Taxifahrer müsste man sein, man hätte immer etwas zu erzählen. Zumindest, wenn man in einer Stadt wie Berlin Taxi fährt. Hier steigen schon mal Promis in den Wagen, oder Politiker, Schauspieler, Fernsehgrößen, Touristen oder einfach ganz normale Menschen, mal verrückt, mal lustig, mal interessant.

Wer ganz genau hinschaut und hinhört, dem wird es so schnell nicht langweilig. Das trifft auf Sascha Bors auf jeden Fall zu. Der 29-Jährige fährt bereits seit einigen Jahren in Berlin Taxi – und schreibt darüber in einem Blog.

Unter www.gestern-nacht-im-taxi.de schildert der gebürtige Schwabe, was er erlebt hat. Seit etwa einem Jahr. Und das ist durch die Bank lesenswert. Etwa, wie sich eine Gruppe mit fünf Spaniern in sein enges Taxi quetschen und später diskutieren, wie viel von den 10 Euro Taxikosten jeder einzelne zu begleichen habe. Oder die Geschichte von dem glücklichen Pärchen, das sich etwas betrunken ins Taxi setzt. Die wenig präzise Zielangabe für den Chauffeur lautet: „Nach Hause“. Es entspinnt sich ein wunderbarer Dialog darüber, warum die beiden demnächst heiraten wollen. Von Sascha Bors wunderbar pointiert aufgeschrieben.

Unterhaltsam sind auch die Kategorien in seinem Blog. Es gibt Kategorien wie Verkehr, Fahrgäste und Kollegen. Und in der Kategorie Fahrgäste die aufschlussreichen Unterkategorien betrunken, desorientiert und zahlungsunfähig. Das wirft kein gutes Licht auf die Berliner Taxikundschaft – aber dient ungeheuer dem Lesevergnügen.

Man möchte es fast als Buch mitnehmen, dieses Blog. So unterhaltsam kann also Taxifahren sein – wenn man mit offenen Augen und Ohren am Lenkrad sitzt. Klasse.

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  1. […] den Artikel von Daniel Bouhs von der dapd zurückzuführen war.  Aber auch Jörg Schieb bloggte eine gnadenlos positive Rezension. Meine 15 Minuten Ruhm hatte ich im Endeffekt damit, immerhin erreichte der dapd-Artikel mit den […]

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