Die Netz-Community ist gnadenlos: Wenn jemand in ein Fettnäpfchen tritt, dann wird das ausgeschlachtet. Das musste Präsidentschaftskandidat Mitt Romney erleben: Wer wurde noch während der jüngsten TV-Debatte zur Witzblattfigur im Web. Romney wollte bei den weiblichen Wählern punkten und hat während der jüngsten TV-Debatte aus seiner Zeit als Gouverneur berichtet. Er wollte weibliche Mitarbeiter einstellen – und da haben ihm seine Mitarbeiter „Ordner voller Frauen“ gebracht, „Binders full of women“.

Der Hashtag #bindersfullofwomen wurde innerhalb kürzester Zeit zum beliebtesten Stichwort auf Twitter. Auch auf Facebook verbreitete sich Romneys Formulierung wie ein Lauffeuer: Überall sind Fotomontagen zu sehen, die Romney als rückständigen, Frauen verachtenden, sexistischen, herablassenden Menschen zeigen. Das Web ist nicht repräsentativ – doch es beschleunigt Diskussionen jeder Art, aber auch Häme. Und wo man früher vielleicht drüber hinweggehört hätte, das gerät danke Web nicht so schnell in Vergessenheit. Für Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, Fluch und Segen zugleich.