E-Mail ist eine praktische Sache: Schnell geschrieben, noch schneller abgeschickt und in der Regel blitzschnell beim Empfänger. Und das auch noch kostenlos. Aber eins ist die E-Mail bislang eher nicht: Sicher. Oder vertrauenswürdig. Jeder kann eine E-Mail mit meiner Absenderkennung versenden.

Ein ernsthaftes Problem, weil man sich überhaupt nicht darauf verlassen kann, dass der angebliche Absender auch der tatsächliche Absender ist. Was im Privatbereich einfach nur blöd ist, das ist im Geschäftsleben ein Unding. Hier gibt es Bereiche, da ist man zwingend darauf angewiesen, sich darauf verlassen zu können, dass die Email Adresse des Absenders auch stimmt. Bei Vertragsfragen zum Beispiel, oder wenn es um vertrauliche Dinge geht. Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung wäre es sinnvoll, wenn sich die Echtheit eines Absenders ermitteln ließe.

Aus diesem Grund wurde die De-Mail erfunden. Die De-Mail soll eine E-Mail zur “sicheren, vertraulichen und nachweisbaren Kommunikation im Internet” sein, wie es offiziell heißt. Großer Vorteil: E-Mails und Dokumente lassen sich hier verschlüsselt verschicken. Abhörsicher. Doch der viel größere Pluspunk: Absender und Empfänger müssen sich bei der Einrichtung ihres De-Mail-Postfachs identifizieren (etwa mit Personalausweis) und bei jeder(!) verschickten E-Mail ausweisen. Dadurch soll die De-Mail im Gegensatz zur regulären E-Mail weitgehend fälschungssicher sein. Man kann der Absenderangabe vertrauen.

Kunden von Telekom und 1&1 können vertrauliche Dokumente an Behörden und Firmen verschicken können, auch der Empfang ist möglich. Das Versenden einer solchen sicheren E-Mail ist allerdings mit Kosten verbunden: In der Regel kostet die De-Mail 39 Cent. Für viele Firmen ist das trotzdem sehr interessant, schließlich kostet ein Brief mindestens 55 Cent, wer auch noch Papier, Druck, Umschlag etc. dazu rechnet, ist schnell bei 70 Cent. Das Einsparpotenzial ist daher erheblich.

Die De-Mail ist ein großes Geschäft – und dürfte für die Post zu einem erheblichen Problem werden. Knapp zehn Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Porto aus. Schätzungen zufolge lassen sich rund 80 Prozent davon elektronisch abwickeln, wenn Versand und Empfang nur sicher sind. Darum brachte die Deutsche Post bereits vor zwei Jahren den E-Postbrief auf den Markt. Der E-Postbrief ist mit 55 Cent allerdings deutlich teurer als die De-Mail und setzt nach wie vor auf Papier.

Es geht also los mit der De-Mail. Das ist auch dringend nötig. Denn zwar reden alle vom papierlosen Büro, doch wenn es ernst wird, wenn wir etwas erledigen wollen, was relevant ist, kommt man am Papier bislang nicht vorbei. Das könnte die De-Mail ändern, die es auch als Freemail gibt. Sie funktioniert zwar bislang nur innerhalb Deutschlands, ist aber ein interessanter Anfang. Noch ist die De-Mail weitgehend unbekannt. Ob sich das ändert, wird vor allem davon abhängen, wie viele Unternehmen und Behörden mitmachen. Je mehr man online elektronisch erledigen kann, um so interessanter wird der neue Service.

5 Kommentare
  1. nils
    nils sagte:

    Im Open-Source Bereich werden seit Jahren die Pakete durch ihre Ersteller unterschrieben,
    damit man als Endanwender sicher sein kann, dass das Paket von der richtigen und
    vertrauenswürdigen Quelle stammt. PGP Servern sei dank, auf denen die Schlüssel und
    Fingerprints liegen und durch andere verifiziert werden. Oder auf der Homepage der
    Erstellen herunter zu laden, oder im IRC nachzuprüfen sind, etc.pp.

  2. Butterscotch
    Butterscotch sagte:

    Verschlüsseln ist eine Sache. Aber wer weiß schon, wer die PDF in der ZIP oder mit PGP verschickt hat? Da alles elektronisch vorliegt, kann das doch, auch mit original erscheinendem Briefpapier, -kopf & Unterschrift, zusammen-gestöpselt worden sein.

    Viel wichtiger erscheint mir der Umstand, das ich mit E-Postbrief und/oder De-Mail sicher sein kann, wer der Absender ist.
    Und es bleibt davon unbenommen verschlüsselte Anhänge mitzuschicken, um die vermeintlich stattliche Neugier einzugrenzen.

    Leider muss aber auch ich Kritik an der Darstellung üben. Schlecht recherchiert, Herr Schieb: Der E-Postbrief setzt nämlich nicht notwendigerweise auf Papier, sondern nur dann, wenn der Empfänger keinen E-Postbrief-Account hat, ist das eine weitere, zusätzliche Option.
    E-Postbrief haben, zugegebener Maßen, die meisten noch nicht, aber wo geht denn eine De-Mail hin, wenn der Empfänger keinen De-Mail-Account hat?

    Es steckt halt alles noch in den Anfängen, mal sehen wo die Reise hingeht.

    Lieber Gruß

  3. Jörg Schieb
    Jörg Schieb sagte:

    Ihr Tipp funktioniert natürlich, ist aber nicht dasselbe. 🙂 Man kann auch PGP verwenden. Es braucht allerdings einen einheitlich akzeptierten Stadnard, auch die Möglichkeit etwa der Signatur.

  4. petra
    petra sagte:

    Lieber Herr Schieb, ich habe das Gefühl, dass Sie da ein Werbekonzept pushen, welches Ihnen gerade recht kommt. Jeder der normale Mails versendet, und eine wichtige Botschaft an den Empfänger senden möchte, kann das schon lange, -und das auch noch kostenlos-, und unein´sehbar für jeden anderen, tun. Man braucht nur einen Anhang mit einer 128 Bit verschlüsselten Zip-Datei versehen, und schon ist alles sicher. Dabei kann eine Zip-Datei eine weitere PDF Datei enthalten die wiederum 128Bit verschlüsselt ist. Welcher normale und oder auch etwas prodihaftere User kann eine solche Datei schon lesen!? Da würden sicherlich Monate vergehen, bis zwei solche Dateien, und dabei kann man ja auch die *.XYZ Endung auch noch weglassen, entschlüsseln?
    Beispiel:

    Grunddatei:
    Worddatei > vertrag.docx
    128bit verschlüsselt, dann
    in eine ZIP eingebettet als ver123 (ohne Endung)
    diese wiederum 128bit verschlüsselt.

    Wer kann das schon öffnen und lesen?
    Ich denke fast niemand.

    Und das alles kostenlos, und ohne dass jemand etwas davon weis.
    Jede DE Mail kann von staatlicher Seite aus gelesen werden und
    was weis ich, irgendwann für irgenwelche Zwecke vorgehalten
    werden. NEIN ! Selbsthilfe ist kostenlos und vieeeeel sicher und
    vor allem persönlicher. DE steht für Geldmaschine und da sollte
    man Abstand davon nehmen!
    Gruß

  5. emqitan
    emqitan sagte:

    Zumindest kurz sollte auf die seit Jahren bestehende Möglichkeit hingewiesen werden, E-Mail mittels eines pgp-Schlüssels zu verschlüsseln – über ein Add-on von Thunderbird z. B. relativ leicht einzurichten.
    Infos etwa hier: http://www.enigmail.net/home/index.php

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