Wer sich mit einem neuen Netzwerk verbinden will, muss nicht immer alle Einstellungen von Hand festlegen. Eine neue Netzwerkverbindung lässt sich nämlich auch auf Basis einer vorhandenen einrichten – und zwar sowohl unter Windows 11 als auch Windows 10 deutlich einfacher als früher.
Einfach gesagt: Wie ihr Dateien und Ordner kopieren könnt, so lassen sich auch Netzwerkverbindungen kopieren und damit duplizieren. Das spart Zeit und vermeidet Fehler bei komplexeren Konfigurationen.
Netzwerkverbindungen in Windows 11 kopieren
Unter Windows 11 geht ihr am schnellsten über die Einstellungen vor. Drückt Windows-Taste + I und navigiert zu „Netzwerk und Internet“. Dort findet ihr unter „Erweiterte Netzwerkeinstellungen“ den Punkt „Netzwerkadapteroptionen ändern“. Alternativ könnt ihr auch einfach „ncpa.cpl“ in die Suche eingeben – das öffnet direkt das Fenster mit den Netzwerkverbindungen.
Jetzt seht ihr alle konfigurierten Verbindungen: WLAN, Ethernet, VPN-Verbindungen und mehr. Klickt mit der rechten Maustaste auf die Verbindung, die als Vorlage dienen soll, und wählt „Kopie erstellen“ aus dem Kontextmenü.
Windows 10 und ältere Versionen
Unter Windows 10 funktioniert es ähnlich, nur der Weg dorthin unterscheidet sich leicht. Klickt mit der rechten Maustaste auf das Netzwerksymbol in der Taskleiste und wählt „Netzwerk- und Interneteinstellungen öffnen“. Scrollt nach unten zu „Netzwerk- und Freigabecenter“ und klickt auf „Adaptereinstellungen ändern“.
Bei älteren Windows-Versionen (Windows 8.1, Windows 7) klickt ihr mit der rechten Maustaste auf den Start-Button und wählt „Netzwerkverbindungen“ aus dem Kontextmenü.
Was wird kopiert – und was nicht?
Nach einem Klick auf „Kopie erstellen“ seht ihr ein Duplikat, das standardmäßig „Kopie von …“ heißt. Die meisten Einstellungen dieser Verbindung sind mit denen des Originals identisch:
- IP-Konfiguration (statische IPs, DNS-Server)
- Proxy-Einstellungen
- Protokollkonfigurationen
- Netzwerkprofil-Zuordnungen
- Firewall-Regeln
Aus Sicherheitsgründen werden jedoch keine Anmeldedaten übernommen:
– Benutzernamen und Passwörter für VPN-Verbindungen
– WLAN-Kennwörter
– Zertifikate und Schlüssel
– Gespeicherte Authentifizierungsdaten
Diese müssen bei der ersten Verbindungsherstellung einmalig neu eingegeben werden.
Praktische Anwendungsfälle
Das Kopieren von Netzwerkverbindungen ist besonders nützlich in folgenden Situationen:
VPN-Verbindungen für verschiedene Standorte: Ihr habt eine funktionierende VPN-Konfiguration für den Hauptstandort und wollt eine ähnliche für eine Filiale einrichten. Kopiert die Verbindung und passt nur die Server-Adresse an.
Test- und Produktivumgebungen: Entwickler kennen das Problem – verschiedene Netzwerkprofile für Test-, Staging- und Live-Systeme. Statt alles neu zu konfigurieren, kopiert ihr die Basiseinstellungen.
Mobile Arbeitsplätze: Für Mitarbeiter, die zwischen verschiedenen Büros pendeln, könnt ihr schnell angepasste Verbindungsprofile erstellen.
Backup-Konfigurationen: Bevor ihr Änderungen an kritischen Netzwerkeinstellungen vornehmt, erstellt eine Kopie der funktionierenden Konfiguration als Backup.
Tipps für die Nachbearbeitung
Nach dem Kopieren solltet ihr die neue Verbindung umbenennen. Klickt mit der rechten Maustaste darauf und wählt „Umbenennen“. Gebt einen aussagekräftigen Namen ein, der den Zweck der Verbindung verdeutlicht.
Überprüft auch die kopierten Einstellungen: Klickt mit der rechten Maustaste auf die neue Verbindung und wählt „Eigenschaften“. Hier könnt ihr alle Parameter kontrollieren und bei Bedarf anpassen.
Alternative: PowerShell für Profis
Fortgeschrittene Nutzer können Netzwerkverbindungen auch über PowerShell verwalten. Der Befehl Get-NetConnectionProfile zeigt alle Profile an, während New-NetConnectionProfile neue erstellt. Das ist besonders bei der Automatisierung oder Verwaltung vieler Clients hilfreich.
Fazit
Das Kopieren von Netzwerkverbindungen ist eine unterschätzte Windows-Funktion, die viel Zeit sparen kann. Gerade bei komplexeren Konfigurationen oder wenn ihr mehrere ähnliche Verbindungen benötigt, ist diese Methode deutlich effizienter als alles von Grund auf neu einzurichten. Probiert es beim nächsten Mal einfach aus – ihr werdet überrascht sein, wie praktisch diese Funktion ist.
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026

