New York TimesDie New York Times ist zweifellos eine der angehensten Tageszeitungen der Welt, wenn nicht die angesehenste. Anders als andere Zeitungen verdient das ehrwürdige Blatt mit seinem Onlineangebot sogar Geld. Zum Teil durch Werbung finanziert, zum Teil durch Onlinegebühren. Zumindest bislang war das so: Viele Artikel waren in einem kostenpflichtigen Archiv versteckt, Timeselect genannt, das nur gegen Gebühr genutzt werden konnte. 7,95 Dollar im Monat oder 49,95 Dollar im Jahr. Vorbei. Ab sofort gibt es (fast) alles umsonst.

Und trotzdem will die New York Times damit Geld verdienen. Denn das Onlinearchiv wird nun über Werbung finanziert. Vorteil: Jeder kann es nutzen. Es stehen alle Beiträge von 1986 bis heute sowie von 1851 bis 1922 zur Verfügung, die Beiträge von 23 Kolumnisten und vieles andere mehr. Einzig die Beiträge von 1922 bis 1985 sind nach wie vor kostenpflichtig. Noch. 🙂 So können sich nun auch Suchmaschinen im Angebot umschauen, das bringt mehr Interessenten. 

Der Verlag rechnet vor, dass sich so deutlich mehr verdienen lässt als die rund 10 Millionen Dollar jährlich, die man bislang als Gebühren kassiert hat. Auch das Wall Street Journal wird vermutlich seinen Kurs ändern. Rupert Murdoch hat DOW gekauft, wozu das Wall Street Journal gehört, und angekündigt, nicht nur die bislang kostenpflichtigen Onlinedienst des WSJ, sondern das WSJ selbst künftig gratis anzubieten. Noch ist es nicht so weit – aber die Konkurrenz scheint sich schon darauf vorzubereiten. 🙂