Linux: Screenshots vom Desktop oder von Fenstern machen

von | 07.08.2014 | Tipps

Screenshots gehören zum Digital-Alltag wie der Kaffee am Morgen. Auch unter Linux habt ihr verschiedene Möglichkeiten, Bildschirmfotos zu erstellen – von simplen Bordmitteln bis zu professionellen Tools mit erweiterten Features.

Die meisten Linux-Distributionen bringen bereits eine Grundausstattung für Screenshots mit. Bei GNOME drückt ihr einfach die Druck-Taste für einen Screenshot des gesamten Bildschirms. Mit Alt+Druck fotografiert ihr nur das aktive Fenster. Ubuntu-Nutzer können zusätzlich Shift+Druck drücken, um einen Bereich zu markieren. Diese Screenshots landen standardmäßig im Bilder-Ordner.

Wer regelmäßig Screenshots macht, braucht aber mehr Funktionen. Hier kommen spezialisierte Tools ins Spiel, die deutlich komfortabler arbeiten.

Gnome Screenshot und dessen Nachfolger

GNOME Screenshot war lange Zeit der Standard, wurde aber durch modernere Alternativen ersetzt. In aktuellen GNOME-Versionen ist die Screenshot-Funktion direkt in die Shell integriert. Ihr erreicht sie über die Aktivitäten-Übersicht oder durch Drücken der Druck-Taste.

Flameshot – der neue Favorit

Flameshot hat sich als eine der besten Screenshot-Lösungen für Linux etabliert. Das Tool bietet intuitive Bearbeitung direkt nach dem Screenshot: Pfeile, Texte, Markierungen und Unschärfe-Effekte lassen sich sofort hinzufügen. Installation unter Ubuntu/Debian: sudo apt install flameshot. Für andere Distributionen findet ihr Flameshot in den jeweiligen Paketmanagern oder als AppImage.

Nach der Installation startet ihr Flameshot über das Terminal mit flameshot gui oder bindet es an eine Tastenkombination. Das Tool zeigt nach dem Screenshot sofort die Bearbeitungstools an – perfekt für schnelle Annotationen.

Spectacle für KDE-Nutzer

KDE-Anwender greifen zu Spectacle, dem Standard-Screenshot-Tool der KDE-Umgebung. Es bietet ähnliche Funktionen wie Flameshot, fügt sich aber nahtlos in die KDE-Oberfläche ein. Spectacle kann Screenshots zeitverzögert aufnehmen, verschiedene Bildformate speichern und direkt zu Cloud-Diensten hochladen.

lx-shutter

Shutter – der Klassiker mit Einschränkungen

Shutter war jahrelang das Schweizer Messer für Linux-Screenshots. Das Tool bot umfangreiche Bearbeitungsfunktionen und Plugins. Allerdings wird Shutter seit 2018 nicht mehr aktiv entwickelt und funktioniert in modernen Linux-Distributionen nur noch eingeschränkt. Die Bearbeitungsfunktionen sind oft defekt, weshalb ich von Shutter abraten muss.

Falls ihr Shutter trotzdem nutzen wollt: sudo apt install shutter installiert das Paket, aber rechnet mit Problemen bei der Bildbearbeitung.

Ksnip für alle Desktop-Umgebungen

Ksnip ist eine moderne, plattformübergreifende Screenshot-Anwendung, die unter allen gängigen Desktop-Umgebungen läuft. Sie bietet eine saubere Benutzeroberfläche, verschiedene Aufnahmemodi und grundlegende Bearbeitungswerkzeuge. Installation: sudo apt install ksnip oder als Snap-Paket: sudo snap install ksnip.

Terminal-Tools für Profis

Command-Line-Fans schwören auf scrot oder maim. Beide Tools lassen sich perfekt in Scripts einbauen oder mit Tastenkombinationen verknüpfen. Ein Beispiel für scrot: scrot -s ~/screenshot.png erstellt einen Screenshot eines ausgewählten Bereichs.

Maim bietet modernere Funktionen: maim -s | xclip -selection clipboard -t image/png kopiert einen Screenshot direkt in die Zwischenablage, ohne ihn zu speichern.

Screenshots automatisch organisieren

Moderne Screenshot-Tools speichern Bilder oft mit Zeitstempel im Dateinamen. Das verhindert versehentliches Überschreiben, macht aber die Organisation schwieriger. Erstellt euch am besten einen eigenen Screenshot-Ordner und konfiguriert eure Tools entsprechend.

Fazit

Für gelegentliche Screenshots reichen die eingebauten Funktionen eurer Desktop-Umgebung völlig aus. Wer regelmäßig Screenshots macht und diese bearbeitet, sollte zu Flameshot oder Spectacle greifen. Diese modernen Tools bieten die beste Balance zwischen Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit.

Shutter gehört leider der Vergangenheit an – schade um einen einst großartigen Screenshot-Manager. Die neuen Alternativen sind aber mindestens genauso gut und werden aktiv weiterentwickelt.

Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026