Bislang dachte ich, der Twitter-Kanal von Barack Obama hätte am meisten Follower, also Abonnenten. Rund 750.000 Menschen haben hier in Wahlkampfzeiten verfolgt und gelesen, was der Nun-Präsident zu sagen hatte.

Doch es gibt Twitter-Kanäle mit noch mehr Lesern: Der US-Schauspieler Ashton Kutcher kann sich über rund eine Million Leser freuen. Ähnlich erfolgreich ist @cnnbrk. Hier gibt es Nachrichten und kurze Zusammenfassungen von aktuellen Meldungen aus dem Nachrichtensender CNN.

Ebenfalls fast eine Million Leser. Überraschend ist an der Sache zweifellos, dass dieser Twitter-Kanal gar nicht von CNN ist, sondern James Cox gehört, einem Mann aus San Francisco. Wie der Branchendienst Silicon Alley Insider berichtet, hat sich CNN den populären Kanal nun aber unter den Nagel gerissen. Es darf als sicher gelten, dass dafür Geld geflossen ist – das wäre dann das erste Mal, dass jemand mit Twitter richtig Kasse gemacht hat.

Insgesamt kein ungewöhnlicher Vorgang: Zuerst ist eine neue Technologie „underground“, dann wird sie immer populärer, irgendwann setzen auch kommerzielle Anbieter sie ein. Das ist der Lauf der Dinge.

In Deutschland ist Twitter aber nach wie vor noch ein Randphänomen: Nur 40.000 Deutsche soll es laut einer aktuellen Twitterstudie geben, die Twitter mehr oder weniger regelmäßig benutzen. Das ist nicht besonders viel. In den USA ist Twitter längst ein Massenmedium geworden, wie man am Beispiel von cnnbrk sieht.