So wie Facebook hat auch Google bei seinem sozialen Netzwerk Google+ lange Zeit auf Klarnamen bestanden. Nur in Ausnahmefällen konnte man ein Plus-Konto mit Pseudonym einrichten, etwa als Künstler oder für eine Marke. Doch diese Zeiten sind vorbei. Google verzichtet ab sofort auf Klarnamen bei Google+. Wer mag, kann sich auch mit einem Pseudonym bei Google+ anmelden und so seine Identität auch offiziell verbergen. In der Realität war das ohnehin jederzeit möglich. Viele User haben Phantasienamen verwendet und nicht ihren eigenen, wirklichen Namen.

Anfangs hatte Google+ gar keine Pseudonyme erlaubt, später – im Jahr 2012 – dann zumindest in Ausnahmefällen. Doch wer ein Pseudonym verwenden wollte, der musste das beim Onlinekonzern beantragen und begründen. Jetzt nicht mehr. Die Entscheidung zur Abschaffung des Klarnamenzwangs begründet Google damit, dass allen Menschen ein Ort im Internet angeboten werden soll, selbst wenn sie ein Pseudonym verwenden wollen.

Das Unternehmen entschuldigt sich sogar bei allen Personen, die sich bislang durch den Zwang zur Angabe ihres vollen Namens ausgegrenzt fühlten. Ein Strategiewechsel: Google will nicht mehr mit aller Macht die namentliche Identität eines Users in Erfahrung bringen – anders als Hauptkonkurrent Facebook, der nach wie vor auf Klarnamen besteht, zumindest offiziell.

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