Wer gerne mal Programme testet oder jahrelang seinen Windows-PC nutzt, bei dem sammelt sich mit der Zeit so einiges an. Und wenn man dann einen Blick in die Liste der installierten Programme wirft, trifft einen fast der Schlag. Hunderte von Einträgen, viele davon völlig unbekannt. Aber Halt: Nicht alles kann einfach gefahrlos entfernt werden.
Um die Liste aller installierten Anwendungen einzusehen und Programme zu löschen, geht ihr in Windows 10 und 11 in die Einstellungen (Windows-Taste + I) und dann zu „Apps“. Alternativ könnt ihr auch die klassische Systemsteuerung verwenden: Drückt [Windows] + [R], tippt „appwiz.cpl“ ein und bestätigt mit Enter.
Diese Programme niemals löschen
Beim Ausmisten der Programme auf eurem PC dürft ihr diese Einträge nie deinstallieren:
Microsoft .NET Framework / .NET Desktop Runtime (verschiedene Versionen)
Das ist die Laufzeit-Umgebung für unzählige Windows-Programme. Ohne .NET funktionieren viele Anwendungen nicht mehr. Windows 11 bringt bereits .NET 6.0 mit, aber ältere Programme benötigen oft noch die Frameworks 4.5 bis 4.8.
Microsoft Visual C++ Redistributable (verschiedene Jahrgänge)
Diese Bibliotheken sind essentiell für Programme, die mit Visual Studio entwickelt wurden. Ihr findet meist mehrere Versionen (2015-2022, x64 und x86). Alle behalten! Ohne diese DLLs stürzen Programme beim Start ab.
Microsoft Edge WebView2
Seit 2021 nutzen viele Desktop-Apps diese Komponente, um Webinhalte anzuzeigen. Teams, Outlook, Spotify und unzählige andere Programme sind darauf angewiesen. Niemals entfernen!
Windows Subsystem for Linux (WSL)
Falls installiert, ist das für Entwickler und Power-User wichtig. Ermöglicht das Ausführen von Linux-Umgebungen direkt unter Windows.
DirectX und Visual C++ Runtime
Essentiell für Spiele und Multimedia-Anwendungen. Ohne diese läuft praktisch kein modernes Spiel.
Treiber-Software eures Herstellers
HP Smart, Dell SupportAssist, Lenovo Vantage – auch wenn sie nerven, enthalten sie oft wichtige Treiber-Updates und Hardware-Features.
Audio-Treiber wie Realtek HD Audio
Ohne diese bleibt euer PC stumm. Auch speziellere wie „Nahimic“ oder „DTS Audio“ sollten bleiben.
Touchpad-Treiber
Synaptics, ELAN oder andere – ohne diese funktioniert das Touchpad nur mit Grundfunktionen.
Was ist 2026 überholt?
Adobe Flash Player ist seit Ende 2020 komplett tot. Falls noch irgendwo installiert, kann das weg – aber normalerweise ist es längst verschwunden.
Mozilla Maintenance Service könnt ihr nur löschen, wenn ihr Firefox komplett nicht nutzt. Aber Vorsicht: Auch manche andere Programme nutzen Mozilla-Komponenten.
UxStyle war mal nötig für Custom Windows-Themes, ist aber seit Windows 10 weitgehend überflüssig geworden.
Moderne Aufräum-Tools nutzen
Statt manuell zu löschen, nutzt lieber spezialisierte Tools:
Windows eigene Funktionen: Die Speicheroptimierung in den Einstellungen (System > Speicher) räumt automatisch auf und zeigt, was wirklich Platz frisst.
Revo Uninstaller entfernt Programme gründlicher als Windows selbst und findet auch Registry-Reste.
BCUninstaller ist kostenlos und zeigt versteckte Programme an, die in der normalen Liste nicht auftauchen.
Worauf achten beim Aufräumen?
Schaut nicht nur auf den Namen, sondern auch auf den Herausgeber. Alles von Microsoft solltet ihr sehr vorsichtig behandeln. Auch Programme ohne Versionsnummer oder Größenangabe sind meist Systemkomponenten.
Bei Unsicherheit gilt: Lieber einmal googeln als hinterher das System neu aufsetzen zu müssen. Ein „Microsoft Visual C++ 2019 Redistributable“ mag langweilig klingen, aber ohne das startet womöglich euer Lieblingsspiel nicht mehr.
Falls ihr aus Versehen doch etwas Wichtiges gelöscht habt: Die meisten dieser Komponenten könnt ihr von der Microsoft-Website nachinstallieren. Aber das ist deutlich aufwändiger als sie einfach in Ruhe zu lassen.
Das Fazit
Moderne Windows-Versionen sind deutlich besser im Speicher-Management geworden. Diese paar hundert MB für Runtime-Bibliotheken fallen bei heutigen Festplattengrößen nicht ins Gewicht. Konzentriert euch beim Aufräumen lieber auf echte Platzfresser wie alte Spiele, nicht genutzte Adobe-Programme oder vergessene Entwicklungstools.
Die goldene Regel: Wenn ihr nicht sicher wisst, was ein Programm macht, lasst es installiert. Euer System dankt es euch.
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026

