend etwas gegen irgend etwas tun.

Ich war daran beteiligt. Ich fühlte mich schuldig. Ich will wieder ruihig schlafen können.

Roger McNamee, einer der ersten Investoren bei Facebook