In den nächsten vier Wochen gibt es in den Medien nur ein beherrschendes Thema: Die Fußball-WM in Brasilien. Im Netz ist das nicht anders, auch hier stolpert man überall über die WM. Selbst auf Mobilgeräten: Es gibt Dutzende Apps, die speziell für die WM entwickelt wurden und versuchen, ein bisschen was von der Aufmerksamkeit abzubekommen, die so eine WM so mit sich bringt.

  • Wer das Stichwort „WM 2014“ ins Suchfeld des App-Stores eingibt, der bekommt Dutzende von Apps präsentiert. Welche davon sollte man kennen, welche hast Du auf Deinem Smartphone oder Tablet installiert?

Eine App darf aus meiner Sicht auf keinem Mobilgerät Fall fehlen: Die App der Sportschau. Und ich meine nicht die „normale“ Sportschau-App, die kennen viele sicher. Die Sportschau hat eine App speziell für die WM entwickelt, die jeder kostenlos auf sein iOS oder Android Gerät laden kann. Die bietet jede Menge Infos rund um die WM: Wann spielen welche Spiele statt, wer tritt gegen wen an und wann, in welchen Städten und Stadien wird gespielt, wie sind die Ergebnisse, wie sehen die Tabellen aus. Info-mäßig fehlt es wirklich an nichts. Natürlich gibt es auch Videos und Filmberichte. Außerdem kann man die Spiele auch live im Mobilgerät anschauen – und das luxuriöser als zu Hause auf dem Fernseher.

  • Wieso luxuriöser? Ich stelle mir das nicht ganz einfach vor, den Fußball auf so einem Winz-Display im Smartphone überhaupt zu erkennen. Wieso sollte das sinnvoll sein?

Das stimmt schon: Zu Hause hängen sich die Leute immer größere Fernseher ins Wohnzimmer, und unterwegs schauen sie sich Fußballspiele auf einem Smartphone oder Tablet an. Ein Tablet ist natürlich sowieso schon eine ganz andere Sache, da kann man ganz wunderbar auch Filme in HD-Qualität anschauen und sieht alle Details, auf einem Smartphone-Display wird das tatsächlich eher schwierig.

Die Sportschau-WM-App hat jedoch was ganz Besonderes zu bieten, was kein Fernsehzuschauer kann: Wer mit der App Spiele anschaut, kann die Kameraperspektive wählen. 20 Kameras stehen zur Auswahl. Jeder entscheidet also selbst, aus welchem Blickwinkel er ein Spiel anschauen möchte – das ist schon ganz schön beeindruckend. Die ZDF Mediathek App bietet übrigens denselben Service.

  • Man hat ja den Eindruck, man kann die Spiele der Fußball-WM praktisch auf allen Kanälen schauen, im Fernsehen, im Netz, aus dem Mobilgerät. Ist es denn eigentlich egal, wie und wo ich die Spiele sehe?

Es spielt interessanterweise schon eine Rolle, wie und wo man die Spiele anschaut. Wer klassisch fernsieht, ist ein bisschen im Vorteil. Fernsehzuschauer haben einen zeitlichen Vorsprung. Sie sehen eher, wenn ein Tor fällt. Wenige Augenblicke, nachdem der Ball ins Tor geht, können es DVB-T-Zuschauer sehen. Wer per Satellit oder Kabel guckt, der wird ein paar Augenblicke später das Tor sehen, das liegt an der Strecke, die die Fernsehsignale zurücklegen müssen.

Als letzte dürfen sich Fans über ein Tor freuen, die im Internet zuschauen oder auf dem Mobilgerät. Der Grund ist technischer Natur. Die Bilderströme, die Videostreams müssen fürs Internet extra aufbereitet werden. Das dauert. Im eigentlichen Gerät werden die Videos noch mal zwischengespeichert, da gehen auch ein paar Sekunden verloren. Das kann sich ganz schön summieren: Wer im Smartphone zuschaut, jubelt womöglich 90 Sekunden später als der klassische Fernsehzuschauer.

  • Welche Rolle spielen denn soziale Medien wie Twitter oder Facebook während der WM?

Die sozialen Medien werden immer wichtiger. Hier können die Menschen Dampf ablassen, sie twittern und posten, was das Zeug hält, kommentieren jedes Ereignis, auch während der Spiele. Stichwort: Second Screen. Während man fernsieht sich mit Freunden und das ganzen Welt auszutauschen, das ist heute wirklich üblich. Gerade Twitter ist da sehr beliebt, schon während der Olympischen Spiele war Twitter das Soziale Netzwerk schlechthin – Twitter hat da absolute Spitzenwerte in der Nutzung erreicht. 150 Millionen Tweets zu Olympia 2012. Das will Twitter bei der WM in Brasilien übertreffen. Es twittern ja alle: Redaktionen, Sender, Fans, Industrie.

  • Twittern eigentlich auch Fußballer?

Klar, die machen auch mit. Absoluter Spitzenreiter ist Christiano Ronaldo. Der Portugiese hat 27 Millionen Follower auf Twitter und damit Spitzenreiter, auf Facebook hat der Kicker sogar 80 Millionen Fans. Deutsche Fußballer müssen sich mit weniger zufrieden geben, wobei Mezut Ösil mit sechs Millionen Twitter-Followern weiß Gott auch nicht schlecht aufgestellt ist. Die meisten Politiker haben nur ein paar Tausend.