Sie haben Post! Das ist leider immer öfter keine so gute Nachricht. Denn Experten schätzen, dass mittlerweile bis zu 90 Prozent aller im Umlauf befindlichen E-Mails Spam sind, also unerwünschter Reklamemüll. Es scheint immer mehr zu werden – und damit immer ärgerlicher. Wieso die Reklameflut wächst und was man dagegen unternehmen kann.

Spam Aufkommen steigt

Elektronische Post könnte so viel Spaß machen. Wenn da nicht die vielen, vielen lästigen Reklame-Mails wären, die unsere Briefkästen verstopfen. Die meisten Spam-Nachrichten sind in englischer Sprache verfasst. Oft sollen Uhren, Aktien oder Glücksspiele verhökert werden. Das ist nicht wirklich gefährlich, aber nervig.

Es ist leider wirklich schwer, sich gegen Spam zu wehren. Und der Eindruck täuscht auch nicht: Die Zahl der Werbe-Mails ist in den letzten Wochen und Monaten erheblich angestiegen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen wenden die Spam-Versender immer geschicktere Tricks an, um ihre Reklame unters Internetvolk zu bringen. Zum anderen steigt aber auch einfach das Aufkommen. Es werden mehr Werbemails verschickt.

Da fragt sich mancher, und das zu Recht: Wieso gelingt es eigentlich nicht, Spam effektiver zu unterbinden? Das kann doch eigentlich nicht so schwierig sein!? Ist es aber leider doch.

Missbrauch gekapterter PCs und aktuelle Tricks

Problem Nummer eins: Spam-Versender benutzen schon lange nicht mehr eigene Computer, um ihre Werbenachrichten zu verschicken. Stattdessen missbrauchen sie gekaperte PCs von Privatleuten. Rechner in aller Welt, die in der jüngsten Vergangenheit mit einem Wurm infiziert wurden und dann ferngesteuert zum Verschicken von Spam benutzt werden. Bis solche Spam-Schleudern entdeckt werden, sind bereits zigtausend Mails verschickt.

Problem Nummer zwei: Spam versucht sich zu verstecken. Viele Spam-Mails kommen heute mit einer schwer lesbaren Nachricht, eingebettet in eine Grafik, manchmal sogar schräg gestellt daher. Solche Nachrichten sind für Spam-Filter derzeit nicht zu bewältigen. Spam-Filter können Texte lesen, aber keine Grafiken. Darum rutscht solche Spam garantiert durch nahezu jeden Spam-Filter.

User sollten nicht reagieren

Problem Nummer drei sind die User selbst. Wenn niemand, aber wirklich niemand die Mails öffnen und erst Recht nicht auf die windigen Angebote eingehen würde, dann würde sich Spam auch nicht rechnen. Das Problem würde sich ganz leicht von allein erledigen. Deshalb: Bitte niemals auf Spam-Mails antworten! Und vor allem: Nie etwas kaufen!

Entwickler und Provider tüfteln derzeit weltweit an verschiedenen Lösungen, wie sich Spam wirkungsvoll verhindern lässt oder zumindest erheblich reduziert werden kann. Das funktioniert allerdings nur dann gut, wenn alle am selben Strang ziehen, dieselben Methoden benutzen, um Reklame-Mails zu erkennen und abzublocken. Deshalb wird es wohl noch eine Weile dauern, bis die Spamwelle spürbar abebbt. Bis dahin müssen sich Computerbenutzer selbst schützen. Es gibt ein paar wichtige Verhaltensregeln, die helfen können, damit der eigene Briefkasten nicht mit Spam vollgestopft wird.

Eigene eMail schützen

Wichtigste Regel: Sorgfältig mit der eigene E-Mail-Adresse umgehen und sie wirklich nur dann irgendwo eintragen, wenn es sich um einen vertrauenswürdigen Anbieter handelt. Seriöse Shops gehen in Ordnung. Gewinnspiele und windige Webseiten sollten aber besser gemieden werden. Hier wird man allzu schnell Opfer einer Spamfalle.

Auch Spam-Filter sind nützlich. Sie untersuchen eingehende Post auf verschiedene Kriterien. Alles, was nach Reklame aussieht, wird aussortiert oder wenigstens entsprechend gekennzeichnet. Allerdings funktionieren Spam-Filter nicht hundertprozentig. Sie können nicht jede Spam erkennen, und manchmal landen auch richtige Mails im Spam-Ordner. Einfach den Spam-Filter beim Mail-Provider oder in der Software einschalten.

Wegwerf-Adressen

Im Zweifelsfall helfen auch schon mal Wegwerf-Adressen weiter. Das sind E-Mail-Adressen, die man nur eine bestimmte Zeit benutzt, zum Beispiel ein paar Tage. Danach verliert die Adresse automatisch ihre Gültigkeit. Spam wird dann nicht weitergeleitet. Ideal, für einen kurzen Kontakt mit einer Firma oder Webseite.

Solche Wegwerf-E-Mail-Adressen gibt es zum Beispiel kostenlos unter trashmail.net, spamgourmet.com oder jetable.org, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Da die E-Mail-Adressen eintreffende Post kategorisch nur für eine begrenzte Zeit zustellen, haben Spam-Versender keine Chance. Solche Adressen sollte man aber nur verwenden, wenn man keinen langfristigen Kontakt wünscht, denn sonst könnte es passieren, das einen irgendwann eine wirklich wichtige Mail nicht erreicht, weil sie schlichtweg gelöscht wird. Ist aber trotzdem eine wirklich nützliche, sehr einfach zu handhabende Lösung, die ich nur empfehlen kann.