Microsoft Office kennt jeder, zumindest wohl die Textverarbeitung Word und die Tabellenkalkulation Excel. Zweifellos, nicht jeder schwört darauf, aber „kenn ich nicht“, sagt niemand, der nach Word, Excel und Co. befragt wird. Eine Überraschung ist das nicht, schließlich sind die meisten Bürorechner mit den Microsoft-Programmen ausgestattet.

Für Microsoft ist Office extrem wichtig: Das Büropaket ist die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens. Und weil das so ist (und sich wohl auch nicht so schnell ändern wird), macht man sich in Redmond schon lange Gedanken darüber, wie man mit der wachsenden Konkurrenz umgehen soll.

Zwei Aspekte sind besonders wichtig: Das kostenlos erhältliche OpenOffice erfreut sich zunehmender Popularität. Gleichzeitig bläst Google immer unverfrorener zum Angriff gegen Microsoft. Googles kostenloses Onlineprogrammen Google Texte und Tabellen kann sich zwar in punkto Funktionsumfang nicht mal ansatzweise mit Microsoft Office messen lassen, trotzdem setzt sich so ganz allmählich ein Trend durch: Software wird in Zukunft wohl nicht mehr auf dem eigenen Rechner installiert, sondern direkt im Web genutzt. Ohne Installation.

clippyKlar, das kommt auch für Microsoft nicht überraschend. Schon lange ist bekannt, dass Microsoft eine Web-Version von Office in Vorbereitung hat. Deshalb wundert mich ein bisschen das hektische Flügelschlagen in der Blogosphäre der letzten Tage: Microsoft hat zwar die Domain office.com gekauft – wie viel Geld genau dafür bezahlt wurde, ist nicht bekannt -, und wird auf dieser Domain vermutlich Anfang 2010 seine Onlineversion von Office starten. Das war es aber auch schon. Man kann sich nun zwar sicher sein, dass Microsofts Online-Office unter www.office.com erreichbar sein wird – mehr ist aber eigentlich nicht wirklich passiert.

Viel interessanter ist die Frage, wie das Online-Office aussehen wird, was es können soll, wie man es nutzt – und was es kosten wird. Microsoft-Mitarbeiter, selbst solche, die es genau wissen müssten, hüllen sich in Schweigen. Microsoft plant wohl ein Doppelgespann: Ein (abgespecktes) Online-Office – und ein leistungsfähigeres Office „out of the box“, das man nach wie vor installieren kann und muss.

Um es spannend zu machen – auch Microsoft lernt dazu! -, werden immer wieder Gerüchte gestreut. Es gibt sogar ein Youtube-Video, „Office 2010: The Movie“ genannt, in dem Microsoft versucht, sehr selbstironisch, Interesse für das kommende Online-Office zu wecken. (Meine Lieblingsstelle: Ein Mann, der vor einem Grabstein steht, der den Schriftzug „Clippy“ trägt. Als die animierte Büroklammer, in mehreren Office-Generationen eine Art interaktive Hilfefunktion, in Rente geschickt wurde, haben das viele bedauert.)

httpv://www.youtube.com/watch?v=VUawhjxLS2I

Microsofts Suchmaschine Bing ist vergleichsweise erfolgreichh. Man kooperiert mit Yahoo. Wer weiß, vielleicht ist auch das kommende Office 2010 gar nicht so schlecht, wie viele denken – oder womöglich sogar hoffen. Googles Online-Textverarbeitung schreitet jedenfalls nicht mit Siebenmeilenstiefeln voran. Hier passiert vergleichsweise wenig.

Aber all das zeigt: Konkurrenz belebt das Geschäft.

1 Antwort
  1. Impartial
    Impartial sagte:

    Ich bin mal auf MS Office 2010 gespannt, auch wenn ich das Dahinscheiden von Clippy (alias Karl Klammer, wie er in den deutschen MSO-Paketen hieß) eher begrüsste. Jedenfalls kann das neue Office-Paket wohl kaum noch träger werden als die Version 2007.

    Ansonsten gibt’s für den mobilen Einsatz auf einem Netbook mit Abiword eine völlig ausreichende Textverarbeitung – mehr benötigt man unterwegs i. d. R. ohnehin nicht. Und dann ist da natürlich immer noch OpenOffice.org bzw. StarOffice, IBM Lotus Symphony und diverse andere Pakete wie Softmaker Office.

Kommentare sind deaktiviert.