Wie groß wäre der Ölteppich vor meiner eigenen Haustür?

Kaum ein Tag ohne neue Details über das Öldesaster im den Golf von Mexiko. Dort entweichen nahezu ungehindert Millionen Liter Erdöl, verpesten die Region – und womöglich nicht nur die. Aber die geografische Maßeinheit «Golf von Mexiko» sagt den meisten nicht viel. Es fehlt an einem konkreten Vergleich. Wie groß ist der Ölteppich wirklich? Wie sähe er vor unserer Haustür aus? Ist er so groß wie der Bodensee? Würde er flächenmäßig die Beneluxländer bedecken? Was wäre, wenn die Katastrophe in der Nordsee passiert wäre?

Sehr beeindruckend demonstrieren lässt sich das auf www.ifitwasmyhome.com («Wenn es meine Heimat wäre»). Hier kann jeder sehen, wie groß das Gebiet an Amerikas Ostküste ist, das mittlerweile mit Öl verseucht wurde – und es in einem zweiten Schritt vor die eigene Haustür verlegen, sozusagen maßstabsgerecht importieren. Ob München, Dresden oder Pinneberg, Mallorca oder Bitterfeld – wer seinen Heimatort oder seine Urlaubsregion eingibt, wird entsetzt sein, welch große Fläche die tödliche Brühe einnimmt. Zum Glück dann nur theoretisch.

Die Karte lässt sich auf jeden Ort der Welt verschieben. Was die BP-Pest vor Ort in den USA anrichtet, zeigen niederschmetternde Fotos. Gefangen im Öl – Aufnahmen von verendeten Tieren, andere noch im Todeskampf. Das relativiert die Aufnahmen der Livecam von BP auf der Webseite dann doch ganz erheblich. Dort kann man mit ansehen, wie das «schwarze Gold» aus dem Leck strömt, aber unwirklich und irgendwie nicht besonders bedrohlich. Ein Zähler zeigt an, wie viel Liter bereits das Meerwasser verunreinigen und wie viel in jeder Sekunde hinzukommen – gespenstisch, das Ganze.

Außerdem gibt es auf der Seite aktuelle Nachrichten und Meldungen über «Amerikas Tiefsee-Tschernobyl» sowie Anregungen und Hinweise, was jeder Einzelne gegen die Ölkatastrophe und deren Verursacher unternehmen kann, insbesondere vor Ort am Golf.

www.ifitwasmyhome.com