Das RKI hat überraschend eine App vorgestellt, mit der Bürger:innen freiwillig Gesundheitsdaten “spenden” können: Die Wissenschaftler versprechen sich damit mehjr Erkenntnisse über Entwicklung und Ausbreitung der Krankheit. Zur Verfügung gestellt werden Vitalparameter, die in der Regel sowieso im Smartphone gespeichert sind. Einige haben Datenschutzbedenken.

Na bitte, es geht doch – das mit der Digitalisierung: Das Robert Koch Institut (RKI) hat jetzt überraschend eine App vorgestellt, mit der alle Träger von Fitness-Armbändern und Smartwatches mit integrierter Health-Funktion pseudonymisiert Gesundheitsdaten abliefern können. Anhand dieser Daten wollen die Wissenschaftler das Infektionsgeschehen in Deutschland besser verstehen – und vor allem rechtzeitig erkennen, wenn sich neue Infektionsherde auftun.

Diese neu vorgestellte App ist übrigens nicht die derzeit diskutierte Tracking-App von Gesundheitsminister Jens Spahn, die mit Hilfe von Bluetooth arbeitet und dabei helfen soll nachzuvollziehen, wenn in den letzten 14 Tagen jemand Kontakt mit einer/einem Infizierten hatte. Die Bluetooth-App ist noch nicht veröffentlicht und wird für Ostern erwartet. Die am Dienstag (07.04.2020) vorgestellte App trackt keine Begegnungen der User.

Pseudonymisiert Gesundheitsdaten abliefern

Die Idee: Wenn genügend Menschen ihre Gesundheitsdaten abliefern, lassen sich Entwicklungen erkennen und vorhersagen, etwa durch das Ansteigen von Körpertemperatur oder Ruhepuls. Welche Daten genau relevant sind (oder sein werden), lässt sich zunächst noch nicht sagen. Die abgelieferten Daten werden mit den Infektionsentwicklungen – auch regional – abgeglichen.

Die Gesundheitsbehörden lassen die Daten in die Analyse des aktuellen Corona Infektionsgeschehens in Deutschland einfließen. Mit der App lässt sich keine tatsächliche Infektion erkennen, aber doch die Häufung typischer Symptome, vor allem bei Körpertemperatur, Ruhepuls und Schlafverhalten. All diese Daten erfassen viele mit Fitness-Trackern oder anderen Gadgets, etwa vernetzten Thermometern. Die Daten werden für die RKI-App pseudonymisiert, die Datensätze lassen also keinerlei Rückschlüsse auf die Person zu.

Datenschutz ist garantiert

Die Menschen geben also lediglich Daten an eine Behörde weiter, die Google, Apple oder Hersteller von Fitness-Trackern sowieso schon von ihnen bekommen haben. Der Nutzer gibt bei der RKI-App aber nicht seinen Namen an, sondern lediglich die Postleitzahl, sein Alter in 5-Jahres-Schritten, sein Gewicht und eben die Health-Daten.

Das alles wird mit einer zufällig generierten ID verknüpft. Die lässt sich jederzeit ändern – und eventuell übertragene Daten lassen sich manuell löschen. Alles fein also. Vor allem, da alles freiwillig ist.

Webseite überlastet: Schlechtes Hosting

Punktabzug gibt es für die grottenschlecht gehostete Webseite. Unter corona-datenspende.de erscheint aktuell nur eine Fehlermeldung. Webseite überlastet. Dabei ist es kinderleicht, zumindest eine Landingpage so stabil einzurichten – und zwar in der Cloud! -, dass die garantiert erscheint. Selbst wenn eine Million Menschen gleichzeitig darauf zugreifen wollen.