Onlinewerbung ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Methode, um mit Webinhalten Geld zu verdienen – lohnt sich allerdings kaum, die mit Onlinereklame erzielten Umsätze sind in der Regel vergleichsweise klein. Gleichzeitig sind nur wenige Internetbenutzer bereit, für Inhalte im Web zu bezahlen. Verleger, Blogger und Webseitenbetreiber sind deshalb auf der Suche nach einen guten Alternative, die gut funktioniert, von vielen akzeptiert wird und auch genügend Geld einbringt.

Mit Flattr und Kachingle sind zwei Systeme an den Start gegangen, die eine Lösung sein könnten. Das Konzept: Jeder Internetbenutzer zahlt für den Besuch einer Webseite einen beliebigen Betrag – und auch nur, wenn er möchte. Flattr und Kachingle helfen dabei, das eigene, persönliche Monatsbudget für Onlineangebote auf die besuchten Webseiten zu verteilen.

Kultur-Flatrate fürs Web

Die Idee: Jeder Internetbenutzer kennt Webseiten, die er regelmäßig besucht. Wer sich bei Flattr oder Kachingle anmeldet, kann dort ein Konto einrichten und festlegen, wie viel er im Monat für seine Lieblingsseiten ausgeben will. Bei Flattr geht es ab zwei Euro im Monat los, bei Kachingle bei vier Euro – nach oben gibt es keine Grenze. Beim Surfen im Web kann man dann durch Anklicken entsprechender Buttons eine Webseite “ für eine spätere Bezahlung berücksichtigen.

Wer selbst Inhalte ins Netz stellt und sie mit einem entsprechenden Bezahlbutton ausstattet, kann auf diese Weise Einnahmen generieren. Besucher klicken auf den Button und zahlen so dem Urheber einen Anteil ihres monatlichen Budgets. Das Budget wird anteilig verteilt: Wer nur einmal im Monat klickt, gibt sein gesamtes Budget an den markierten Urheber weiter. Wer zwei Mal im Monat klickt, zahlt jeder besuchten Webseite die Hälfte, wer hundert Mal klickt, jeder Webseite 1 Prozent des Budgets. Eigentlich eine praktische Sache – so eine Art persönliche Kultur-Flatrate im Web.

Zentrale Frage: Bezahlen genug User?

flattr kommt aus Schweden – Kachingle aus den USA. Das Prinzip ist bei beiden mehr oder weniger gleich: Kachingle berücksichtigt bei der Auszahlung allerdings auch, wie oft eine Webseite besucht wurde. Ob Kachingle oder flattr: Jeder kann sehen, wie viele Leute die Seite bereits „unterstützen“, also etwas dafür zu zahlen bereit sind. Der Flattr-Button zählt nur die Anzahl der Klicks, bei Kachingle kann man auch erfahren, wer zu den Unterstützern einer Seite gehört, wie oft sie besucht wurde und vor allem: wie viel Geld wohin geflossen ist. Mehr Transparenz also – das wird nicht jeder mögen.

Noch sind die Dienste recht jung, es gibt weder besonders viele Leute, die damit Geld verteilen, noch Webseiten, die sie als Zahlmethode eingebunden haben und damit Geld akzeptieren. Die Deutschen sind allerdings ohnehin eher Zahlungsmuffel. In anderen Ländern wird mehr gespendet und freiwillig für Software bezahlt ist. Experten vermuten, dass flattr und Co. in Deutschland nicht unbedingt den Durchbruch feiern werden.

Etwa 80 Prozent sollen an die Webseitenbetreiber (Urheber) ausgeschüttet werden, rund 20 Prozent werden für Administration, Technik etc. einbehalten. Das ist weniger als Apple kassiert: Apple behält 30 Prozent ein, wenn ein Programm, eine Application über den AppStore verkauft wird.

Flattr:
www.flattr.com

Kachingle:
www.kachingle.com