Wie nennt man heute ein kompaktes Notebook im unteren Preissegment? Richtig: Netbook. Diese Bezeichnung hat sich seit einigen Monaten eingebürgert. Ziemlich genau, seitdem Asus mit seinem Eee-PC so erfolgreich ist. Der Anfang des Jahres vorgestellte Kompakt-PC kostet nicht mal 300 Euro und eignet sich hervorragend zum Surfen im Web. Daher: Netbook.Mittlerweile gibt es keinen namhaften Hersteller mehr, der nicht ebenfalls ein Modell in diesem unteren Preissegment anbietet – ein Netbook eben. Aber wie das meistens so ist: Stellt sich erst mal der Erfolg ein (laut Marktforscher Gartner sollen bis 2012 weltweit rund 50 Millionen Netbooks im Einsatz sein), sind garantiert Leute nicht weit, die daraus Kapital schlagen wollen.

So auch diesmal. Ein Technik-Blog berichtet, dass derzeit eine Londoner Kanzlei Abmahnungen an Webseitenbetreiber verschicken soll, die den den Begriff „Netbook“ im Namen verwenden. Sofern das auch als Scan vorliegende Schreiben der Kanzlei authentisch ist, wird den Webseitenbetreibern bis Ende März Zeit gegeben, ihre Webseite umzubenennen. Ohne Netbook im Namen.

Warum? Ganz einfach: Hardwarehersteller Psion hält seit gut zehn Jahren die Markenrechte an dem Begriff „Netbook“. Ein entsprechendes Gerät hat der Hersteller zwar längst nicht mehr vorzuweisen (den ersten und letzten „netBook“ hat Psion im Jahr 2000 vorgestellt, mit immerhin 32 MByte Arbeitsspeicher). Aber so etwas kümmert Juristen bekanntlich wenig.

Die Marke „Netbook“ ist zwar noch einige Jahre geschützt – nur fragt man sich: Warum eigentlich, ohne Innovationen? Und wieso lassen sich derart allgemeine Begriffe überhaupt schützen? Und warum hat man in einem Unternehmen nicht die Gelassenheit zu akzeptieren, dass niemand den glücklosen netBook von einst meint, wenn heute von Netbooks die Rede ist?

So etwas werde ich nie begreifen.