Seit einigen Tagen ist das Portal kino.to geschlossen. Staatsanwaltschaft und Polizei haben in einer konzertierten Aktion die Hintermänner ausfindig gemacht und verhaftet, sie haben die Server geschlossen und die angeschlossenen Dienste ebenfalls.

Ganz ehrlich: Das ist doch mehr als verständlich. Es muss doch jedem klar sein, dass es nicht hinnehmbar ist, dass eine Gruppe sich mit Inhalten anderer bereichert. Denn kino.to war nicht in erster Linie ein Portal, wo man sich kostenlos Filme oder Serien in fraglicher Qualität anschauen kann, sondern in erster Linie eine Gelddruckmaschine für die Betreiber. Sie haben die Seite vollgepflastert mit Werbung. Die Einnahmen waren mehr als üppig und nicht nur dazu gedacht, die Serverkosten zu bezahlen. Hier wurde kräftig kassiert – und das ist einfach eine Schweinerei.

Leider gibt es das häufig. Mal unter der Hand etwas weiterzugeben, was eigentlich bezahlt werden müsste, ist eine Sache. Aber dreist im großen Stil mit den Inhalten anderer Kohle zu machen – und im Falle eines Kinoportals auch ohne die Zustimmung der Betroffenen -. das ist unehrenhaft, das ist dreist, das ist kriminell. Deswegen haben die Betreiber nichts anderes verdient, als in den Knast zu wandern.

Und aus diesem Grund habe ich auch wenig Verständnis dafür, wenn nun Sympathisanten von kino.to die Server der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberechtsverletzungen) hacken, quasi als Strafaktion, weil die GVU den Stein ins Rollen gebracht hat. Die GVU ist kein schlechter Verein, will niemanden etwas Böses, sondern setzt sich für die Interessen seiner Mitglieder ein.

Man kann eine komplett andere Haltung haben, kann meinen, dass digitale Inhalte frei verfügbar sein sollten, aber dann muss man für seine Haltung und Überzeugung eintreten, mit offenem Visier, man muss diskutieren und Überzeugungsarbeit leisten. Die Server der GVU zu hacken, ist jedenfalls keine Überzeugungsarbeit, sondern – vollkommen sinnlos.

6 Kommentare
  1. anonym
    anonym sagte:

    „Bei kino.to und vergleichbaren Angeboten wird nichts lizensiert, die Rechteinhaber gehen leer aus – und trotzdem verdient ein Anbieter damit, obwohl er sich rechtswidrig Inhalte beschafft.“

    Mal abgesehen davon, dass die Betreiber von kino.to damals ein haufen kohle gescheffelt haben, find ich die idee aus sicht des konsumenten gar nicht so übel.

    Hat ganz einfach den grund, dass die produzenten/filmfirmen mit ihren preisen für filme nicht machen können was sie wollen. Die werden näher an ihr minimum, was sie für ihre filme verlangen müssen, getrieben. Wobei selbst das minimum BIS JETZT noch nicht erreicht ist.
    wäre produzenten usw klug gewesen, hätten sich alle „an einen tisch“ gesetzt und ein portal aufgemacht, das nur ca 2 euro für einen film für einmal anschauen verlangt. (das hätten sie natürlich machen müssen, als kino.to vom netz genommen war…jetzt gibt es kino“(x)“.to)

    wenn jetzt einer meint von wegen „2 euro, nie im leben können die so wenig dafür verlangen. Die brauchen das geld auch“ …. mhm, is klar. Man sollte aber auch den neuen kundenstamm von, alleine wie viel millionen (?? vier Millionen TÄGLICH !!), betrachten.
    damit hätten die filmfirmen locker auf 2 euro gekonnt , denn heute schaffen sie es schon auf 4-6 euro, was man auch mal an dieser stelle loben sollte.
    Selbst diese zwei euro pro film könnten sie aber mit diesem neuen kundenstamm dann locker noch unterbieten.
    und mal im ernst? 2 euro (oder sogar weniger?) für ein film, einmal anschauen, in hd qualität?? wäre ein super angebot…. wer würde da nicht zugreifen, anstatt sich mit der mickrigen qualität von kino(x).to zufrieden zu geben und dafür gefahr zu laufen in den knast zu wandern?

  2. Jörg Schieb
    Jörg Schieb sagte:

    Hallo,

    äh — lächerlich? Der Unterschied liegt ja wohl auf der Hand. Bei den privaten Fernsehsendern lizensieren die Sender die Inhalte vollkommen legal bei den Studios und bezahlen dafür. Refinanziert wird das über Werbung.

    Bei kino.to und vergleichbaren Angeboten wird nichts lizensiert, die Rechteinhaber gehen leer aus – und trotzdem verdient ein Anbieter damit, obwohl er sich rechtswidrig Inhalte beschafft. Da ist wohl ein klitzekleiner Unterschied. 🙂

  3. Phallus Dei
    Phallus Dei sagte:

    Gilt die Kritik an kino.to („Gelddruckmaschine“) dann auch für die privaten Fernsehsender, die zwar kostenlos Filme ausstrahlen, aber den Zuschauer mehrfach mitten im Film zehn Minuten lang „mit Werbung zupflastern“? „Schweinerei“! Und gegen die gibt es nicht einmal Adblock/Noscript!

    Jeder hat seine Meinung, aber manche Meinungen sind einfach nur albern, weil die Argumente lächerlich sind.

  4. Frank Klafzinski
    Frank Klafzinski sagte:

    Warum hat das so lange gedauert diese Seite zu schliessen? Diese Seite gibt es ja nicht erst seid gestern. Und was hat das mit dem Usenext auf sich? Da muss man ja glaube ich, auch bezahlen?

  5. Jörg Schieb
    Jörg Schieb sagte:

    Stimmt, absolut richtig — steht ja auch so in der Headline. 🙂

  6. anonym
    anonym sagte:

    Es heißt (hieß..) kino.to nicht kino.tv!
    „Denn kino.tv war nicht in erster Linie ein Portal, wo man sich kostenlos Filme oder Serien in fraglicher Qualität anschauen kann, sondern in erster Linie eine Gelddruckmaschine für die Betreiber.“

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