Wie schnell ist mein Browser wirklich?

von | 10.05.2015 | Tipps

Nicht jeder Browser arbeitet gleich schnell, besonders wenn es um moderne Web-Standards, JavaScript-Performance oder CSS-Darstellungen geht. Auf die Marketing-Versprechen der Browserhersteller solltet ihr euch nicht verlassen. Wie schnell euer Lieblingsbrowser tatsächlich ist, findet ihr am besten selbst heraus – mit modernen Benchmark-Tools.

Der klassische Peacekeeper-Test ist mittlerweile eingestellt, aber es gibt deutlich bessere und aktuellere Alternativen. Diese Tests sind wichtiger denn je, denn moderne Websites sind komplexer geworden und nutzen Web-APIs, die eure Hardware richtig fordern können.

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Speedometer 3.0: Der neue Standard für Browser-Benchmarks

Apple, Google und Mozilla haben gemeinsam Speedometer 3.0 entwickelt – den derzeit besten Browser-Benchmark. Er testet realitätsnahe Szenarien: Todo-Apps, Code-Editoren, Charts und andere typische Web-Anwendungen. Der Test läuft unter browserbench.org/Speedometer3.0 und dauert etwa 3-5 Minuten.

Speedometer misst, wie flüssig euer Browser typische Nutzer-Interaktionen abarbeitet – Klicks, Scrollen, Eingaben. Das Ergebnis ist ein Score-Wert: Alles über 20 ist ordentlich, über 30 ist sehr gut, und über 40 zeigt einen richtig schnellen Browser an.

JetStream 2.1: Für JavaScript-Power

Wer es auf JavaScript-Performance abgesehen hat, sollte JetStream 2.1 ausprobieren. Dieser Test von Apple prüft, wie gut euer Browser modernen JavaScript-Code verarbeitet. Besonders wichtig für Web-Apps wie Google Docs, Figma oder Online-Spiele.

Den Test findet ihr unter browserbench.org/JetStream. Auch hier gilt: höhere Werte bedeuten bessere Performance. Moderne Browser wie Chrome 131, Firefox 133 oder Safari 18 erreichen hier Werte zwischen 200 und 400 Punkten.

Basemark Web 3.0: Der Allrounder

Basemark Web 3.0 ist ein umfassender Test, der nicht nur JavaScript, sondern auch CSS-Animationen, Canvas-Rendering und WebAssembly prüft. Besonders interessant für alle, die viel mit Grafik-lastigen Websites oder Web-Games arbeiten.

Der Test läuft unter web.basemark.com und zeigt am Ende einen detaillierten Bericht mit Teilwertungen für verschiedene Bereiche. So seht ihr auf einen Blick, wo die Stärken und Schwächen eures Browsers liegen.

WebXPRT 4: Praxis-orientiert

WebXPRT 4 simuliert echte Arbeitsabläufe: Foto-Bearbeitung im Browser, Tabellen-Berechnungen, OCR-Texterkennung und Video-Encoding. Dieser Test von Principled Technologies zeigt, wie sich euer Browser bei produktiven Aufgaben schlägt.

Ihr findet WebXPRT 4 unter principledtechnologies.com/benchmarkxprt/webxprt. Der Test dauert etwa 10 Minuten und liefert sowohl einen Gesamt-Score als auch Einzelwerte für die verschiedenen Aufgaben.

Was die Ergebnisse bedeuten

Die absoluten Zahlen sind weniger wichtig als der Vergleich zwischen Browsern auf eurem System. Testet Chrome, Firefox, Safari (auf Mac) oder Edge mit denselben Benchmarks und vergleicht die Werte. Unterschiede von 10-20% sind normal, größere Abweichungen deuten auf Performance-Probleme hin.

Achtet auch darauf, dass andere Programme während des Tests geschlossen sind und euer Rechner nicht gerade Updates installiert. Die Werte schwanken sonst erheblich.

Warum Browser-Speed wichtig ist

Ein langsamer Browser nervt nicht nur – er kostet Zeit und Akku. Moderne Web-Apps wie Notion, Slack oder Discord laufen praktisch wie Desktop-Programme im Browser. Da macht jedes Prozent mehr Performance einen spürbaren Unterschied.

Besonders auf älteren Geräten oder beim Arbeiten mit vielen Tabs gleichzeitig zeigt sich, welcher Browser wirklich optimiert ist. Die Unterschiede zwischen den großen Browsern sind heute geringer als früher, aber sie existieren noch.

Der Performance-Check für euren Browser

Führt am besten alle Tests einmal durch und notiert euch die Werte. Wiederholt die Messung nach Browser-Updates oder wenn ihr das Gefühl habt, dass etwas langsamer geworden ist. Manchmal helfen auch ein Browser-Neustart oder das Deaktivieren problematischer Extensions.

Die Benchmark-Ergebnisse sind übrigens auch hilfreich, wenn ihr zwischen verschiedenen Browsern schwankt oder Kollegen von eurem Lieblings-Browser überzeugen wollt. Zahlen überzeugen oft mehr als subjektive Eindrücke.

Zuletzt aktualisiert am 15.04.2026