Wenn es etwas gibt, was an einem Smartphone praktisch ist, dann ja wohl die Möglichkeit, sich jederzeit zu orientieren. Ein Knopfdruck – und man sieht im Display eine Karte und seinen aktuellen Aufenthaltsort. Moderne Kartendienste können eine Menge: Sie präsentieren auch Satellitenaufnahmen, Luftbilder, 3D-Ansichten der Umgebung, sie helfen beim Navigieren oder Spazieren durch eine fremde Stadt – und sie empfehlen, direkt oder indirekt, auch Shops, Restaurants, Bars und Geschäfte.
Genau das ist der springende Punkt: Kartendienste werden immer wichtiger und sind längst zu einem Multi-Milliarden-Geschäft geworden. Was vor Jahren noch experimentell war, ist heute Standard. Apple hat seinen Kartendienst Apple Maps über die Jahre deutlich verbessert und kann inzwischen durchaus mit Google Maps mithalten. Die anfänglichen Kinderkrankheiten sind weitgehend behoben.
Interessant ist, was aus den Pionieren geworden ist: Nokia verkaufte seinen HERE-Kartendienst 2015 an ein deutsches Konsortium aus Audi, BMW und Daimler. Heute gehört HERE zu den führenden Anbietern für Kartendaten in der Automobilindustrie und liefert die Basis für autonomes Fahren. Der Dienst here.com bietet nach wie vor beeindruckende Funktionen und hat sich vor allem im B2B-Bereich etabliert. Während Google Maps und Apple Maps den Consumer-Markt dominieren, punktet HERE bei Unternehmenskunden und in der Automotive-Branche.
Die Konkurrenz ist heute vielfältiger: Neben den Platzhirschen Google Maps und Apple Maps mischen auch OpenStreetMap-basierte Dienste wie OsmAnd und Maps.me mit. Besonders spannend sind neue Player wie what3words, die jedem Ort auf der Erde eine eindeutige Drei-Wort-Adresse zuweisen – eine clevere Lösung für Gebiete ohne klassische Straßenadressen.
Beim Thema Betriebssysteme hat sich die Landschaft komplett gewandelt. Firefox OS, das damals als Alternative zu Android und iOS antrat, wurde bereits 2016 eingestellt. Mozilla hatte erkannt, dass der Smartphone-Markt bereits fest in der Hand von Google und Apple war. Heute dominieren Android und iOS mit über 99% Marktanteil.
Dafür ist Mozilla in anderen Bereichen aktiv geblieben: Der Firefox-Browser setzt weiterhin auf Datenschutz und Privatsphäre als Alleinstellungsmerkmale. Mit Features wie Enhanced Tracking Protection und strengen Anti-Fingerprinting-Maßnahmen positioniert sich Firefox als datenschutzfreundliche Alternative zu Chrome und Safari. Gerade in Zeiten, in denen Datenschutz immer wichtiger wird, hat Mozilla eine wichtige Nische besetzt.
Spannend ist auch die Entwicklung bei alternativen Betriebssystemen: Projekte wie /e/OS oder LineageOS bieten Android-Alternativen ohne Google-Services. Und mit der EU-Regulierung müssen Apple und Google ihre Systeme zunehmend öffnen – ein Trend, der Mozilla damals vorhergesagt hatte.
Bei Googles Gaming-Ambitionen hat sich ebenfalls viel getan. Ingress, das 2012 gestartete Augmented-Reality-Spiel, läuft noch immer und hat eine treue Community. Aber der wahre Durchbruch kam mit Pokémon GO von Niantic (den Machern von Ingress) im Jahr 2016. Das Spiel zeigte der Welt das Potenzial von Augmented Reality und Location-based Gaming.
Heute ist AR-Gaming längst Mainstream: Von Pokémon GO über Harry Potter: Wizards Unite bis hin zu Minecraft Earth (inzwischen eingestellt) – die Verzahnung von echter und virtueller Realität ist alltäglich geworden. Apple und Google haben mit ARKit und ARCore mächtige Plattformen für AR-Entwickler geschaffen.
Google selbst hat mit Stadia versucht, das Gaming zu revolutionieren – allerdings erfolglos. Der Cloud-Gaming-Dienst wurde 2023 eingestellt. Dafür sind andere Cloud-Gaming-Anbieter wie GeForce Now, Xbox Cloud Gaming und Amazon Luna erfolgreich.
Die wirklich spannende Entwicklung liegt heute in der Integration von KI in Games: Procedural Generation, intelligente NPCs und personalisierte Spielerlebnisse zeigen, wohin die Reise geht. Was 2012 mit Ingress als Experiment begann, ist heute die Basis für eine ganze Industrie von standortbasierten und AR-erweiterten Spielen.
Die Lehre aus diesen drei Beispielen: Der Tech-Markt entwickelt sich rasant, und nicht jeder frühe Vorstoß führt zum Erfolg. Aber die grundlegenden Ideen – bessere Karten, datenschutzfreundliche Software und immersive Gaming-Erlebnisse – haben sich durchgesetzt, oft nur in anderer Form als ursprünglich gedacht.
Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026