Hitchbot am Ziel angekommen

Hitchbot am Ziel angekommen

Er sieht aus wie ein Blechkasten, aus dem zwei Arme und zwei Beine in Knatschgelb herausbaumeln. Der Kopf mit rotem Display zeigt manchmal Wörter wie „Hi“ oder „Danke“. Aber das reicht, um die Herzen der Menschen zu erwärmen. Hitchbot – so heißt ein Rofaceboter, der Kanada in wenigen Tagen komplett durchquert hat, von Osten nach Westen. Alleine. Heute morgen ist er in Victoria, Kanada angekommen. Es gab eine riesige Willkommensparty.

Die Reise von Hitchbot war ein riesiges Medienereignis. Und ein Experiment, in dem Wissenschaftler herausfinden wollen, wie Menschen auf Roboter reagieren. Eine wichtige Frage, da immer mehr Roboter gebaut werden, die auch in unseren Alltag vordringen sollen.

Der erste trampende Roboter

Hitchbot: Der erste trampende Roboter der Welt. Am 27. Juli ist Hitchbot im kanadischen Halixfax gestartet. Ausgesetzt am Highway 102. Rund 6000 Kilometer Strecke hat der Roboter innerhalb von drei Wochen zurückgelegt. Und fast überall sind ihm die Leute freundlich begegnet. Sie haben ihm geholfen und sich um ihn gekümmert – und in ihren Autos mitgenommen.

Hitchbot ist ein interessantes Experiment. Die Macher wollten nicht nur wissen, wie wir Menschen auf Roboter im Alltag reagieren. Sie wollten rausfinden, ob Roboter uns vertrauen können. Normalerweise wird je gefragt, ob wir den Robotern vertrauen können. Eine spannende Frage. Denn nur, wenn es keine unüberwindbaren Hürden gibt, wenn Menschen die elektronischen Helfer akzeptieren, haben Roboter im Alltag eine Chance.

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Roboter kann Smalltalk

Hitchbot kann nicht viel, aber eine kurze Konversation in Englisch war schon möglich. Eine simple Spracherkennung, eine Sprachausgabe und eine Art Plauder-Software reichen aus für den Smalltalk. Doch Hitchbot hat auch alles selbst dokumentiert. Die Reiseroute, es wurden auch Fotos gemacht. Eine Art interaktiver Reisebericht. Auf der Homepage von Hitchbot, unter hitchbot.me, lässt sich alles nachschlagen und anschauen. Eine gute Startrampe.

Aber auch auf Facebook, Twitter und Instagram gibt es eine Menge zu entdecken. Dort sind Fotos aus der Perspektive von Hitchbot zu sehen. Hier ist zu sehen, dass Hitchbot nicht einfach nur transportiert wurde. Die Menschen haben ihn auch zu privaten Veranstaltungen mitgenommen, mit ihm gegrille, Partys veranstaltet. Das waren offensichtlich drei bewegende Wochen.

Kunstprojekt

Die Initiatoren des Projekts – die Deutsche Frauke Zeller und der Amerikaner David Smith, beide Kommunikationswissenschaftler – sind jedenfalls zufrieden mit dem Verlauf des Projekts. Die Menschen hätten offen und freundlich auf den Roboter reagiert. Jetzt werden die Ergebnisse erst mal in aller Ruhe wissenschaftlich ausgewertet.

Hitchbot ist ein Kunstprojekt. Er hat nicht den Menschen geholfen, sondern die Menschen ihm. Eigentlich soll es aber andersherum sein. Die Industrie tüftelt längst an Robotern, die unseren Alltag erleichtern sollen. Komplett automatisch arbeitende Staubsauger oder Rasenmäher, die selbst wissen, wo sie fegen oder mähen müssen, gibt es längst.

Haushaltsroboter

Doch solche eher simplen Haushaltsroboter sind erst der Anfang. Nicht umsonst investieren große Konzerne viel Geld in den Roboter-Sektor. Google zum Beispiel hat bereits acht Roboter-Firmen gekauft. Eine davon entwickelt diesen wie ein Tier laufenden Roboter, Cheetah heißt er, der bis zu 45 km/h schafft.

Ein andere Modell läuft wie eine Wildkatze. Macht zwar noch ein bisschen viel Lärm, mit dem Laufen klappt das aber schon ganz gut. Es wird also gerade sehr viel experimentiert.

Besser akzeptiert werden Roboter aber, wenn sie wie Menschen aussehen. Nicht umsonst hat Hitchbot Ärmchen und Beinchen, die keine Funktion haben.

Das ist bei diesem Roboter anders: Atlas heißt der Kerl. 150 Kilo Lebendgewicht. Dieser Roboter steht auf zwei Beinen und ist als Rettungs- und Bergungsroboter konzipiert. Er kann Hindernisse überwinden, auf einem Bein stehen und ist extrem beweglich. Bis solche Roboter auch im Alltag zu sehen sind, wird es wohl nicht mehr lange dauern.

Bei diesem Modell, Petman – im Schutzanzug -, kann man schon gar nicht mehr sagen, ob ein Mensch oder eine Maschine drin steckt. Es ist aber eine Maschine, ein Roboter. Die Forscher machen da große Fortschritte. Und die Roboter werden auch immer kleiner. Dieses Modell hier könnte mühelos im Haushalt arbeiten – und sieht auch menschlich aus.

In Japan entwickelt die Industrie bereits Roboter, die nicht nur menschlich aussehen sollen, sondern auch auf Stimmungen ihres menschlichen Gegenübers reagieren. Das Ziel: Die Roboter auch im Pflegebereich einzusetzen. Gerade hier ist es wichtig, dass der Mensch den Roboter auch emotional annimmt. Und deshalb ist Hitchbot ein Meilenstein. Weil zum ersten Mal ein Roboter die Herzen der Menschen erreicht hat.

 

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hitchBOT from hitchBOT on Vimeo.

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