Warum Disney+ die anderen Streamingdienste schwächt

von | 13.11.2019 | Digital

Streaming wird immer beliebter – aber nicht einfacher. Denn die Zahl der Streaminganbieter nimmt weiter zu. Dadurch wird das Angebot zweifellos größer – aber eben auch die Entscheidung schwieriger, wo man denn (alles) Abonnent sein möchte. Disney startet nicht nur einen eigenen Streamingdienst, sondern zieht seine Inhalte teilweise bei den anderen Anbietern ab.

Erst vor wenigen Tagen ist Apple TV+ an den Start gegangen – auch bei uns in Deutschland. Nun ist in USA, Kanada und den Niederlanden auch noch Disney+ gestartet. Ein weiteres Streamingangebot, das Netflix, Amazon Video und anderen bereits etablierten Streamingdiensten mächtig Konkurrenz macht. Im Fall von Disney+ bedeutet Konkurrenz aber nicht nur, dass ein Dienst dazu kommt, sondern auch, dass den anderen Anbietern künftig Inhalte fehlen werden.

Disney zieht Inhalte bei Netflix und Amazon ab

Wer bei Disney nur an Micky Maus und Donald Duck denkt, ist auf dem Holzweg. Disney ist längst einer der größten und mächtigsten Inhalteanbieter. Zu Disney gehören unter anderem auch Pixar, Lucasfilm, die Marvel Studios und 21st Century Fox. Jede Menge Inhalte, Filme und Serien, die vor allem beim jungen Publikum gut ankommen. Disney+ bietet „Star Wars“, die meisten der Superhelden-Filme aus der Marvel-Ecke, aber auch beliebte Familienfilme.

Die gibt es – teilweise – auch bei Netflix und Amazon Video. Künftig aber wohl eher nicht mehr. Disney zieht die Inhalte ab, um sie im eigenen Programm anbieten zu können. Darunter werden Netflix und Amazon Video leiden: Es fehlen attraktive Inhalte, die bislang gut Kunden angezogen haben – und die künftig nur noch bei Disney+ zu haben sein werden. Im restlichen Europa soll es wohl Ende März 2020 so weit sein. Es ist von 500 Filmen und 7.500 Serienepisoden die Rede.

Streaming-Fans werden deutlich mehr bezahlen müssen

Ein wachsendes Angebot ist schön für Streaming-Kunden. Auch die Qualität nimmt zu, da alle Anbieter auf hochwertige Eigenproduktionen setzen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Allerdings kommt für den einzelnen Zuschauer die Qual der Wahl. Denn wer alles sehen will, über das gerade gesprochen wird, müsste auch bei allen Diensten Kunde sei – und das kann sich ganz schön summieren.

Zwar gibt es anfangs bei den Neueinsteigern noch einen Preiskampf – Apple verlangt „nur“ 5 EUR im Monat -, doch dürfte sich das mit der Zeit ändern. Und es bleibt eine Tatsache: Mehrere Abos sind teurere als nur eins.

Hinzu kommt – und das wollen wir dann auch nicht verschweigen – der Klimaaspekt: Streaming ist nicht gut für die Klimabilanz. Je mehr gestreamt wird, je höher die Bildauflösung, desto schädlicher. Es wird Zeit, auch darüber zu sprechen. Wann kommt der erste Streaminganbieter, der den CO2-Schaden wieder ausgleicht?

 

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