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Google baut Adblocker in Chrome ein

09.02.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Google baut in seinen Chrome-Browser einen Werbefilter ein. Anders als der weit verbreitete AdBlocker wird damit aber nicht jede Werbung geblockt, sondern nur sehr aufdringliche Reklame. Damit will Google zwei Dinge erreichen: Weniger Frust durch Werbung – und so mehr Werbeumsätze.

Obwohl Google sein Geld vor allem mit Werbung verdient, installiert der Riese in seinem Browser einen Filter, der Werbung unterdrückt. Das erscheint erst mal unlogisch – aber nur, wenn man nicht genauer hinschaut.

Durch Studien ist bekannt: 69% aller User, die einen AdBlocker installeren, waren vorher genervt durch zu aufdringliche Werbung.Seien es Pop-Ups, nicht wegklickbare Overlay-Anzeigen, displayfüllende Anzeigen, die beim Scrollen imMobilgerät auftauchen oder laute Werbevideos, die automatisch angespielt werden.  Deshalb will Google den Frust reduzieren, damit weniger Menschen die Notwendigkeit sehen, einen Blocker zu installieren, der jedwede Werbung unterdrückt.

Chrome mit eingebautem Werbefilter

Deshalb wird der Google-Browser Chrome ab 15. Februar über einen eingebauten Werbefilter verfügen, so ähnlich wie der umstrittene, aber durchaus populäre AdBlocker. Insgesamt zwölf besonders nervige Werbeformate soll der in Chrome integrierte Filter dann unterdrücken. Als besonders nervig werden zum Beispiel Pop-ups verstanden, die von den meisten Browsern sowieso schon unterdrückt werden, aber auch Overlay-Werbung oder selbst startende Videos mit Sound.

Vor einiger Zeit hat sich Google mit anderen Größen der Industrie (etwa Microsoft), aber auch mit Verlagen wie Washington Post oder Axel Springer zusammengetan und die Initiative Coalition for Better Ads (CFBA) gegründet. Hier wurde untersucht, welche Werbeformate die User als störend und aufdringlich empfinden und welche eher akzeptiert werden. Die Ergebnisse dieser aufwendigen Studie sind nun in den Werbefilter von Google Chrome eingeflossen.

„Gute“ Werbung wird zugelassen

Obwohl man also den Eindruck hat, dass sich Google ins eigene Fleisch schneidet, wenn serienmäßig ein Werbefilter an Bord ist, stimmt genau das Gegenteil: Wenn ein eingebauter Filter dafür sorgt, dass besonders aufdringliche Werbung erst gar nicht erscheint, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Betroffene nicht zu einem deutlich konsequenteren Blocker wie dem AdBlocker greifen, der alle Werbung blockiert. Der in Chrome integrierte Filter hingegen lässt „gute“ Werbung durch.

Man muss Google zugute halten, dass der Konzern die besonders laute und aufdringliche Werbung in der Tat gar nicht akzeptiert und verteilt. Wenn nun weniger Menschen durch Werbung genervt sind und alles blocken, wird insgesamt mehr Werbung sichtbar. Gut für Google – gut für die Verlage. Wir werden sehen, ob die Rechnung aufgeht.

 




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