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Unitymedia: Warum auch die Hersteller verantwortlich sind

02.09.2017 | Von Jörg Schieb

Hardware

Unitymedia hat mal wieder die Sendeplätze in seinem Kabelnetz neu organisiert. Doch das ist bei vielen Kunden mächtig schiefgelaufen: Einige Sender (vor allem Private) waren plötzlich verschwunden. Nun muss ein erneuter Sendersuchlauf durchgeführt werden. Für das Chaos trägt allerdings nicht Unitymedia allein die Verantwortung.

Nach der vorab angekündigten Neuanordnung der Fernsehsender im NRW-Kabelnetz und dem unvermeidlichen Sendersuchlauf in jedem Fernsehgerät und Receiver im Haushalt ist bei einer nicht unerheblichen Zahl von Kunden (etwa 2% aller Haushalte) ein relevantes Problem aufgetreten: Die Privatsender waren weg.

Sendersuchlauf: Antiquierte Technologie

Ich verstehe jeden der Tausenden Kunden, die sich darüber ärgern, dass nach einem ohnehin mühsamen Senderneusuchlauf nicht nur alles im Gerät durcheinander gerät, sondern manche Sender sogar komplett verschwinden – oder als verschlüsselt identifiziert werden. Der Frust muss enorm sein.

Unitymedia hat das Problem mittlerweile erkannt und eine schon wieder Neuprogrammierung der Senderliste auf den Weg gebracht. Mit der Folge, dass erneut alle(!) Kunden, also nicht nur die Betroffenen, die Senderliste  laden und ihre Programmzuordnung vornehmen müssen. Kein Spaß, so etwas.

Nun sollte man allerdings nicht nur Unitymedia-Bashing betreiben. Klar, Unitymedia hätte definitiv besser testen müssen – man kennt die Installationen „da draußen“. Aber man muss auch sagen: Es ist halt ein Krampf, wenn analoge und digitale Technologie zusammenkommen, wenn immer mehr völlig überflüssige Sender verteilt werden wollen – und das in einer Gerätelandschaft, die mit „heterogen“ nur sehr unzureichend umschrieben ist. Es ist vielmehr ein Albtraum, wie schlecht die Welt der modernen Fernsehgeräte auf solche Situationen vorbereitet ist. Nämlich im Grunde gar nicht.

Auch Gerätehersteller haben versagt

Das Unitymedia-Desaster macht deutlich, welchen Stellenwert das Thema Usablity in der Unterhaltungsgeräteindustrie hat: KEINEN. Millionen Fernsehgeräte und Millionen Receiver gehen unterschiedlich vor, wenn es darum geht, einen Sendersuchlauf durchzuführen und die Programmplätze neu zu ordnen. Selbst als technisch visierter Mensch kann man verzweifeln, wenn man an einem vergleichsweise modernen Smart-TV die von Unitymedia angestoßene Neuzuordnung auf den Weg bringen soll. Als Nutzer mit weniger Kenntnissen auf einem älteren Gerät grenzt das Ganze an Folter.

Also sollte man nicht nur Unitymedia einen einschenken, die diese Sache eindeutig vermasselt haben, sondern auch den Herstellern, die in der Vergangenheit nicht in der Lage waren, vernünftige Lösungen für diese alltäglichen „Herausforderungen“ zu entwickeln und anzubieten. Auf der IFA sind solche Aspekte derzeit jedenfalls kein Thema.

tpsdave / Pixabay

 

Da geht’s um OLED oder HDR, um flach oder super-flach – aber nicht um die Frage, wie alles easy in der Handhabung werden könnte. So gesehen wünscht man sich doch mal einen Steve Jobs in den Firmenzentralen Koreas, der seine Entwickler aufscheucht und sagt: Denkt alles neu. Es muss so einfach sein wie das iPhone. Mindestens.

Davon sind wir meilenweit entfernt.

 




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