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Google Chrome jetzt mit eingebautem Werbefilter

16.02.2018 | Von Jörg Schieb

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Wer im Web surft, ärgert sich zuweilen über die vielen, vielen Werbebotschaften. Sie finanzieren die kostenlosen Angebote. Doch manche Webseite übertreibt: Hier gibt es nicht nur zu viel Werbung, sondern auch zu aufdringliche Reklame. Das verdirbt einem den Spaß. Das will ausgerechnet Google ändern, der Konzern also, der mit Werbung sein Geld verdient. Der Google-Browser Chrome hat jetzt einen eingebauten Werbefilter.

Wer AdBlock installiert, der bekommt keine Werbung mehr präsentiert. Beim neuen Chrome-Browser ist das nicht ganz so. Google hat zwar einen Werbefilter in Chrome eingebaut, aber anders als AdBlocker blockiert der Werbefilter in Chrome nicht jede Werbung, sondern nur besonders aufdringliche Werbung.

Insgesamt zwölf besonders nervige Werbeformate unterdrückt der in Chrome integrierte Filter. Als besonders nervig werden zum Beispiel Pop-ups empfunden, die von den meisten Browsern sowieso schon unterdrückt werden, aber auch Overlay-Werbung oder selbst startende Videos mit Sound. Man kennt das: Man ruft eine Webseite auf – und schon dudelt der Werbespot los. Das soll Chrome nun unterdrücken, nicht nur auf dem PC, sondern auch auf Mobilgeräten.

Nervige Werbeformate

Pop-Ups werden doch von modernen Browsern sowieso schon unterdrückt. Und wenn der Browser verhindert, dass ein Video gleich losplärrt, ist das eine Hilfe. Der Filter knüpft sich auch noch andere Werbeformate vor, die uns wahrscheinlich gar nicht immer so auffallen. Wenn wir beispielsweise auf dem Smartphone surfen und nach unten scrollen, kann es passieren, dass sich eine displayfüllende Werbung ins Bild schiebt.

Das gesamte Display ist voll mit der Anzeige. Wird von Chrome unterdrückt! Ebenso blinkende Anzeigen. Anzeigen mit einem riesigen Countdown. Und überhaupt Webseiten, die mehr als 30% mit Werbung vollgestopft sind. Die Kreativität der Anzeigenindustrie ist groß. Die größten Sünder werden nun unterdrückt.

ar130405 / Pixabay

 

Welche Werbung ist besonders lästig

Auf den Google-Seiten gibt es ohnehin keine „nervigen“ Werbeformate. Auch mit anderen Browsern angesurft. Wer mit Chrome unterwegs ist, ob auf dem PC oder Mobilgerät, bekommt keine aufdringlichen Anzeigen mehr gezeigt, egal welche Webseiten und Onlinedienste er oder sie aufruft.

 

Stellt sich die Frage, wie Google herausgefunden hat, welche Werbung als besonders lästig wahrgenommen wird. Dazu wurde eine aufwändige Studie gemacht, Vor einiger Zeit hat sich Google mit anderen Größen der Industrie (etwa Microsoft), aber auch mit Verlagen wie Washington Post oder Axel Springer zusammengetan und die Initiative Coalition for Better Ads (CFBA) gegründet.

Hier wurde untersucht, welche Werbeformate die User als störend und aufdringlich empfinden und welche eher akzeptiert werden. Es zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Akzeptanz, denn bestimmte Anzeigen akzeptieren die User, während andere als unzumutbar empfunden werden. Die Ergebnisse dieser Studie sind nun in den Werbefilter von Google Chrome eingeflossen

Warum Google das macht

Nun könnte man doch aber meinen, Google schneide sich ins eigene Fleisch, wenn viele Anzeigen gar nicht mehr gezeigt werden – denn an diesen Anzeigen kann Google dann doch auch nicht mehr verdienen. Wieso machen die das also?

Nahezu alle im Filter berücksichtigten Werbeformate werden von Googles Werbenetzwerk ohnehin nicht unterstützt, sie sind dort verboten. Man muss zur Ehrenrettung von Google sagen, dass das Unternehmen sein Werbenetzwerk akribisch sauber zu halten versucht. Man will vermeiden, dass User unerfreuliche Erlebnisse haben und sich abwenden.

Deshalb können Anzeigenkunden auf Google die aufdringliche Werbung gar nicht schalten. Wenn sie woanders geschaltet und durch Chrome unterdrückt werden, hat Google keinen finanziellen Schaden. Im Gegenteil: Die Studie hat herausgefunden, dass 62% aller Menschen, die AdBlock installieren, unmittelbar zuvor ein unerfreuliches Erlebnis mit aufdringlicher Werbung gemacht haben.

Wenn diskretere Werbefilter wie der in Chrome dazu führen, dass weniger Menschen frustriert sind, installieren weniger AdBlock – und Google zeigt insgesamt mehr Werbung und kann mehr verdienen.

 

 




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