Was ist das Echtzeit-Web?

Es gibt Menschen, die teilen der Web-Öffentlichkeit wirklich jede Kleinigkeit mit – selbst Belanglosigkeiten, etwa dass sie gerade eine Tasse Kaffee trinken. Allein über Twitter werden mittlerweile über 50 Millionen Nachrichten veröffentlicht – und zwar am Tag. Soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Co. sorgen für eine nicht enden wollende Info- und Nachrichtenflut – und verändern das Internet allmählich, aber gewaltig.

Das World Wide Web mit seinen Milliarden von Webseiten ist immer noch wichtig, keine Frage, aber eben vergleichsweise statisch. Es passiert nicht so viel. Immer wichtiger wird hingegen, was gerade im Moment los ist, worüber sich die Menschen jetzt gerade im Web unterhalten, was sie sich gegenseitig empfehlen – zum Beispiel auf Twitter, Facebook und Co. Genau das wird Echtzeit-Web genannt. Realtime Web.

Und das verändert auch die Art und Weise, wie Internetbenutzer suchen. Sie wollen nämlich immer öfter wissen, was im Echtzeit-Web so los und relevant ist. Das ist auch der Grund, warum alle Suchmaschinen, allen voran Google und Microsoft Bing, Echtzeitdienste wie Twitter und Facebook immer stärker in die Suchergebnisse einzubeziehen.

Wer bei Google einen Suchbegriff eingibt, kann zum Beispiel über die neue Funktion „Updates“ erfahren, ob es zu diesem Begriff aktuell auch Twitter-Nachrichten gibt. Und zwar mehr oder weniger live, in diesem Moment.

Diese Funktion ist neu. Google weiß also ganz genau, was jetzt, gerade, in diesem Augenblick im Web diskutiert wird – und informiert mich darüber, wenn es mich interessiert. Diese neue Echtzeitsuche steht ab sofort bei Google zur Verfügung.

Den neuen Service zu nutzen, ist einfach. Wer zum Beispiel wissen möchte, was derzeit im Echtzeit-Web über unsere Bundeskanzlerin gesagt und gedacht wird, gibt „Merkel“ ein – und wählt in den Suchoptionen „Updates“ aus. Schon erscheinen ausschließlich Kurznachrichten aus den sozialen Netzwerken, vor allem aus Twitter. Viele nur wenige Minuten alt.

Ähnlich lassen sich auch gezielt Blogs, Nachrichtenbereiche oder Diskussionsforen durchforsten. Auch diese Fundstellen sind top-aktuell. Wer nach Trends sucht oder sich an aktuellen Diskussionen beteiligen möchte, wird so schneller fündig.

Microsoft Bing setzt ebenfalls auf Echtzeit-Suche: Ab sofort sucht Bing auch in Deutschland nach Nachrichten aus Twitter und Co.  – wie in den USA schon länger.

Die Live-Suche ist nicht nur für Menschen interessant, die selbst twittern, sondern ganz generell. Denn so lassen sich Trends erkennen, etwa worüber gerade besonders intensiv im Web diskutiert wird, was die Leute bewegt und interessiert.

Twitter selbst liefert dazu übrigens auch ein paar Hinweise. Man kann auf den Twitter-Seiten nachschauen, welche Themen und Stichwörter aktuell besonders häufig verwendet werden – und so die aktuellen Lieblingsthemen des Web 2.0 erkennen, was besonders intensiv diskutiert oder verlinkt wird.

Längst gibt es auch spezielle Suchmaschinen, die ganz gezielt nur das Echtzeit-Web durchforsten und Webseite links liegen lassen. www.oneRiot.com ist so ein Beispiel: Wer hier nach einem Begriff sucht, bekommt gezeigt, wie gerade diskutiert wird – und auf welche Artikel oder Videos die Menschen in den Diskussionen verlinken.

Das Internet verändert sich. Es wird immer wichtiger, was jetzt, gerade im Moment passiert. Was auch daran liegt, dass immer mehr Menschen ein Smartphone in der Tasche haben. Mit modernen Smartphones ist es nämlich nicht nur möglich, im Web zu surfen, man kann selbstverständlich auch Twitter-Nachrichten absetzen oder unterwegs ganz komfortabel an sozialen Netzwerken wie Facebook teilnehmen. Und weil es so einfach ist, nutzen es immer mehr Menschen. Auch das verändert das Internet.

Ob Texte, Nachrichten; Fotos oder Videos – fast alles landet heute im Netz, und zwar immer schneller. In Echtzeit eben. Und darauf wollen immer mehr Nutzer schnell und bequem zugreifen. Möglichst sofort. Das ist das Echtzeit-Web.

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