Wer hätte gedacht, dass das Thema Selfie immer noch nicht völlig ausgelutscht ist? Während wir heute an KI-Selfies, AR-Filter und 360-Grad-Aufnahmen gewöhnt sind, gibt es eine besonders charmante Variante, die zeitlos witzig bleibt: das Statue Selfie. Hier wird die Kamera so geschickt an der Hand einer Statue angebracht und der Auslöser betätigt, dass der Betrachter den Eindruck hat, die Statue hätte selbst ein Selfie gemacht.
Erfunden hat diesen Trend Reddit-Nutzer Jazus_ur_lookin_well, der in der Crawfordgallery im irischen Cork genügend Statuen zur Verfügung hatte, um seine Idee auszuprobieren. Das Prinzip ist einfach: Das Statue Selfie wird aus dem typischen Selfie-Winkel fotografiert, so dass der Eindruck entsteht, die Statue hätte ein Selbstporträt erstellt.
Was damals als kleiner Reddit-Scherz begann, ist mittlerweile zu einem echten Social Media Phänomen geworden. Auf Instagram, TikTok und Pinterest findet ihr unzählige Variationen dieser kreativen Fotoidee. Besonders clever: Durch die typische Selfie-Perspektive – leicht von oben, ausgestreckter Arm – wird den jahrhundertealten Kunstwerken regelrecht Leben eingehaucht und ihnen unbewusst eine moderne Persönlichkeit verliehen.
Der Reiz liegt nicht nur im visuellen Gag, sondern auch in der Kunstinterpretation. Plötzlich werden klassische Skulpturen zu digitalen Influencern, die scheinbar selbst am Social Media Hype teilnehmen. Diese ironische Vermischung von High Culture und Pop Culture trifft den Zeitgeist perfekt.
Was ihr für euer eigenes Statue Selfie braucht, ist überraschend simpel: Ein Smartphone oder eine kompakte Kamera, etwas Klebeband oder eine kleine Halterung und natürlich eine geeignete Statue mit ausgestrecktem Arm. Wichtig ist der richtige Winkel – die Kamera sollte so positioniert werden, als würde die Statue tatsächlich ein typisches Selfie machen.
Besonders gut funktioniert der Trick bei Skulpturen mit ausgestreckten Händen, zeigenden Gesten oder Statuen, die bereits eine dynamische Pose haben. Museen wie das Louvre, das British Museum oder auch deutsche Institutionen wie die Berliner Museumsinsel bieten unzählige Möglichkeiten für kreative Aufnahmen.
Aber Vorsicht: Nicht jedes Museum erlaubt das Anbringen von Gegenständen an den Kunstwerken. Informiert euch vorher über die Hausregeln oder fragt das Personal. Viele Museen sind mittlerweile selfie-freundlich geworden und haben sogar spezielle Bereiche für kreative Fotos eingerichtet.
Der Trend hat sich übrigens weiterentwickelt: Heute experimentieren Fotografen mit verschiedenen Kameraperspektiven, nutzen Drohnen für spektakuläre Außenaufnahmen von Denkmälern oder kombinieren die Statue Selfies mit AR-Filtern. Einige Künstler haben sogar interaktive Installationen geschaffen, bei denen Besucher gemeinsam mit den Skulpturen posieren können.
Besonders interessant wird es, wenn historische Persönlichkeiten scheinbar selbst zu Social Media Nutzern werden. Ein Napoleon, der ein Selfie macht? Ein Buddha mit Smartphone? Diese Kontraste erzeugen oft humorvolle, manchmal auch nachdenkliche Momente über unseren Umgang mit Technologie und Selbstdarstellung.
Für Content Creator und Fotografen bieten Statue Selfies eine kostengünstige Möglichkeit, originellen Content zu erstellen. Der Mix aus Humor, Kunst und Social Media Bezug sorgt regelmäßig für hohe Engagement-Raten.
Was ursprünglich in Cork begann, ist heute ein weltweites Phänomen. Von den Statuen auf der Osterinsel bis zu modernen Skulpturen in urbanen Parks – überall entstehen kreative Variationen dieser fotografischen Spielerei. Die Ergebnisse sind nach wie vor durchaus witzig und beweisen, dass manchmal die einfachsten Ideen die langlebigsten sind.
Probiert es doch beim nächsten Museumsbesuch selbst aus – mit Respekt vor der Kunst und den Hausregeln, versteht sich.
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026
