VirtualBox: Festplatten-Datei nachträglich vergrößern – So geht’s

von | 10.06.2012 | Tipps

Ein PC in einem anderen PC, virtuell – das machen Virtualisierungs-Apps möglich. Eine beliebte Software für diesen Zweck ist VirtualBox von Oracle. Ein Problem habt ihr allerdings, wenn ihr beim Einrichten des virtuellen Computers die Größe der Festplatte zu klein eingestellt habt. Denn normalerweise könnt ihr diesen Wert nicht nachträglich ändern. Mit modernen VirtualBox-Versionen und den richtigen Befehlen klappt aber auch das.

Vorbereitung: VM herunterfahren und Backup erstellen

Bevor ihr die Festplattengröße verändert, fahrt den betreffenden virtuellen Computer erst mithilfe der VirtualBox-Verwaltung herunter. Wichtig: Erstellt vorher unbedingt ein Backup eurer VM, falls etwas schiefgeht. Snapshots sind zwar praktisch, können aber den Resize-Vorgang blockieren. Entfernt sie daher vorher oder nutzt das Backup.

Methode 1: Über die VirtualBox-GUI (seit Version 6.0)

Seit VirtualBox 6.0 könnt ihr die Festplattengröße auch über die grafische Oberfläche anpassen:

  1. Öffnet den VirtualBox Manager
  2. Geht zu „Datei“ > „Manager für virtuelle Medien“ (oder drückt Strg+D)
  3. Wählt eure VDI-Datei aus der Liste
  4. Klickt auf „Eigenschaften“ und dann auf „Größe“
  5. Zieht den Schieberegler auf die gewünschte Größe oder gebt den Wert direkt ein
  6. Bestätigt mit „Anwenden“

Diese Methode ist besonders für Windows-Nutzer praktisch, die sich nicht mit der Kommandozeile herumschlagen wollen.

Methode 2: Terminal-Befehl (alle Betriebssysteme)

Die klassische Methode über das Terminal funktioniert weiterhin und ist oft flexibler. Startet ein Terminal (unter Windows die Eingabeaufforderung oder PowerShell) und wechselt in den Ordner der virtuellen Maschine. Verwendet nun folgenden Befehl:

VBoxManage modifyhd "DiePlatte.vdi" --resize 20480

Bei neueren VirtualBox-Versionen könnt ihr auch diesen Befehl verwenden:

VBoxManage modifymedium disk "DiePlatte.vdi" --resize 20480

Wichtige Parameter und Tipps:

  • Ersetzt „DiePlatte.vdi“ mit dem Namen eurer Container-Datei (inklusive Anführungszeichen bei Leerzeichen im Namen)
  • Tragt anstelle von „20480“ die gewünschte Größe in MB ein. 20480 MB entsprechen 20 GB
  • Wählt nur eine neue Größe, die größer ist als die bisherige. Verkleinern ist zwar theoretisch möglich, aber riskant
  • Der Vorgang kann bei großen Festplatten mehrere Minuten dauern

Verschiedene Festplatten-Formate

VirtualBox unterstützt verschiedene Festplatten-Formate. Der Resize-Befehl funktioniert mit:
– VDI (VirtualBox Disk Image) – Standard-Format
– VHD (Virtual Hard Disk) – Microsoft-Format
– VMDK (Virtual Machine Disk) – VMware-Format, aber nur bei dynamisch wachsenden Images

Bei VMDK-Dateien von VMware müsst ihr eventuell zuerst in das VDI-Format konvertieren:

VBoxManage clonehd "original.vmdk" "neue.vdi" --format VDI

Nach dem Resize: Partition erweitern

Nachdem ihr die virtuelle Festplatte vergrößert habt, müsst ihr noch die Partition im Gastbetriebssystem erweitern:

Windows: Öffnet die Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc) und erweitert die Partition über das Kontextmenü.

Linux: Nutzt Tools wie GParted oder die Kommandozeilenwerkzeuge fdisk und resize2fs.

Troubleshooting: Häufige Probleme

Falls der Resize-Befehl fehlschlägt:
– Prüft, ob die VM wirklich heruntergefahren ist
– Entfernt alle Snapshots der VM
– Überprüft, ob genügend Speicherplatz auf dem Host vorhanden ist
– Bei „fixed size“ VDIs müsst ihr zuerst auf „dynamic“ konvertieren

VirtualBox 7.x: Neue Features

Die aktuellen VirtualBox-Versionen (7.x Serie) bieten verbesserte Performance und bessere Unterstützung für moderne Betriebssysteme. Besonders praktisch: Die GUI-basierte Größenänderung funktioniert jetzt auch bei verschlüsselten VMs, allerdings müsst ihr das Passwort eingeben.

Zusätzlich könnt ihr jetzt auch die Größe bei laufender VM anpassen, wenn ihr „Hot Plug“ für SATA-Controller aktiviert habt – allerdings nur bei Linux-Gästen mit entsprechender Kernel-Unterstützung.

Performance-Tipp: Nach der Vergrößerung solltet ihr die VM defragmentieren (Windows) oder fstrim ausführen (Linux), um die Performance zu optimieren.

Die aktuelle Version von VirtualBox findet ihr jederzeit auf der Projekt-Website unter www.virtualbox.org.

Zuletzt aktualisiert am 25.04.2026