Nebenkostenprivileg: Schaut Ihr Fernsehen per Kabel? Dann solltet Ihr handeln

Nebenkostenprivileg: Schaut Ihr Fernsehen per Kabel? Dann solltet Ihr handeln

Ab Juli 2024 dürfen Vermieter die Kosten für einen Kabelanschluss im Mehrparteienhaus nicht mehr über die Nebenkosten abrechnen. Das hat klare Vor- und Nachteile. Was Ihr wissen müsst.

Rund 12,6 Millionen Haushalte in Deutschland verfügen über einen Kabelanschluss – und schauen darüber Fernsehen. Viele davon nicht unbedingt freiwillig, weil die Mietwohnung einen Kabelanschluss hat, der zur Wohnung einfach dazugehört.

Die Mehrheit der Kabelkunden hat keinen eigenen Vertrag mit einem Kabelanbieter, sondern mit dem Vermieter. Der Kabelanschluss ist Teil des Mietvertrags – und wird jeden Monat mit den Nebenkosten abgerechnet.

Der Kabelanschluss darf ab Juli nicht mehr über die Nebenkosten abgerechnet werden
Der Kabelanschluss darf ab Juli nicht mehr über die Nebenkosten abgerechnet werden

Das Nebenkostenprivileg

Diese Umlage nennt sich „Nebenkostenprivileg“.

Das Nebenkostenprivileg, auch als Betriebskostenprivileg bekannt, bezieht sich auf eine Regelung im deutschen Mietrecht, die es dem Vermieter erlaubt, bestimmte Kosten direkt an den Mieter weiterzureichen, ohne dass diese in der eigentlichen Miete enthalten sind.

Diese Kosten umfassen typischerweise Ausgaben für die Instandhaltung und den Betrieb des Mietobjekts, wie beispielsweise Wasserverbrauch, Heizkosten, Müllabfuhr, Hausmeisterservice und ähnliche Dienstleistungen.

Große Programmauswahl beim Kabelfernsehen
Große Programmauswahl beim Kabelfernsehen

Diese Regelung ermöglicht es dem Vermieter, die Nebenkosten variabel zu gestalten und an die tatsächlichen Verbrauchs- oder Kostenänderungen anzupassen, wodurch eine direkte und transparente Abrechnung der Betriebskosten mit den Mietern ermöglicht wird.

Dadurch tragen die Mieter die Kosten für die tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen, was in der Regel eine gerechtere Verteilung der Gesamtkosten des Gebäudebetriebs bedeutet.

Vorteil: Wer gerne per Kabel fernsieht, hat keinen Aufwand – und zahlt vergleichsweise wenig fürs Kabelfernsehen.

Nachteil: Auch wer den Kabelanschluss nicht nutzt – etwa wegen einer eigenen Satellitenschüssel –, muss trotzdem für den Anschluss zahlen: Weil das gemeinschaftlich genutzte Kabel Bestandteil der Nebenkosten ist.

Dieses Nebenkostenprivileg entfällt zum 1. Juli 2024.

Mieter in Mehrparteienhaushalten sollten aktiv werden

Bedeutet: Alle, die in einer Mietwohnung in einem Mehrparteienhaushalt wohnen und die Kosten für den Kabelanschluss bequem die Nebenkosten an den Vermieter bezahlen, müssen sich rechtzeitig um eine Alternative bemühen, da sie künftig selbstbestimmt ihren TV-Empfangsweg wählen können.

Das Kabelfernsehen wird nicht einfach abgeschaltet. Wer will, kann seinen Anschluss weiter nutzen. Allerdings muss dann mit einem Anbieter (meist Vodafone, aber auch Pyur oder NetCologne) einen eigenen Vertrag abschließen.

Kostenpunkt: zwischen 7 und 13 Euro im Monat. Es wird in der Regel zwei bis drei EUR teurer im Monat.

Als vor 40 Jahren Kabelfernsehen eingeführt wurde, war das ein Durchbruch fürs Angebot
Als vor 40 Jahren Kabelfernsehen eingeführt wurde, war das ein Durchbruch fürs Angebot

Individuelle Verträge mit Anbietern

Anbieter Vodafone nennt den Anschlusstarif „TV Connect“. Aber einer Webseite können Kabelkunden überprüfen, ob ein Umstieg auf den individuellen Tarif möglich ist. In diesem Fall ist keinerlei weiterer Aufwand nötig: dieselbe Dose, derselbe Anschluss. Technisch bleibt alles, wie es ist.

Es ist aber auch denkbar und möglich, dass der Vermieter weiterhin einen Sammelvertrag mit dem Kabelbetreiber abschließt und den Mietern anbietet. Der Unterschied ist dann nur, dass jede Mietpartei einzeln entscheiden kann, ob sie das Angebot nutzen möchte oder nicht. Eine Berechnung über die Nebenkosten ist nicht mehr möglich.

Alternativen zum Kabel

Es gibt allerdings zahlreiche Alternativen zum Kabel.

In Deutschland am beliebtesten ist der Satellitenempfang. Hier entstehen zwar Kosten für die Installation der Schüssel, danach fallen aber keine Gebühren mehr an. Die Programme der öffentlichen-rechtlichen Sender stehen hier in HD-Qualität zur Verfügung. Kommerzielle Programme sind kostenlos in SD zu sehen; HD kostet eine Gebühr (ab 6 EUR im Monat).

Wer die Installation einer Satellitenanlage in Betracht zieht, muss allerdings mit dem Vermieter sprechen, ob das gestattet ist.

IPTV: Das Internet liefert die Programme als Stream
IPTV: Das Internet liefert die Programme als Stream

Digital fernsehen über Zimmerantenne

Zweite Alternative: DVB-T2 HD (digitales Antennenfernsehen). Hier reicht eine kostengünstige Zimmerantenne oder Dachantenne an den meisten Orten aus.

Die meisten modernen Fernseher haben einen eingebauten Decoder dafür. Auch hier sind öffentlich-rechtliche Sender in HD kostenfrei. Kommerzielle Programme kosten (in HD) rund acht Euro/Monat.

Zimmerantennen und Dachantennen dienen beide dem Empfang von DVB-T2 HD, dem terrestrischen Standard für hochauflösendes Fernsehen, unterscheiden sich jedoch in Bezug auf Installation, Empfangsqualität und Kosten.

Zimmerantennen sind kompakt und leicht zu installieren, da sie direkt am Fernseher oder in der Nähe davon platziert werden. Sie eignen sich besonders für städtische Gebiete, wo das Signal stark genug ist, und sind ideal für Mietwohnungen, in denen Installationen an der Außenstruktur nicht erlaubt sind.

Dachantennen hingegen werden außen am Haus oder auf dem Dach montiert und bieten eine deutlich bessere Empfangsqualität, besonders in ländlichen oder topografisch herausfordernden Gebieten.

Sie können schwächere Signale besser aufnehmen und sind weniger anfällig für Interferenzen, die in Gebäuden auftreten können. Während die Installation einer Dachantenne meist aufwändiger und teurer ist, lohnt sich die Investition für einen störungsfreieren und qualitativ hochwertigeren Fernsehempfang.

Fernsehen per Internet (IPTV)

Dritte Alternative ist Fernsehen per Internet (IPTV). Hier ist ein schneller Internetanschluss erforderlich, ab DSL50 oder vergleichbaren Geschwindigkeiten. Viele moderne TV-Geräte verfügen über die nötige Ausstattung. Ansonsten braucht es einen separaten Receiver oder ein Stick, was Kosten von einmalig rund 30 Euro verursacht.

Auch hier sind die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos und werbefrei, Live-Streams inklusive. Führender Anbieter ist hier die Telekom mit „Magenta“: Es gibt DSL-Anschluss mit Fernsehfunktion.

IPTV (Internet Protocol Television) ist eine Technologie, die Fernsehinhalte über das Internet anstatt über traditionelle terrestrische, satellitengestützte oder Kabelnetze überträgt.

Im Gegensatz zum Streaming, das oft asynchron ist, ermöglicht IPTV den Nutzern, Live-Fernsehprogramme in Echtzeit zu sehen, sowie On-Demand-Inhalte nach Bedarf abzurufen. IPTV setzt auf ein Netzwerkprotokoll, das es ermöglicht, sowohl Live-TV (Multicast) als auch aufgezeichnete Streams (Unicast) zu senden.

Dies bietet eine flexible und interaktive Erfahrung, da Benutzer individuelle Ansichten wählen, Programme pausieren und Aufzeichnungen planen können.

Viele Telekommunikationsanbieter nutzen IPTV, um integrierte Dienste wie Triple-Play anzubieten, die Internet, Telefon und TV kombinieren. IPTV setzt eine stabile und schnelle Internetverbindung voraus, um eine hohe Bildqualität und Stabilität des Services zu gewährleisten.

Mediatheken und Live-Streaming

Egal, für welches Angebot sich die Haushalte auch entscheiden: Die öffentlich-rechtlichen Programme (auch WDR Fernsehen) stehen jederzeit ohne Zusatzkosten in HD-Auflösung zur Verfügung. Die Mediatheken bieten Radio und Fernsehen – auch als Live-Stream.

EU hat Verfahren gegen Meta eröffnet

EU hat Verfahren gegen Meta eröffnet

Die EU hat ein offizielles Verfahren gegen Meta (Facebook, Whatsapp) eröffnet. Stein des Stoßes: Verdacht auf Desinformation und Wahlmanipulation.

Dieses Jahr ist Super-Wahljahr: Nicht nur Europawahl, sondern auch
Landtagswahlen in Thüringen, Brandenburg und Sachsen.

Da kommt es eigentlich ganz besonders darauf an, dass die Bürger, die Menschen gut und vor allem richtig informiert werden. Doch das Gegenteil ist der Fall. In Sozialen Netzwerken kursieren so viele Falschnachrichten wie noch nie.

Viele mit der Absicht, Stimmung zu machen – vor allem gegen Europa. Die großen Plattformen wie Google oder Meta können sich da nicht mehr einfach so aus der Verantwortung stehlen.

Vor genau 10 Jahren h at sich der Facebook Konzern den Messenger WhatsApp einverleibt
Vor genau 10 Jahren h at sich der Facebook Konzern den Messenger WhatsApp einverleibt

Digital Services Act

Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen Meta eröffnet, den Mutterkonzern von Facebook und Instagram.

Die EU-Kommission will unter anderem prüfen, ob sich das US-Unternehmen an europäische Regeln gehalten hat im Umgang mit irreführender Werbung und Desinformationskampagnen auf den Plattformen Facebook und Instagram.

Seitdem der Digital Services Act (DSA) da ist, gibt es klare Regeln dafür – und auch rigide Strafen, wenn sich ein Unternehmen nicht an diese Regeln hält.

Bei den mutmaßlichen Verstößen geht es unter anderem darum, ob Meta die Verbreitung von irreführender Werbung im politischen Umfeld und vor allem Desinformationskampagnen in der EU ausreichend bekämpft. Daran gibt es begründete Zweifel, denn solche Kampagnen gibt es zuhauf auf den Plattformen.

Weiterer Punkt: Es wird geprüft, ob es wirklich ausreichende und auch ausreichend einfache Möglichkeiten auf den Plattformen gibt, damit sich User über einzelne Beiträge oder wiederholt Fake-Nachrichten und Desinformationen verbreitende Konten beschweren können. Beides verstieße eindeutig gegen den Digital Services Act.

Apple wurde von der EU zu einem Bußgeld in Höhe von 1,8 Mrd. EUR verdonnert. Hintergrund sind Wettbewerbsrecht, der App-Store und die Provisionen bei Zahlungen.
Apple wurde von der EU zu einem Bußgeld in Höhe von 1,8 Mrd. EUR verdonnert. Hintergrund sind Wettbewerbsrecht, der App-Store und die Provisionen bei Zahlungen.

Sind das also schon konkrete Vorwürfe?

Nein. Die Kommission betont, dass sie mit der Einleitung des Verfahrens lediglich einen Verdacht prüft, und dass die vorläufige Einschätzung der Behörde noch kein endgültiges Untersuchungsergebnis darstelle.

Weiterer Aspekt: Es ist mitunter schwierig, die genaue Lage zu untersuchen, denn der Meta-Konzern gewährt Forschern nicht genügend Daten und Informationen. Aber auch das verlangt der Digital Services Act  ausdrücklich von einer Plattform dieser Größe. Meta muss da also nachliefern.

Wahlmanipulation auf Facebook und Instagram

Aber wie genau muss man sich denn Wahlmanipulation auf Social Media Plattformen vorstellen – es können ja nicht virtuelle Wahlplakate gemeint sein?

Es geht darum, dass auf den Plattformen massenweise Stimmung gemacht wird. Mit Falschinformationen, mit zugespitzten Behauptungen, aber auch und vor allem mit persönlicher Diffamierung von Politikern und Menschen aus deren Umfeld.

Und dabei geht es nicht um sachliche Kritik, sondern um überzogene oder unwahre Behauptungen, die aber oft leicht verfangen und das Meinungsbild der Bevölkerung verändern sollen – und es auch können.

Diesen Sommer wird das Europaparlament neu gewählt. Viele in der EU gehen davon aus, dass Russland versucht, Einfluss auf die Wahlen auszuüben. Französische Experten haben gerade erst ein russisches Desinformations-Netzwerk aufgedeckt, das kreml-freundliche Propaganda verbreitet hat.

All das läuft vor allem über die sogenannten „Sozialen Netzwerke“, denn das ist einfach und günstig.

Meta könnte bei Facebook und Instagram für werbefreie Netzwerke künftig Abogebühren verlangen
Meta könnte bei Facebook und Instagram für werbefreie Netzwerke künftig Abogebühren verlangen

Facebook markiert künftig KI-Fotos

Wir sprechen hier in regelmäßig über KI und Deepfakes, die auch oft in diesem Zusammenhang benutzt werden. Die werden immer besser und es kursiert davon immer mehr im Internet.

Was tut ein Konzern wie Meta dagegen?

Bislang wenig bis gar nichts. Doch aufgrund der zunehmend strengen Richtlinien in Europa kommt einiges in Bewegung. Metas Ingenieure zum Beispiel arbeiten daran, mit Hilfe von KI erstellte fotorealistische Aufnahmen – und nur hier besteht ein Risiko der Verwirrung oder Täuschung – mit geeigneten technischen Maßnahmen (unter anderem mit KI) automatisch zu erkennen und zu kennzeichnen.

Obwohl Deepfakes heute oft verblüffend echt aussehen, ist das gar nicht so schwierig, wie es sich anhört. Viele KI-Systeme, die Fotos erzeugen, markieren die erstellten Bilder (unsichtbar) schon jetzt automatisch. Das machen KIs wie Midjourney, Dall-E3, Artbreeder, Dream und viele andere.

Sie kennzeichnen die erzeugten Bilder sowohl durch entsprechende Angaben in den Metadaten der Bilder als auch durch unsichtbare Wasserzeichen. OpenAI hat diese Maßnahme erst Mitte Februar eingeführt. Sie sollen ab Mai – also jetzt – in Facebook eine Kennzeichnung „Made with AI“ erhalten. ; später auch auf Instagram. Noch ist das nicht am Start.

Langt nicht

Die automatische Kennzeichnung der KI erzeugte Inhalte ist ein sinnvoller Schritt, allerdings sicher kein „Game Changer“. Das Problem ist ja die schiere Masse der gezielten Desinformation und Manipukation. Es gibt zu wenig Abwehr solcher Inhalte. Das nutzen russische Akteure aus.

Soziale Netzwerke sind heute die Öffentlichkeit. Es wäre früher undenkbar gewesen, solche Propaganda in die Zeitungen oder ins Radio zu bekommen. Doch über Social Media zu manipulieren ist kinderleicht und extrem günstig. Das muss aufhören.

Doch die EU scheint es ernst zu meinen: Die Plattformbetreiber müssen nachbessern. Sie müssen schneller reagieren, entschlossener durchgreifen, der Forschung mehr Daten liefern, sonst drohen Bußgelder. Die EU hat zuletzt mehrmals gezeigt, etwa bei Apple und Tiktok, das sie dazu willens und in der Lage ist.

Allerdings kommt das alles sehr spät. Schon im Juni sind Europawahlen.


Das Zeitalter von KI und Deepfakes – Chancen und Gefahren

Das Zeitalter von KI und Deepfakes – Chancen und Gefahren

KI bietet viele interessante Möglichkeiten und ist auch oft sehr nützlich. Doch KI kann auch missbraucht werden, etwa in Form von Deepfakes.

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) schreitet weiter voran.

Und während diese Technologie ohne Frage viele neue Möglichkeiten mit sich bringt, kann KI – in den falschen Händen – durchaus auch eine Gefahr darstellen. KI kann zum Beispiel die Gefahr durch Cyber-Angriffe drastisch erhöhen.

Dazu gehören vor allem sogenannte Deepfakes, durch künstliche Intelligenz veränderte Medieninhalte, die Fälschungen ermöglichen, die täuschend echt erscheinen.

Ein brennendes Pentagon oder Weißes Haus (hier ein Deepfake) kann Unruhe auslösen
Ein brennendes Pentagon oder Weißes Haus (hier ein Deepfake) kann Unruhe auslösen

Gefahren durch Deepfakes

Mit Deepfakes lassen sich Gesichter auf vorhandene Videos legen und der Ton so manipulieren, dass Betrachter das Gefühl haben, dass das Video authentisch ist.

Das mag Spielereien ermöglichen, die – wenn nicht weiter geteilt oder entsprechend gekennzeichnet – harmlos sind.

Doch im Zuge von Cyberbetrug handelt es sich um eine mächtige Waffe, die effiziente Cyberangriffe und Manipulation ermöglicht.

Mögliche Folgen können sein: Verbreitung von Fehlinformationen, Social-Engineering-Angriffe oder Diffamierung von Personen oder Organisationen. Für private Online-Nutzer besteht insbesondere die Gefahr, dass Deepfakes die Gefahr durch Phishing-Angriffe erhöhen.

Phishing-Attacken mithilfe von Deepfakes lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Angriffe in Echtzeit und Nicht-Echtzeit-Angriffe.

Bei Angriffen in Echtzeit könnten die Kriminellen das Opfer mit gefälschten Video- oder Audiodaten davon überzeugen, dass die Person am anderen Ende ein vermeintlicher Kollege, Vorgesetzter oder Kunde ist.

Das ist vor allem bei Spear-Phishing effektiv, wenn das Opfer zuvor gezielt ausgesucht wurde und mithilfe vorab gesammelter Informationen ein Phishing-Angriff erfolgt.

Nicht-Echtzeit-Angriffe hingegen basieren darauf, dass der Täter ebenfalls eine Video- oder Audiodatei fälscht und sich als eine bestimmte Person ausgibt, wie zum Beispiel einen Prominenten.

Diese Datei teilt er dann über E-Mail, soziale Medien oder Chats, um die Empfänger zur Preisgabe von Informationen zu drängen oder bestimmte Handlungen ausführen zu lassen. Diese Angriffe, die nicht in Echtzeit erfolgen, ermöglichen es, mehrere Personen gleichzeitig zu attackieren.

Passwort Manager sorgen für ein sichereres Internet
Passwort Manager sorgen für ein sichereres Internet

So kannst du dich schützen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich gegen Cyberangriffen mithilfe von KI und Deepfakes zu schützen:

Bleibe informiert: Informiere dich ausgiebig und regelmäßig über Deepfakes und Cyberbedrohungen durch KI, um Angriffe frühzeitig erkennen zu können. Sei außerdem skeptisch, wenn du Nachrichten oder Anrufe von scheinbar bekannten Personen erhältst, dessen Inhalte aber widersprüchlich zum gewöhnlichen Verhalten oder Inhalten der Person sind.

Sichere deine Konten: Cyberkriminelle haben es oft auf Kontodaten und andere persönliche Informationen abgesehen.

Sichere deine Accounts daher mit starken und individuellen Passwörtern. Ein Passwort-Manager kann dir helfen, deine Logindaten zu speichern und zu verwalten und starke Kennwörter zu erstellen.

Aktiviere eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Zusätzlich zu starken Kennwörtern solltest du deinen Konten mit einer 2FA eine zusätzliche Sicherheitsschicht hinzufügen. Das bedeutet, um dich in dein Konto einzuloggen, benötigst du neben den Logindaten einen Code, der per App oder SMS generiert wird.

Schulungen innerhalb von Unternehmen: Da solche Deepfakes für Spear-Phishing-Attacken genutzt werden können, die gezielt Unternehmen treffen, sollten regelmäßige Schulungen stattfinden, um die Mitarbeiter über die Gefahren von KI und Deepfakes für Cyberattacken aufzuklären.

Call ID Spoofing: Wie Betrüger Ihre Telefonnummer fälschen und was Sie dagegen tun können

Call ID Spoofing: Wie Betrüger Ihre Telefonnummer fälschen und was Sie dagegen tun können

Die Rufnummer, die bei einem Anruf im Display des Handys oder Telefons erscheint, lässt sich manipulieren – und Betrüger nutzen das aus.

Hast du schon einmal einen Anruf von einer bekannten Nummer erhalten, nur um festzustellen, dass es sich um einen Fremden handelt?

Klarer Fall von Opfer von Call ID Spoofing geworden.

In Zeiten zunehmender Telefonbetrugsversuche ist es wichtiger denn je, über die Methoden der Betrüger Bescheid zu wissen. Eine davon ist das sogenannte Call ID Spoofing, das dem Angerufenen vorgaukelt, der Anruf käme von einer vertrauenswürdigen Quelle.

Betrüger nutzen Caller ID Spoofing, im Missbrauch zu betreiben
Betrüger nutzen Caller ID Spoofing, im Missbrauch zu betreiben

Was ist Call ID Spoofing?

Call ID Spoofing bezeichnet die Manipulation der Anruferkennung, um die wahre Identität des Anrufers zu verschleiern. Dabei wird eine gefälschte Telefonnummer übermittelt, die oft von bekannten Unternehmen, Behörden oder sogar von Ihren eigenen Kontakten stammt. Das Ziel ist es, Vertrauen zu erwecken und Sie dazu zu bringen, den Anruf anzunehmen

Betrüger nutzen spezielle Software oder Dienste, um die Anruferkennung zu manipulieren. Sie können nahezu jede beliebige Nummer einsetzen, sogar solche, die gar nicht vergeben sind. Die Technik dahinter ist relativ einfach, was es umso wichtiger macht, wachsam zu sei

Wer ist von Call ID Spoofing betroffen?

Potenziell kann jeder Telefonbesitzer Opfer von Call ID Spoofing werden. Betrüger gehen oft wahllos vor und rufen massenhaft Nummern an, in der Hoffnung, dass einige Personen darauf hereinfallen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen oder solche, die wenig Erfahrung mit Telefonbetrug haben.

Wie erkenne ich Call ID Spoofing?

Es gibt einige Anzeichen, die auf einen gefälschten Anruf hindeuten können:

  • Die angezeigte Nummer passt nicht zum angeblichen Anrufer (z.B. Behörde mit Mobilfunknummer)
  • Sie werden von einer bekannten Nummer angerufen, aber die Stimme ist fremd
  • Der Anrufer verlangt persönliche Daten oder Geld
  • Sie werden unter Druck gesetzt, schnell zu handeln

Was kann ich gegen Call ID Spoofing tun?

  • Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Anrufen, auch von bekannten Nummern
  • Geben Sie niemals persönliche Daten oder Geld am Telefon heraus
  • Fragen Sie im Zweifelsfall zurück und lassen Sie sich die Identität bestätigen
  • Legen Sie einfach auf, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt
  • Melden Sie Betrugsversuche der Bundesnetzagentur oder der Polizei

Technische Maßnahmen gegen Call ID Spoofing

Leider gibt es keine hundertprozentige technische Lösung gegen Call ID Spoofing. Einige Anbieter von Telefonanlagen bieten jedoch Funktionen wie eine Anrufvalidierung an, die zumindest einige gefälschte Anrufe herausfiltern können. Auch die Bundesnetzagentur arbeitet an Lösungen, um das Problem einzudämmen.

Call ID Spoofing ist eine weit verbreitete Methode von Telefonbetrügern, um arglose Bürger zu täuschen. Doch mit der richtigen Portion Misstrauen und Vorsicht können Sie sich effektiv davor schützen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und hinterfragen Sie verdächtige Anrufe. So können Sie sich vor den finanziellen und emotionalen Folgen von Telefonbetrug bewahren.

Bitcoin, Ethereum, NFTs und Co: Wie klimaschädlich sind Kryptowährungen?

Bitcoin, Ethereum, NFTs und Co: Wie klimaschädlich sind Kryptowährungen?

Bitcoin, Ethereum, Dogecoin: Es wird viel über solche Kryptowährungen gesprochen, vor allem auf Social Media. Doch vo einigen ist bekannt, dass sie sehr viel Energie verbrauchen.

Gerade erst war der Bitcoin wieder in den Schlagzeilen, weil die „Belohnung“ für das Schürfen neuer Bitcoin halbiert wurde (Bitcoin Halving genannt).

Viele schwärmen im Netz von Bitcoin, NFTs und Co. Viele fragen sich, soll ich da mit einsteigen? Wie sind die Risiken – und was ist eigentlich mit den Folgen für die Umwelt?

Beim Bitcoin bleibt alles beim Alten
Beim Bitcoin bleibt alles beim Alten

Kryptowährungen: Keine Geldscheine und Geldstücke

Kryptowährungen: Da müssen keine Geldscheine gedruckt, auch keine Geldstücke geprägt und im Umlauf gebracht werden. Alles rein digital. Trotzdem haftet insbesondere dem Bitcoin das Stigma an, eine Klimakiller zu sein Stimmt das noch?

„Killer“ ist ein großes Wort. Aber der Energiebedarf für den Bitcoin ist schon groß, und es wird eher mehr als weniger.

Im Bitcoin-Netzwerk muss viel gerechnet werden, um das Blockchain-Netzwerk am Laufen zu halten, um es abzusichern und neue Bitcoins zu „schürfen“, sozusagen zu erschaffen.

Bitcoin verantwortlich für 0,6 des Stromverbrauchs

Das kostet alles unvorstellbar viel Energie. Schätzungen zufolge verbraucht das Bitcoin-Netzwerk allein jährlich etwa 130 Terawattstunden (TWh) Strom (Stand 2022).

Das entspricht etwa 0,6% des weltweiten Stromverbrauchs. Dazu kommen aber noch andere Umweltkosten, da geh ich gleich noch mal drauf ein.

Und der Rechenaufwand und Ressourcenverbraucht steigt, je beliebter solche dgitalen Währungen wie Bitcoins, Etherium, Dogcoins werden, oder auch sogenannte NFTs, digitale Kunstwerke, die technisch ganz ähnlich funktionieren.

Bitcoin Mining: Anspruchsvolle Hardware nötig

Bitcoin hat immer mehr Nutzer

Allein für den Bitcoin gab es zuletzt rund 90 Mio. Wallets, also digitale Brieftaschen. Ein Jahr davor 76 Millionen- Im Jahr 2014 waren es nur drei Mio. Man kann wohl von einem Anstieg sprechen.

Alle, die mit Kryptowährungen Geld verdienen, zum Beispiel Tauschbörsen, die EU in Bitcoin umwandeln oder die Bitcoin auch hinterlegen, machen viel Werbung auf Social Media – direkt und indirekt. Das Thema ist sehr präsent auch, weil sich viele für diese vergleichsweise neue Anlageform interessieren.

Der Bitcoin lebt davon, dass er durch seine technischen Details als sehr sicher gilt. Jede Transaktion wird in der sogenannten digital erechneten Blockchain gespeichert. Es kann nicht manipuliert und gefälscht werden. Allerdings kann ich fast nirgendwo direkt mit Bitcoin bezahlen, eigentlich ist er eher ein bisschen wie Gold.

Bitcoin und Gold

Gold selbst hat auch keinen direkten Geldwert. Ich kann damit nicht in den Laden gehen und einkaufen. Aber es hat trotzdem weltweit einen Wert.

Kryptowährungen: Keine Geldscheine und Geldstücke. Richtig, ist beim Bitcoin auch so. Gold steigt im Wert, wenn mehr Leute dort ihr Geld investieren, häufig in globalen Krisen.

Beim Bitcoin ist es schon seit einer ganzen Weile ähnlich. Der Bitcoin ist eine künstlich beschränkte Ressource. Es wird nie mehr als 21 Mio. Bitcoin geben. Klassisches Geld kann immer mehr  gedruckt werden, stichwort Inflation, vor der viele im Moment Sorge haben an. Bitcoin kennt das so nicht. Das macht ihn begehrt. Als Anlage.

Die Kurse steigen manchmal enorm, ähnlich wie beim Gold, fallen aber auch manchmal enorm. Es gibt eine hohe „Volatilität“, wie die Fachleute sagen. Die Kurse schwanken stark.

Heisst unterm Strich: Als ich im Januar 1011 mal 1000 Bitcoin gekauft habe, waren die für knapp 5 EUR pro Bitcoin zu haben. Als sie sich im Wert verdoppelt haben, habe ich sie verkauft.

Riesen Fehler, muss ich heute sagen. Heute ist ein Bitcoin 60.000 EUR wert. Das wären dann also 60 Mio. EUR. Hätte ich die mal noch…

Klar, Man kann viel gewinnen, aber auch viel verlieren.

Und noch etwas ist mit Gold identisch: Die meisten Aktien werfen regelmäßig Dividenden ab. Ausgezahlte Gewinne der Unternehmen. Bei Gold ist das nicht so. Bei Bitcoin ebenso.

Der Bitcoin Kust hat starke Schwankungen - nicht zuletzt durch Elon Musk

Bitcoin und der Stromverbrauch

Bitcoin-Netzwerk und andere digitale Währungen verbrauchen enorm viel Strom. Allein der Bitcoin ist für 0,6 % des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich. 

Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch von Ländern wie Argentinien oder Schweden. Der Bitcoin-Stroimverbraucht  übersteigt bereits den Stromverbrauch von Ländern wie den Niederlanden.

In einer Studie wurde mal berechnet, wieviel Energie statistisch gesehen für eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht wird: Es sind ca. 1.700 kWh.

Damit könnte ein durchschnittlicher deutscher Vier-Personen-Haushalt fast vier Monate lang mit Energie versorgt werden. Wenn ich einen Bitcoin kaufe oder verkaufe oder jemandem einen sende, ist energietechnisch also dasselbe, als würde ein Haushalt vier Monate lang Strom verbrauchen.

Und Elektroschrott fällt auch noch an.

Krypto Farming gefährdet
Krypto Farming gefährdet

Bitcoin und grüner Strom

Setzt man denn wenigsten mehr auf grünen Strom um den CO2-Ausstoss zu verringern?

Ja, bei der Kryptowährung Ethereum war das schon vor längerer Zeit ein gestecktes Ziel, das nach und nach auch umgesetzt wird. Aber auch beim Bitcoin bemüht man sich zunehmend, grüne Energie zu verwenden.

Der hohe Stromverbrauch von Bitcoin führt aber derzeit noch zu einem erheblichen CO2-Ausstoß, da ein großer Teil der verwendeten Energie bisher aus fossilen Brennstoffen stammt.

Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass der jährliche CO2-Fußabdruck von Bitcoin bei etwa 65 Megatonnen liegt (das wurde in 2022 ermittelt). Das entspricht in etwa den jährlichen CO2-Emissionen von Griechenland. Eine andere Studie der TU München kommt „nur“ auf 22 Mio. Tonnen CO2 jährlich, so viel wie Hamnurg oder Las Vegas.

Dazu muss man wissen: Es werden komplette Rechenzentren betrieben, um den Bitcoin zu verwalten und neue Bitcoin zu schürfen. Einige hingen zeitweise an ausschließlich dafür bereitgestellte Kohlekraftwerden in den USA. Ein komplettes Kraftwerk, nur um ein Bitcoin-Rechenzentrum zu betreiben.

Und das hat Folgen: Der CO2-Ausstoß einer einzelnen Bitcoin-Transaktion wird auf etwa 700 kg geschätzt, was den Emissionen eines Fluges von London nach New York entspricht.

Bitcoin und Elektroschrott

Ich hatte bereits erwähnt, dass jede Bitcoin-Transaktion auch Elektroschrott verursachst – auch nicht gerade umweltfreundlich. Was steckt dahinter?

Es ist nicht so, dass bei jeder Transaktion, also wenn ich Dir einen Bitcoin überweise, zum Beispiel, irgendwo auf der Welt ganz konkret Elektroschrott anfällt.

Es ist eine statistische Größe und hat damit zu tun, wie der Bitcoin funktioniert. Wir haben schon über das Mining gesprochen, das beim Bitcoin so typisch ist.

Es ist enormer Rechenaufwand nötig, um die Bitcoin-Blockchain abzusichern, um jede Transaktion zu bestätigen – und am Ende auch, um neue Bitcoin zu „schürfen“, zu erschaffen. Der Rechenaufwand wird von Tag zu Tag größer.

Deshalb setzen Bitcoin Miner immer spezialisiertere Hardware ein, die nichts anderes macht, als für den Bitcoin zu rechnen, zu rechnen, zu rechnen. Nach durchschnittlich 18 Monaten sind die Geräte durch – und dann durch zu langsam, um mit anderen Rechnern mithalten zu können. Sie werden dann ersetzt.

Da fragt man sich unweigerlich: Und diese Computer-Hardware könnte man dann nicht für was anderes nutzen, zum beispiel an schulen spenden

In der regel nicht, weil sie so spezialisiert ist Die Folge: Sie werden entsorgt. Auf die Müllkippe. So entstehen doch immense Berge an Elektroschrott. Die Angabe von 250 Gramm Elektroschrott pro Bitcoin-Transaktion stammt aus einer Studie aus dem Jahr 2021 mit dem Titel „Bitcoin´s growing e-waste problem“.

Auch klassisches Geldsystem verbraucht Energie

Aber zur Ehrlichkeit gehört dazu: Auch für normales Geld in scheinen und Münzen gibt es Prägewerkstätten, Druckereien, die Papier und Metalle brauchen, und auch viel Energie. Ist klassisches Geld also nicht auch ein Klimakiller? Vielleicht der Schlimmere?

Das Banksystem verbraucht viel Energie, keine Frage, vor allem kommt ja auch dazu, dass das Geld noch transportiert werden muss. Man kann den ganzen Aufwand wirklich nur grob schätzen; es ist unmöglich, das genau zu sagen.

Eine Studie mit dem Titel On Bitcoin’s Energy Consumption: A Quantitative Approach to a Subjective Question (2021) vergleicht den Energieverbrauch von Bitcoin mit dem des traditionellen Finanzsystems, einschließlich Banken, Geldautomaten und der Goldproduktion.

Allein das Bankensystem verbraucht laut dieser Studie jährlich etwa 238,92 TWh, während Geldautomaten und Zweigstellen weitere 26,48 TWh verbrauchen.

Das wäre ein doppelt so hoher Stromverbrauch wie beim Bitcoin. Allerdings wurde diese Studie von  Finanzdienstleistungsunternehmen im Bereich Kryptowährungen in Auftrag gegeben. Man kann also davon ausgehen, dass diese Zahlen eher Bitcoin-freundlich ist.

Wir brauchen Geldsysteme

Der Unterschied ist: alle Menschen auf der Welt benutzen klassisches Geld, täglich, andauernd. Dadurch ist der Strombedarf auch höher. Wir brauchen das klassische Geldsystem.

Der Bitcoin ist aber ein exklusiver, vergleichsweise kleiner Verein. Niemand braucht den Bitcoin wirklich. Er wird zur Spekulation genutzt, so gut wie gar nicht als echtes Bezahlsystem.

Niemand hat ausgerechnet, wieviel Energie es kosten würde, wenn alle Menschen auf der Welt den Bitcoin nutzen würden anstelle von Bargeld. Die Blockchain und die dahinter liegende technische Infrastruktur würde am Rad drehen. Es würde deutlich mehr Energie verbrauchen – niemand kann berechnen, wieviel.

Man kann also den Energieverbrauch von Bitcoin und dem echten Geldsystem weltweit nicht wirklich miteinander vergleichen, weil sie nicht diesele Aufgabe erfüllen, nur ins Verhältnis setzen.

Ein Ende des Minungs für Ether
Ein Ende des Minungs für Ether

Ehtereum und Co.

Wir haben jetzt vor allem über den Energieverbrauch des Bitcoins gesprochen, weil der natürlich die bekannteste und führende Kryptowährung ist. Wie sieht es denn bei anderen Kryptowährungen aus, ist es da vergleichbar?

Bei Bitcoin ist der Energieverbrauch am höchsten, weil: am weitesten verbreitet und aufgrund der Art und Weise, wie der Bitcoin funktioniert. Nicht alle Kryptowährungen haben den gleichen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Es gibt ja viele, sie heißen Ethereum, Ripple, Cardano, Dogecoin, Litecoin und viele andere.

Einige verwenden andere Methoden, um ihre Blockchain zu betreiben und abzusichern, die weniger energieintensiv sind. Ethereum zB. verwendet nicht mehr den gleichen energieintensiven Mechanismus wie Bitcoin, der „Proof of Work“ (PoW) genannt wird, Mechanismus wie Bitcoin, sondern „Proof of Stake“.

Der Umstieg hat den Energieverbrauch um 98% reduziert. Aber auch die Sicherheit reduziert. Unter Strich bedeutet das eine Cardano-Transaktion braucht nur noch eine halbe Kilowattstunde, statt die 707 kWh pro Bitcoin-Transaktion.

Der jährliche Stromverbrauch von Cardano wird auf 0,0066 TWh geschätzt, was nur einen Bruchteil des Verbrauchs von Bitcoin ausmacht.

Ich könnte die Liste endlos fortsetzen: Keine Kryptowährung ist derart energiehungrig wie der Bitcoin.

Grüne Anlage oder weniger?

Fassen wir mal zusammen: Wenn ich mich auf Bitcoin oder andere Kryptowährungen einlasse, ist das was für Menschen, denen es an einer ökologischen Anlage gelegen ist – und ist das dann sicher?

Diese Frage lässt sich unmöglich pauschal beantworten. Der Bitcoin ist in Sachen Umweltbilanz eindeutig kritisch. Hier anzulegen bedeutet, das in Kauf zu nehmen und auch mitzumachen, da jede Transaktion Energie kostet.

Wer Aktien oder Fonds kauft, die sich dem Umweltschutz oder klimafreundlichen Projekten verschreiben, ist da viel eher auf der „grünen“ Seite. Oder man nimmt andere Kryptowährungen als Bitcoin, da die Bilanz da besser ausfällt.

Was das Risiko anbelangt: Jede Anlageform hat Risiken. Sogar das Sparbuch. Da geht zwar die Einlage nicht flöten, aber wenn der Zins niedriger ist als die Inflation, wird das Geld auch weniger. Bei Aktien und Gold sind enorme Kursschwankungen möglich.

Das ist bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen auch so. Wer schnell Blutdruck bekommt, wenn die Kurse um 20 oder 30% in wenigen Tagen schwanken, und das eben auch nach unten, für den sind Kryptowährungen und NFTs eher ungeeignet.

Wer das aber aushält und Chancen für große Gewinne nutzen möchte – und dem Klimaproblematik nicht so wichtig ist –, für den sind Bitcoin und Co. interessant.

Kryptowährungen: Wie Cyberkriminelle digitale Währungen zu ihrem Vorteil nutzen

Kryptowährungen: Wie Cyberkriminelle digitale Währungen zu ihrem Vorteil nutzen

Es geht mal wieder im Sicherheit im Netz. Die Ergebnisse einer Studie des Unternehmens SoSafe zu Beginn dieses Jahres haben für Aufsehen gesorgt. Cyberkriminelle führen zunehmend erfolgreiche Ransomware-Angriffe gegen deutsche Unternehmen durch.

Cyberkriminelle sind variantenreich, wenn es darum geht, ihre Ransomware zu verteilen. So verschicken die Kriminellen beispielsweise mit einer Malware infizierte E-Mails an Mitarbeiter.

Sobald der Mitarbeiter auf den Link klickt, wird das System über die Schadprogramme komplett gesperrt, sodass das Unternehmen keinen Zugriff mehr hat. So funktioniert Ransomware in der Regel.

Cyberkriminelle wenden immer neue Tricks an, um ihre schädliche Malware zu verteilen
Cyberkriminelle wenden immer neue Tricks an, um ihre schädliche Malware zu verteilen

Zu viele Unternehmen zahlen Lösegeld

Bei 45 Prozent der auf diese Weise erfolgreich angegriffenen Unternehmen kommt es seitens der Cyberkriminellen zu einer Lösegeldforderung. Im Schnitt liegt diese mittlerweile pro Ransomware-Angriff bei durchschnittlich 4,54 Millionen US-Dollar!

Im europäischen Schnitt neigen deutsche und niederländische Unternehmen vermehrt dazu, diesen Forderungen nachzugeben.

Zukünftig wird die Anzahl der Angriffe durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz sogar noch ansteigen. Der Einsatz von ChatGPT und anderen KI-Bots verspricht den Cyberkriminellen eine Zeitersparnis bei Phishing-Angriff (Einfallstor) von mindestens 40 Prozent.

Unternehmen sind gezwungen, zu reagieren!

Unternehmen, egal ob klein, mittel oder groß, müssen die Mitarbeiter sensibilisieren, Software per Patch-Management auf dem aktuellen Stand halten und die Passwortsicherheit erhöhen.

Ransomware kommt meist per Malware
Ransomware kommt meist per Malware

Kryptowährungen bevorzugt

Auffällig bei den Lösegeldforderungen ist die von Cyberkriminellen bevorzugte Zahlungsmethode: Kryptowährungen. Warum eigentlich?

Im Jahr 2023 spülten Lösegelder über eine Milliarde Euro in die Kassen der Cyberkriminellen, wie aus dem Cyber Crime Report der Analysefirma Chainalysis hervorgeht.

Betroffen sind sowohl Unternehmen als auch einzelne Privatpersonen. Der Hauptfokus liegt jedoch hauptsächlich im Unternehmenssektor, da hier höhere Lösegeldforderungen möglich sind.

Manche Aktionen gibt es nur im Kino

Jetzt stellt sich die Frage: Wie treiben die Cyberkriminellen eigentlich die Lösegelder ein? Wer jetzt an einen Hollywood-Blockbuster denkt, bei dem ein Mitarbeiter des Unternehmens eine Tüte voller Bargeld im Mülleimer deponiert, irrt gewaltig. So etwas gibt es im Kino oder in der Realität vielleicht vor 50 Jahren.

Eine Überweisung per Bankkonto, Paypal oder eine Einzahlung auf eine Prepaid-Kreditkarte wäre eine Option. Hierbei muss jedoch einer der Cyberkriminellen ein Konto eröffnen, seine persönlichen Daten preisgeben und seinen Personalausweis vorlegen. Es würde also nur eine Frage der Zeit sein, bis die Polizei an der Tür klopft.

Kriminelle tüftelten auch hierzu eine Strategie aus. Sie ließen Bankkonten auf fremden Namen eröffnen. Hierzu veröffentlichten sie Jobangebote im Homeoffice auf Plattformen wie Kleinanzeigen (ehemals Ebay-Kleinanzeigen). Sie lockten die Bewerber mit attraktiven Gehältern, die Aufgabe war einzig, Bankkonten im eigenen Namen zu eröffnen. Diese Masche funktionierte jedoch nur für eine gewisse Zeit. 

Mitarbeiter und Privatleute müssen immer wachsam sein
Mitarbeiter und Privatleute müssen immer wachsam sein

Kryptowährungen versprechen maximale Anonymität

So hat es nicht lange gedauert, bis Kryptowährungen in den Fokus von Cyberkriminellen rutschten. Diese digitalen Währungen sind dezentralisiert und nicht abhängig von Bundesbanken oder dem Staat.

Die finanziellen Transaktionen (Wallet-to-Wallet) finden komplett anonym statt!

In der Lösegeldforderung nennen die Cyberkriminellen den aus 26 bis 35 alphanumerischen Zeichen bestehenden (Public Key) der Wallet – keine Namen, keine Bankdaten. Auf diese Wallet senden die Unternehmen Lösegeld, ohne zu wissen, wem diese Wallet gehört.

Für Strafverfolgungsbehörden stellt die Anonymität der Täter hinter den Cyberangriffen eine erhebliche Herausforderung dar.

Obwohl jede Transaktion in der Blockchain – einem öffentlichen Ledger, das alle Transaktionen aufzeichnet – vermerkt wird, ist die Rückverfolgung dieser Transaktionen zu realen Personen ohne zusätzliche Informationen schwierig.

Cyberkriminelle nutzen diese Anonymität aus, um Lösegeldforderungen zu stellen, wohl wissend, dass die digitale Spur, die sie hinterlassen, verwischt und schwer zu verfolgen ist